Fairtrade

Im Konsumbewusstsein angekommen

„Fairtrade Lëtzebuerg“ feiert dieses Jahr seinen 20. Geburtstag. Im Interview erklärt der Vorsitzende der Organisation Jean-Louis Zeien, was die asbl in 20 Jahren erreicht hat und wo die Hebel für die Zukunft angesetzt werden sollen.

Revue: Was ist die Haupterrungenschaft von „Fairtrade Lëtzebuerg“ in den letzten 20 Jahren?
Jean-Louis Zeien: Primär glaube ich, haben wir es fertig gebracht, dem Konsumenten klar zu machen, dass bei der Qualität eines Produkts auch die Herstellungsbedingungen mit in Betracht zu ziehen sind. Der Konsument stellt sich heute sicherlich mehr denn je die Frage nach der sozialen Verantwortung seines Handelns. Die Problematik der fairen Herstellung und des fairen Handelns eines Produkts, mit Themen wie der Ausbeutung von Mensch und Natur, ist heute sicher im Bewusstsein der Verbraucher angekommen.

Welche Ziele verfolgt „Fairtrade“ in Zukunft?
So lange wir nicht überflüssig werden, was eigentlich der Idealfall wäre, arbeiten wir natürlich an unseren Ideen weiter. Wir wollen die Produktpalette ständig erweitern und kontinuierlich neue Partner mit in unser Boot bekommen. Die Idee der „Fairtrade Zonen“ mit unseren Produkten im Horesca-Gewerbe soll weitergeführt werden. Die positive Dynamik bei dem Projekt der „Fairtrade Gemengen“ (Gemeinden, die den fairen Handel unterstützen) hält hoffentlich an, und die Idee der „Fairtrade Schools“ wollen wir ebenfalls ausweiten. Auch wenn es lobenswerte Einzelinitiativen von Ministerien gibt, so hoffe ich, dass die Regierung sich an ihr Versprechen aus der Regierungserklärung erinnert und endlich ihr Vorhaben konkretisiert, „verstärkt beim Einkauf auf Produkte des fairen Handels“ zu achten.

Anfang des Jahres kam es zur Umbenennung der Organisation von „TransFair-Minka“ zu „Fairtrade Lëtzebuerg“, wieso eigentlich?
Dieser neue Name ist alles andere als ein Publicity-Gag, es ist vielmehr eine logische Konsequenz. Vor 20 Jahren entstanden in Holland mit der Max Havelaar-Idee und in Deutschland mit dem Transfair-Gedanken, zwei Initiativen, die im Grunde ein und dasselbe Ziel verfolgten. Trotz verschiedener Namen arbeiteten die beiden mit denselben Kriterien und denselben Produzenten zusammen. Im Jahr 2004 entschieden sich dann 20 Organisationen weltweit dazu, das Label zu harmonisieren. Mit dem neuen Namen machen wir heute eigentlich den letzten Schritt in Richtung einer gemeinsamen Identität. Egal ob in Rom, Paris, Kopenhagen, Berlin, Amsterdam oder Luxemburg, der Kunde erkennt die Produkte jetzt besser durch die einheitliche Namensgebung „Fairtrade“ und das uniforme Logo.

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