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La furia roja

Mit dem Cupra R bringt Seat eine limitierte Auflage des Leon auf den Markt. Doch lohnt sich der Mehrpreis für das Sondermodell?

Mit der Ergänzung Cupra, also der Abkürzung für „Cup Racing“, kennzeichnet Seat die sportlicheren Ausgaben seiner Modelle. Mit dem Leon Cupra R bringt Seat jetzt ein weltweit auf 799 Stück limitiertes Sondermodell auf den Markt. Im Gegensatz zu anderen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, ist der R in Luxemburg in zwei technischen Varianten erhältlich. Der Handschalter kitzelt nun, genau wie der Bruder R aus Wolfsburg oder die Schwester S aus Ingolstadt, 310 Pferdestärken aus dem aufgeladenen Zwei-Liter-Vierzylinder, in der Variante mit Direktschaltgetriebe (DSG) entfaltet der Motor jedoch „nur“ 300 PS, also genau so viel wie die nicht limitierte Auflage. Warum bei der DSG-Variante der Motor anders ausgelegt wurde, erschließt sich mir nicht. Aber sei’s drum, auf der Landstraße ist der Leistungsunterschied eh nicht bemerkbar, zumal die beiden Sechsganggetriebe unterschiedlich übersetzt sind. Laut technischen Daten ist die DSG-Variante schneller auf 100 km/h als der Handschalter, aber auch das merkt man eher an den Rundenzeiten auf einer geschlossenen Rennstrecke als auf den öffentlichen Straßen.

Wie schon bei der nicht limitierten SC-Auflage, dreht der Motor leichtläufig hoch und entfaltet seine Kraft sehr kontinuierlich. Hierbei wird dann bei sportlicheren Fahrten der Vorteil des Doppelkupplungsgetriebes spürbar. Der Motor dreht dermaßen freudig in den höheren Drehzahlbereich, dass beim Handschalter viele Schaltvorgänge notwendig werden, und somit nicht immer zwei Hände am Lenkrad sind. Das DSG-Getriebe behebt dies, schaltet die Gänge jedoch etwas schnell hoch, wenn der Gasfuß mal leichter ist, und dies sogar im Cupra-Modus. Bei einem Kickdown dreht der Motor dann meistens im unteren Bereich und muss sich erst in die höheren Etagen vorarbeiten. Hier helfen die Schaltwippen am Lenkrad, um direkt in den optimalen Leistungsbereich zu kommen. Jedoch ist dieses Verhalten nicht R-typisch, sondern identisch bei den nicht limitierten Handschaltern und DSG-Ausgaben.



Was macht also den Cupra R so besonders? Zum einen die Carbon-Teile sowie die Farbkombinationen. Die limitierte Ausgabe ist nur in schwarz, grau und grau-matt erhältlich. Alle drei Farben haben ihre optischen Eigenheiten, wie zum Beispiel das kupferfarbene Seat-Zeichen. Mir persönlich gefallen diese Farbkombinationen nicht besonders, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Wichtiger als Optik sind die technischen Unterschiede zum normalen Cupra. Hier sticht direkt die Bremsanlage ins Auge. Vorne hat die limitierte Ausgabe mächtige, innenbelüftete Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 370 mm, welche aus dem Audi-Regal stammen. Der Hauptunterschied zum Cupra SC liegt jedoch in der Fahrwerksabstimmung. Auf der Landstraße fällt direkt die härtere Dämpferabstimmung auf, die sich natürlich negativ auf den Fahrkomfort auswirkt. Der R wurde wohl eher für die Rennstrecke ausgelegt. Hier ist eine straffere Dämpfung nun mal wichtig für ein direktes Kurvenverhalten, und somit für ein präzises und schnelles Fahren. Zudem wurde gegenüber der nicht limitierten Ausgabe der Radsturz verändert.

Preis: ab 45.255 Euro
Verbrauch: 7,3 (*6,9) l/100 km
CO2: 170 (*158) g/km

1.984 cm3
228 (*221) kW/310 (*300) PS
380 Nm
5,8 (*5,7) s 0-100 km/h
250 km/h

(*mit DSG)

Als Sturz bezeichnet man den Winkel der Radebene zur Fahrbahnnormalen, durch den Seitenführungskräfte am Reifen erzeugt werden. Diese Kräfte wirken sich auf die mögliche Querbeschleunigung in Kurvenfahrten aus. Bei sportlichen Fahrzeugen, wie beim Cupra R, werden erhöhte negative Sturzwinkel eingestellt, um so die Querbeschleunigungen zu optimieren. Nachteil einer solchen Einstellung ist ein stärkeres Abnutzen der Reifen auf der Innenseite. Insgesamt machen sich die Fahrwerkseinstellungen jedoch positiv bemerkbar. Bei schnellen Kurvenfahrten liegt der Cupra R einfach besser in der Kurve als sein nicht limitierter Bruder und kleine Lenkbewegungen können präzise und ohne Aufschaukeln durchgeführt werden. Der limitierte Seat Leon Cupra R richtet sich daher vor allem an sehr sportliche Fahrer, die auch gerne mal einen Ausflug auf eine Rennstrecke machen. Und dann natürlich an eingefleischte Seat-Liebhaber, die unbedingt eines der 799 Fahrzeuge ergattern wollen. Jedoch sollten sich beide Zielgruppen etwas beeilen, denn es sind nur noch wenige Exemplare erhältlich.

+ Drehfreudiger Motor mit viel Wumms
+ Sehr sportliche Fahrwerksabstimmung
+ Bissige Bremsanlage

Abgeflachtes Lenkrad
Farbkombinationen eher gewöhnungsbedürftig
Motorhaube muss mit einer Stange arretiert werden

Text: Claude Bouvy / Fotos: Seat

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Author: Philippe Reuter

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