Zusammenspiel von Haus und Garten
Christian Bauer ist Architekt und Partner des seit 1975 bestehenden hauptstädtischen Architekturbüros „Christian Bauer Associés“, das in den Bereichen Architektur, Städtebau und Innenarchitektur arbeitet.
Sie haben das Doppelhaus in U- bzw. H-Form konzipiert. Warum?
Die Form ergibt sich einerseits aus der Konzeption mit einem Haupt- und einem Nebenhaus, andererseits daraus, dass beide zusammen eine Komposition mit dazwischenliegenden Aufenthaltsbereichen, dem Vorbereich und der Terrasse, bilden sollen, die eine räumliche Einheit auf dem Grundstück bildet. Das Hauptthema ist der Bezug der beiden Häuser untereinander, die verschieden genutzt werden können: Große Kinder im Nebenhaus, vielleicht später die Großeltern, oder auch Mieter sowie auch der Bezug zwischen den Häusern und dem Garten. Das Ensemble wird von einer Familie bewohnt, die drei Kinder hat.
Was hat es mit der roten Putzfassade und die vielen verschiedenen Fensteröffnungen auf sich?
Rot steht im Zusammenspiel mit dem Garten und der intensiven Dachbegrünung. Bei der Bepflanzung wurde bewusst darauf geachtet, einen guten Anteil an immergrünen Pflanzen zu haben, so dass das Zusammenspiel der Farben über alle Jahreszeiten besteht. Die andere Inspiration war die Architektur Luis Barragans. Die großen Fenster öffnen sich bewusst zum Garten bzw. zur Terrasse. Die kleinen Fenster des Nebenhauses bringen Licht in dieses und ermöglichen gleichzeitig eine gewisse Intimität. Der Ausblick vom Haupthaus fällt so auf eine skulptural anmutende Fassade. Das Nebenhaus öffnet sich grösser zur anderen, dem Haupthaus abgewendet und dem Licht zugewandten Seite.
Welche Bauweise haben Sie für den Neubau gewählt?
Das Haus ist eine massive Konstruktion aus speziellem tragendem Mauerwerk, das die erforderlichen Dämmwerte erreicht. Es wurde somit keine vorgeblendete Isolierfassade eingebaut, sondern lediglich auf das Mauerwerk verputzt.