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Kurz gefasst

Mr. Wachstum

Sieben Jahre steht Etienne Schneider schon an der Spitze des Wirtschaftsministeriums. Eng mit ihm verbunden sind Begriffe und Schlagwörter wie Space Mining, Nation Branding und Rifkin. Nun hat er noch einmal Bilanz gezogen. Und seine Wachstumszahlen können sich sehen lassen: mehr als vier Prozent. Hinzu kommt eine Arbeitslosenquote von nur 5,5 Prozent. Auch wenn die Wirtschaftspolitik erfolgreich ist: Sie lässt sich für Schneider und seine sozialistische Partei nicht so leicht in Wählerstimmen ummünzen. Die LSAP dümpelt momentan laut TNS-Ilres bei neun Abgeordnetenmandaten, zwei weniger als bei der Chamberwahl 2013.

Mission Comeback

Seit sie von der Dreierkoalition der DP, LSAP und Grünen auf die Oppositionsbank geschickt wurde, arbeitet die CSV an ihrem Comeback als Regierungspartei. Dabei vermeiden die Christsozialen, sich des Wahlsieges am 14. Oktober zu sicher zu sein. Eine Neuauflage des derzeitigen Regierungsbündnisses ist nicht ausgeschlossen. Stapelt die CSV nun absichtlich tief, um ihre Wählerschaft vorzuwarnen? Jedenfalls gibt sich die Partei vorsichtig und hat nun weitere Häppchen ihres Wahlprogramms preisgegeben. So soll zum Beispiel das Luxemburgische im ersten Schulzyklus gefördert werden, wie Ex-Ministerin Martine Hansen, CSV-Spitzenkandidatin im Norden, sagte. Zudem soll Englisch generell ab der 7e unterrichtet werden. Die Schulpolitik à la CSV verspricht nichts Revolutionäres. Auf internationaler Ebene zeigt sich die Partei wie gewohnt proeuropäisch und stellt die Mitgliedschaft der rechtskonservativen Partei Fidesz des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban in der Europäischen Volkspartei (EVP) in Frage.

Monsanto muss zahlen

Nicht lange ist es her, dass sich vor allem die Umweltschützer aufregten über die Entscheidung des damaligen deutschen Landwirtschaftsministers Christian Schmid für eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung. Luxemburgs Agrarminister Fernand Etgen (DP) hatte dagegen gestimmt. Mittlerweile ist der Hersteller von Unkrautvernichtungsmitteln, die den Wirkstoff enthalten, wie Roundup und RangerPro, der US-Konzern Monsanto, von dem deutschen Konzern Bayer aufgekauft worden. Ein US-Gericht hat nun Monsanto zu Schmerzensgeld in Höhe von etwa 290 Millionen Euro verurteilt, weil das Pestizid Krebs verursacht haben soll.

Kein Ende der Odyssee

Vor gut anderhalb Jahren läuteten die Alarmglocken, als die Zahl der Flüchtlinge einen Punkt erreicht hatte, an dem die Unterbringungsmöglichkeiten fast nicht mehr ausgereicht hätten. Nun hat sich herausgestellt, dass zurzeit die 63 Unterkünfte nur zu 60 Prozent ausgelastet sind. Etwa 2.500 der 4.000 Betten sind belegt. Im Schnitt kommen jeden Monat rund 140 neue Asylbewerber ins Land, 850 waren es in den ersten sieben Monaten des Jahres. Etwa 700 bekamen ein Bleiberecht, meldete die zuständige Integrationsbehörde OLAI. Nicht alle Neuankömmlinge stellen gleich einen Antrag auf Asyl. Manche ziehen sogar weiter.

Geld und Risiko

Luxemburger scheuen das Risiko. Eine Verallgemeinerung, ein Allgemeinplatz, aber zumindest das Ergebnis einer Untersuchung der Zentralbank (BCL) in Zusammenarbeit mit dem hiesigen „Luxembourg Institute of Socio-Economic Research“ (Liser). Die auf einer Umfrage basierende Studie ergab, dass 74 Prozent der Bürger hierzulande als risikofeindlich bezeichnet werden können. Keine Sorge, europaweit sind es sogar noch mehr: 75 Prozent. Gefragt wurde unter anderem nach Investitionen. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem die risikofreundlichen Haushalte jene sind, die mehr Geld verdienen. Interessant auch, dass hier im Land geborene Menschen risikofreundlicher sind als Zugezogene.

Weniger Opfer der Hitze

Die Hundstage neigen sich dem Ende. Weniger stark gestiegen ist die Zahl der Not- und Sterbefälle im Verlauf der jüngsten Hitzewelle. Zwar stiegen die Temperaturen phasenweise bis 37 Grad an. Doch die Folgen blieben weitaus weniger dramatisch als noch vor 15 Jahren in manchen Ländern Europas. Im Jahr 2003 hatte die große Hitzewelle vor allem in Frankreich mehreren tausend Menschen das Leben gekostet. Eine Hitzewelle kann besonders für ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch erkrankte Menschen lebensgefährlich sein.

Fotos: Julien Garroy, Isabella Finzi, François Aussems (2), Alain Rischard, Jean-Claude Ernst (alle Editpress)

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

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Author: Martine Decker

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