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Kurz gefasst

16.09.2019_Editpress_491894-KopieB wie Brexit
Eigentlich steht „Plan B“ für einen Alternativplan, könnte aber auch seit einiger Zeit ein Synonym für Brexit, Chaos oder einfach „planlos“ stehen. Oder als Konkurrenz zur deutschen Endlos-Fernsehserie „Lindenstraße“. Jedenfalls vertagte das britische Unterhaus am vergangenen Samstag die erwartete Abstimmung über das Brexit-Abkommen und stimmte mehrheitlich für einen Änderungsantrag, der Premierminister Boris Johnson (Foto, kürzlich in Luxemburg) dazu zwang, bei der Europäischen Union einen weiteren Aufschub zu beantragen. Die 27 EU-Botschafter reichten das Schreiben als „zur Kenntnis genommen“ weiter an das Europaparlament. Ob es am 31. Oktober zu einem harten Brexit bzw. einem No Deal kommt, bleibt den Freunden der schlechten Serien-Cliffhanger überlassen. „Wait and see“ könnte es heißen – oder in klassisch englischer Manier: Warten und Tee trinken.

25.09.2019_Editpress_493612-KopieViel zu tun
Die Polizei muss im Schnitt zweimal am Tag bei Fällen häuslicher Gewalt eingreifen. Dies kam zur Sprache, als Innenministerin Taina Bofferding Ende September einen entsprechenden Bericht vorstellte. Zwar seien die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr stabil. Aber konsequenteres Handeln fordert Ana Pinto. Schließlich sei das Thema hierzulande immer noch ein Tabu. Unter anderem deshalb hat die 44-Jährige, einst selbst Opfer von häuslicher Gewalt, eine Petition eingebracht. Opfer sollen schnell Hilfe bekommen, so Ana Pinto, Betroffene sollen besser geschützt werden. Sie erinnert an einen Fall in Esch. Obwohl ein Mann weggewiesen worden war, näherte er sich der gemeinsamen Wohnung und brachte seine Ehefrau vor den Augen der Tochter um. Ana Pinto verlangt für die Weggewiesenen eine Art Fußfessel. Ihre Petition (1388) kann übrigens noch bis zum 8. November unterzeichnet werden.

Ein Korn, ein Koks
„Ein Bier, ein Korn“ – so heißt nicht nur ein Mallorca-Ballermann-Song, sondern dies entspricht vor allem in den nördlicheren Gefilden Deutschlands der Kombination eines sogenannten Herrengedecks. In Luxemburg könnte eine Kombination jetzt allerdings „ein Korn, ein Koks“ heißen. Denn nachdem das nationale Gesundheitslabor LNS zusammen mit dem Luxembourg Institute of Science and Technology“ (LIST) eine Gewässerprobe aus dem Fluss Korn (Chiers) nahe der Petinger Kläranlage entnommen hatte, stellten die Wissenschaftler Drogenrückstände fest. Gefunden wurden vor allem Rückstände von Kokain und, zumindest minimal, Speed und Crystal Meth. Ähnliche Analysen gab es schon in 20 anderen Ländern. Im europäischen Vergleich liegt Petingen mit 541 Milligramm Kokain pro tausend Einwohner in der Spitzengruppe. Die höchsten Werte wurden in Bristol (England) gemessen.

„Historischer Fehler“
Für Abschiede sei er nicht gemacht, hatte der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kürzlich im revue-Interview gesagt. Vor wenigen Tagen nahm er an seinem letzten EU-Gipfel teil. Keiner habe an so vielen dieser Gipfeltreffen teilgenommen, weiß der 64-Jährige. Insgesamt sei er auf 148 gekommen. Das ist ein berechtigter Grund, emotional zu werden. Er bleibe bis zum Ende seines Lebens stolz darauf, dass er Europa gedient habe. Ein großer Europäer. Dass es noch keine Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien gebe, obwohl beide Staaten ihre Hausaufgaben gemacht haben, hält Juncker für einen großen Fehler. Schließlich weiß er auch: „Wenn Europa in der Welt respektiert werden will, muss es seine Versprechen halten.“

09.11.2015_Editpress_051700-KopieNiedrige Zinsen, hohe Preise
Immobilienkredite werden hierzulande immer günstiger. Durchschnittliche 1,48 Prozent Zinsen verlangten die Banken im August von ihren Kunden, wenn diese einen neuen Kredit mit festem Zinssatz abschlossen. Das ist der bisher tiefste Zinssatz. Im Vormonat waren es noch 1,57 Prozent. Bei den variablen Zinsen kam es fast zu einer historischen Tiefstmarke: 1,45 Prozent. Tiefer lag der Zinssatz im Juli 2016 mit 1,41 Prozent. Die Raten liegen damit niedriger als die Inflationsrate. Erst kürzlich gaben Statec und Observatoire de l´habitat bekannt, dass die Immobilienpreise im zweiten Quartal des Jahres um 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen waren. Auch ein Rekord.

22.02.2018_Editpress_419743-KopieBio oder was?
In der Frage, wie die biologische Landwirtschaft ausgebaut werden kann, gehen die Meinungen auseinander. Das zeigte eine Tagung des Benelux-Parlaments in Bettemburg. Dabei verwies Agrarminister Romain Schneider (LSAP) auf das Ziel, dass die hiesige Landwirtschaft bis 2050 komplett biologisch sein soll, bis 2025 sollen es 20 Prozent sein. Ein entsprechender Aktionsplan wird derzeit ausgearbeitet. Momentan sind es nur kaum fünf Prozent. Wie schwierig ein langfristiger Plan ist, kam bei einer Diskussionsrunde zum Gespräch. Fest steht aber auch, dass die Nachfrage nach Bioprodukten das Angebot momentan übersteigt – und dass es teils beträchtliche preisunterschiede zwischen Bio- und herkömmlichen Produkten gibt.

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia

Author: Philippe Reuter

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