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Kurz gefasst

Schuldenkluft

Lange Zeit war Luxemburg der Musterschüler, was die Staatsverschuldung angeht, bis 2004 mit dem niedrigsten und danach mit dem zweitniedrigsten Stand in Europa hinter Estland. Sie ist sogar noch weiter auf 21,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes gesunken, meldete vergangene Woche das Tageblatt und nahm dabei Bezug auf Eurostat. Das europäische Statistikinstitut ermittelte aber auch, dass das Großherzogtum mittlerweile von Bulgarien überboten wurde. Was die Verschuldung angeht, gibt es gewaltige Unterschiede innerhalb der Europäischen Union. Die durchschnittliche Verschuldungsquote liegt bei 80,7 Prozent, in Italien bei 134 und in Griechenland sogar bei 181,9 Prozent.

Keine Extrawurst

Sam Tanson blieb eine Antwort auf die parlamentarischen Anfragen ihrer Partei, den Grünen, sowie von der CSV nicht lange schuldig. Darin äußerte sich die Wohnungsbauministerin bezüglich der Vorwürfe, dass einige private Bauträger gegenüber anderen benachteiligt würden: „Alle Anträge auf Subventionierung werden gleich behandelt, ganz gleich, um welchen Antragsteller es sich handelt.“ Demnach gibt es weder Nachteile noch Extrawürste – auch nicht für die Kirchenfonds. Bereits im Juni hatte Tanson beschlossen, die Laufzeit der Konventionen mit Bauträgern von 20 auf 40 Jahre zu erhöhen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Wohnungen möglichst lange günstig vermietet werden. Das Gesetz über die staatlichen Wohnungsbauhilfen stammt noch aus dem Jahr 1979. Eine Überarbeitung, von Tanson angekündigt, wäre überfällig.

Moralisch fliegen

Ferienzeit ist unter anderem deshalb eine entspannte Zeit, weil die Straßen nicht von den morgendlichen und allabendlichen Blechlawinen befallen sind. Hochsommerliche Temperaturen gibt es auch hierzulande und nicht nur im Süden. Trotzdem zieht es die Luxemburger wieder zu ihren beliebtesten Reisezielen nach Frankreich, Italien, Griechenland, Spanien und Portugal – die meisten per Flugzeug. Oder wieder verstärkt in Länder wie Marokko, Tunesien und in die Türkei. Letztere sind in den anderen Jahreszeiten ebenso beliebte Reiseziele wie Südostasien. In diese Zeit fällt einmal mehr der Sonderbericht des Weltklimarats zur Erderwärmung. Angesichts zunehmender Wasserknappheit und gar Wüstenbildung, von Hitzewellen und anderen Naturkatastrophen fordert das internationale Gremium zu einem sofortigen Umsteuern in der Agrarpolitik auf. Ebenso bekannt müsste inzwischen jedem sein, dass es auch eines Umdenkens in der Mobilität bedarf. Und dazu gehört nicht zuletzt das Reiseverhalten und die Frage, ob es wirklich nötig ist, jede nur erdenkliche Reise mit dem Flugzeug zurückzulegen. Eine Kerosinsteuer haben die EU-Verkehrsminister erst kürzlich abgelehnt. Martin Isler, Executive-Vizepräsident Airline bei der Luxair bezeichnete eine solche Steuer als „Super-GAU“. So bleibt es letztlich den Reisenden überlassen, ob sie fliegen oder nicht.

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

Martine Decker

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