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Kurz gefasst Nr. 36

Rauchwolken

Darf es ein bisschen Zigarettenrauch zur Pizza sein? „Nein“, antworten über 4.550 Menschen online und 339 auf Papier. Die Petition „Keen Damp op mäin Teller“ qualifizierte sich damit für die Gruppendiskussion in der Chamber – und genauso hitzig wie so manche über Fußball, debattieren nun Raucher und Nichtraucher über die Forderung, Rauchen gesetzlich auch auf Restaurant-Terrassen zu verbieten. Das Verbot soll vor allem Schwangere und Kinder schützen. Im Netz spricht man von einer Spaltung der Gesellschaft, andere sind über die eingeforderte Einschränkung pikiert, noch andere hoffen darauf, dass das Gesetz durchkommt. Bleibt abzuwarten, bei wem am Ende die Sektkorken knallen.

Schluss mit dem Theater

Der Theaterverband startet politisch in die neue Saison – und zwar mit einem Auftritt aller Mitglieder in der „Groussgaass“. Anders als in der Vergangenheit, gibt es allerdings kein Theaterfest, sondern eine kulturpolitische Diskussion. Am 15. September informiert der Verband an rund 21 Ständen über anlaufende Produktionen, aber vor allem über die Probleme der Beschäftigten im Theatermilieu. Eine Szene, die zunehmend professioneller wird. Damit auch die politischen Parteien zu den Schwierigkeiten Stellung beziehen können, lädt der Theaterverband diese noch am selben Tag ins „Cercle Cité“ zur „Table Ronde“, um 16 Uhr, ein. Für Gesprächsstoff sorgen der Kulturentwicklungsplan und das ominöse eine Prozent, die im Staatsbudget für die Kultur eingeplant sind.

Musikalische Spielwiese

Mieten im Stundentakt? Creative Hub 1535 in Differdingen macht es möglich. Zumindest für Musiker und Musikerinnen, die stundenweise einen Probesaal mieten wollen. Die neue Infrastruktur bietet neun Proberäume, ein Basis-Equipment an Verstärkern und Batterien sowie ein professionelles Tonstudio. Die Räumlichkeiten stehen sowohl Amateuren als auch Profis täglich zur Verfügung – und das für zwischen fünf und zehn Euro die Stunde. Damit alles rund läuft im Sonotron, sind 200.000 Euro fällig. Das Kulturministerium will jährlich 50.000 Euro dazu beisteuern. Das gesamte Projekt kostet Differdingen 1,2 Millionen, ist dafür aber auch das erste seiner Art im Großherzogtum. Ab Herbst 2018 kann man die Räumlichkeiten buchen.

Jugendfest der Rhetorik

200 junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren fanden am Montag im hauptstädtischen „Jongenlycée“ zusammen. Nein, der Unterricht beginnt dieses Jahr nicht früher. Es war das Zusammentreffen der Mitglieder des europäischen Jugendparlaments. Junge Leute aus 28 Ländern reisten an, um sich an der Kunst der Rhetorik und der Dialektik zu versuchen. Zu komplexen Themengebieten wie etwa zur europäischen Landwirtschaft oder zu den Folgen der Digitalisierung, arbeiteten sie Argumente und Gegenargumente aus, um im Sinne der EU über Probleme und mögliche Lösungen zu debattieren. Über zwei Tage hinweg wurde rege diskutiert. Ein Abstecher auf die „Fouer“ stand neben dem ganzen Gerede aber auch auf dem Programm, denn wie sang schon Roberto Blanco: „Ein bisschen Spaß muss sein.“

Erklärungsnot

Das Gesundheitsministerium musste diese Woche Stellung beziehen. Nach den schweren Vorwürfen des Anwaltes eines Radiologen, dem das Ministerium das private Betreiben eines IRM verwehrte und der daraufhin auf „freie Marktwirtschaft“ klagte, verteidigte die Verwaltungsbehörde die Entscheidung mit juristischen Reglungen und mit der Verhinderung der Diskriminierung der behandelnden Ärzteschaft. Das Monopol der Krankenhäuser garantiere, dass ein Standard eingehalten werde und sich Mediziner durch das Angebot eines IRM keinen Vorteil gegenüber anderen verschaffen könnten. Auf die Kritik, die langen Wartezeiten seien künstlich konstruiert, antwortete das Ministerium diese seien auf den Justifikationsprozess zurückzuführen. Bei dem wird vorab geprüft, ob eine IRM-Untersuchung zwingend notwendig ist. Um diesen Prozess zu beschleunigen, habe man einen Aktionsplan eingeleitet. Maître André Lutgen gibt sich mit alledem nicht zufrieden und hält die Erklärungsversuche des Ministeriums für unzureichend. Er spricht von schlechtem, politischem Willen. Das Urteil wird am 4. November gefällt.

Kassensturz

Der Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur François Bausch, die Ministerin für Umwelt Carole Dieschbourg und der Staatssekretären Claude Turmes zogen am Dienstag Bilanz. Das Trio sprach davon, seit 2013 Dynamik ins Nachhaltigkeitsministerium gebracht zu haben. Besonders in puncto Wasserschutz gab es wohl einiges aufzuholen. Auch mit den Fortschritten bezüglich erneuerbarer Energien zeigten sich die Drei zufrieden. Die Stromproduktion durch Windkraft wurde in den letzten fünf Jahren immerhin verdreifacht. Anhaltende Baustellen seien hingegen nach wie vor das überlastete Straßennetz, dem man mit dem Ausbau von Bus und Tram entgegenwirken wolle. Dabei wurde mehr in den Transport investiert, als noch in der vorherigen Legislaturperiode.

Isabel Spigarelli

Ressorts: Wissen, Kultur

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Author: Martine Decker

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