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Kurz gefasst

Postshop Boys and Girls
Die Pet Shop Boys haben ein neues Album herausgebracht. Die Postämter werden seit 2015 mehr und mehr aufgelöst und tauchen als „Postshops“ wieder in Tankstellen und Zeitungskiosken auf. Und welche Auswirkungen hat das auf die Beschäftigten? Gibt es bald weniger Postshop-Boys und -Girls? Sicher ist, dass die Post zum 1. Mai, 1. Juni und später wieder ein paar Postämter – in Bartringen (Foto), Clerf und Hosingen sowie im Centre Hospitalier – schließt, aber trotzdem der größte „private“ Arbeitgeber des Landes ist. Erhöht werden darüber hinaus die Tarife für Briefzustellungen um 14 Prozent. Weniger Leistung, höhere Preise? Der ULC gefällt dies jedenfalls nicht. Sie fordert die Post auf, von weiteren Schließungen abzusehen.

Schereneffekt
Das Auf und Ab in den Staatsfinanzen, der bevorstehende Brexit sowie die drohenden Handelskriege hat die Chambre des Métiers dazu veranlasst, eine Warnung auszusprechen. Zwar habe der Zentralstaat im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben – bei einem Plus von 121 Millionen Euro. In diesem Jahr werden jedoch wieder rote Zahlen erwartet – mit einem Defizit von 650 Millionen Euro. Die Handwerkskammer warnt nun vor zu optimistischen Prognosen, was das Wirtschaftswachstum angeht. Möglich sei ein Schereneffekt im öffentlichen Haushalt: Auf der anderen Seite könnten die Steuereinnahmen sinken, auf der anderen die Ausgaben aufgrund der höheren Sozialtransfers steigen. Letztere scheint der Handwerkskammer in ihrem Gutachten ein Dorn im Auge zu sein. Gut findet sie hingegen die hohen Investitionen in die Digitalisierung, Forschung und öffentlichen Infrastrukturen.

Brennende E-Autos
Wenn verstärkt auf Elektromobilität gesetzt wird, muss sich auch die Feuerwehr darauf einstellen. Dass dies bereits seit Jahren zur Ausbildung der Feuerwehrleute gehört (auf dem Foto bei einer Übung in einem Tunnel im Oktober 2018), ergab die Antwort von Ministerin Taina Bofferding auf eine parlamentarische Anfrage der ADR. Wasser ist auch bei E-Autos das beste Löschmittel, so die Leiterin des Innenressorts. Zwar brennt ein E-Auto nicht anders als jedes andere Auto. Die Materialien sind die gleichen. Ein Problem ergibt sich jedoch, wenn der Akku-Block selbst in Brand gerät. Dadurch werden besonders viele Schadstoffe freigesetzt. Das Lithium in den Akkus reagiert mit Wasser, so dass unter anderem Wasserstoff entsteht. Umso mehr Löschwasser wird daher gebraucht. Ein Rettungsfahrzeug hat in der Regel 800 bis 8.000 Liter dabei. Gebraucht werden aber mehr als zehntausend Liter Wasser. Ein Rückgriff auf Zisternen oder der Einsatz mehrerer Löschfahrzeuge ist daher nötig. In den Niederlanden fluten die Feuerwehren übrigens die brennenden E-Autos komplett.

Pendler in der Warteschleife
Für viele Grenzgänger aus Frankreich wird die Liaison Micheville eine Erleichterung bringen. Sie soll als direkte Verbindung zur Autobahn A4 von Belval dienen. Das erste Teilstück von Audun-le-Tiche nach Belval wurde bereits 2016 eröffnet. Doch auf die freie Fahrt müssen die Pendler noch warten. Die Bauarbeiten für jenes zur A4 wird laut „Le Quotidien“ erst 2022 fertiggestellt, zwei Jahre später als geplant. Die Gesamtkosten für die Liaison Micheville sollen laut Schätzungen etwa 350 Millionen Euro betragen.

Twitter ohne Bausch
Übrigens hat es Bausch derweil dem deutschen Grünen-Parteichef Robert Habeck nachgetan und Twitter verlassen. Seine Entscheidung erklärte der Minister damit, dass er den Mehrwert der Kurznachrichtenplattform nicht mehr einsehe und darüber hinaus nicht mehr 24 Stunden am Tag erreichbar sein will. Bausch pocht darauf, dass „auch Politiker ein Recht auf Privatsphäre haben“. Habeck hatte im Januar die sozialen Medien verlassen und seine Profile gelöscht.

Bausch in der Kritik
Die CSV hat François Bausch wegen eines Briefes, den dieser im Sommer 2018 an die Staatsanwaltschaft geschickt hatte, scharf kritisiert. Die größte Oppositionspartei wirft dem grünen Minister Einmischung in die Justiz vor. Am 28. Juni vergangenen Jahres schrieb der stellvertretende Staatsanwalt Guy Breistroff an den Anwalt der Straßenbauverwaltung eine Mail und forderte Schadensersatz, nachdem vier Motorradfahrer sich verletzt hatten, weil sie eine Baustelle der Verwaltung über den Bürgersteig umfahren mussten. Bausch schrieb daraufhin am 18. Juli in dem besagten Brief, dass er über Breistroffs Mail und die Vorgehensweise der Justiz erstaunt sei. Der ehemalige RTL-Chefredakteur veröffentlichte am 9. April das Schreiben auf seinem Blog – und die CSV nutzte die Gelegenheit: Sie wirft Bausch vor, er habe sich in ein laufendes Verfahren eingemischt. In einer parlamentarischen Anfrage wollte sie wissen, ob dies normal sei. Parteichef Frank Engel nannte Bausch „eigentlich nicht mehr tragbar“, Fraktionschefin Martine Hansen bezeichnete ihn als „scheinheilig“. Der Minister wollte den Vorwurf nicht kommentieren. Über seine Pressesprecherin Dany Frank ließ er verlauten, dass von einer Einmischung keine Rede sein kann. Er habe sich nur über einen Vorgang erkundigt.

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

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Author: Martine Decker

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