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Kurz gefasst

Rekordjahr

Die Frachtgesellschaft Cargolux kann auf ein mehr als erfolgreiches Jahr 2017 zurückblicken. Die Airline erwirtschaftete einen Nettogewinn von 122,3 Millionen US-Dollar. Bei der beförderten Fracht wurde erstmals die Grenze von einer Million Tonnen (1.067.238 gegenüber 964.131 im Jahr 2016) geknackt. Dieser Aufwärtstrend ist vor allem durch das positive Umfeld zu erklären. Die internationale Luftfrachtbranche erwartet nach einem außergewöhnlich guten Jahr 2017 auch für das laufende Jahr deutliche Zuwachsraten. Andere europäische Flughäfen konnten im vergangenen Jahr ebenfalls deutlich zulegen, was die gehandelten Tonnen angeht. London um 10,2 Prozent, Lüttich um 8,5, Brüssel um 8,3, Leipzig/Halle um 8 und München um 7,1 Prozent. Auch für 2018 rechnet der internationale Airline-Verband IATA mit positiven Zahlen, denn voraussichtlich werde die Nachfrage nach Frachtraum um 4,5 Prozent steigen. Konsumlust und wachsender Onlinehandel seien zwei Faktoren, die dieses Wachstum positiv beeinflussen würden.

Hinter Gittern

In Schrassig brodelt es zurzeit gewaltig. Seit ein paar Wochen kommt es immer wieder zu Protestaktionen der Gefangenen. Die Wärter fühlen sich im Stich gelassen, auch weil der „Groupe d’Intervention“ über keine entsprechenden (physischen) Mittel verfüge. 200 Gefangene, die an einem zweistündigen Streik an vergangenem Freitag teilnahmen, werden wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sanktioniert. Problem in Schrassig, wie auch in vielen anderen Gefängnissen in Europa, ist die Überbelegung, welche häufig Auslöser für Gewalt ist. Laut aktuellstem europäischem Gefangenenbericht SPACE II ist in Europa, trotz Rückgang der Inhaftierungszahlen, die Zahl der europäischen Mitgliedsstaaten, in deren Vollzugsanstalten eine Überbelegung gemeldet wurde, von 13 auf 15 angestiegen.

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Der Eiertanz rundum ein im Volksmund genanntes „Burkaverbot“, welches den Umgang mit allen Formen der Vollverschleierung regeln soll, wurde vergangene Woche im Parlament verabschiedet. Die Regierungsparteien zeigten sich ziemlich einig und begrüßten die Regelung, welche vorsieht, dass an verschiedenen öffentlichen Plätzen wie im öffentlichen Transport oder in Krankenhäusern jegliche Art der Vermummung untersagt ist. Ganz nach dem Verbot wie es in den Niederlanden existiert (seit 2016). Das erste Land, welches in Europa in Bezug auf Vollverschleierung gesetzliche Maßnahmen getroffen hat, war Frankreich im Jahr 2011. Das Gesetz wurde 2014 vom Europäischen Gerichtshof als rechtmäßig erklärt und damit die Beschwerde einer Muslimin zurückgewiesen. Vollständige Verbote gibt es noch in Belgien, Bulgarien und Italien. Für Teilverbote wie in Luxemburg haben sich bisher die Schweiz, Spanien, die Niederlande und Deutschland entschieden.

Redebedarf

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind und natürlich… die Rede zur Lage der Nation. Premierminister Xavier Bettel faste sich ungewohnt kurz in der letzten Rede seiner Amtszeit. Nach 50 Minuten war Ende Gelände. Bettel nutzte die Zeit vor allem, um die geleistete Regierungsarbeit der letzten fünf Jahre zu bilanzieren. Der Opposition war das natürlich ziemlich mau. Die Frage, ob diese politische Rede noch ihren vollen Sinn hat, darf gestellt werden (lesen Sie auch unser Pro&Contra auf den Seiten 20-21). Dass die Opposition sich nicht zufrieden mit dem zeigt, was der Regierungschef sagt, ist übrigens nicht nur in Luxemburg fester Bestandteil einer solchen Rede. Bei der „State of the Union Address“ des US-Präsidenten verhält es sich in der Regel ganz ähnlich. Und auch die „Rede zur Lage der Union“ des Präsidenten der Europäischen Kommission ruft nicht unbedingt immer großes zustimmendes Kopfnicken bei seinen Gegnern hervor.

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Stellvertretender Chefredakteur
Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia

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Author: Philippe Reuter

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