Porträt
Mr. T-Shirt
19.01.2012, 09:49 –
Die Jugend von heute hat null Bock auf nichts und hängt am liebsten auf Partys rum. Von wegen! Emmanuel Philippart entwirft in seiner Freizeit angesagte T-Shirt-Motive. Eine Leidenschaft, die immer mehr Liebhaber findet.
Weihnachten habe ich ein super Geschäft gemacht“, schmunzelt Emmanuel Philippart, genannt Manou. Im Hause seiner Eltern auf Belair hat der 20-Jährige sein eigenes Atelier. Besser gesagt: ein Zimmer im Haus der Eltern. Hier kreiert er nach Schulschluss, am Wochenende und in den Ferien ständig Neues. Immer auf der Suche nach neuen Modetrends. Sein Lieblingsobjekt ist das T-Shirt. Es ist das Grundnahrungsmittel der Mode. Außerdem eignet es sich gut zum Aufdrucken von Botschaften. Nicht zuletzt ist es auch eine Rebellion gegen das Establishment – denn es ist kein Hemd.
„Ich orientiere mich an Luxuslabels wie Dolce & Gabbana und Karl Lagerfeld. Im Internet schaue ich mir Prêt-à-porter- und Fashion-Shows an, um neue Ideen für meine Entwürfe zu entwickeln“, erklärt der Abiturient des Athénée. Zwei Kollektionen, jeweils für Sommer und Winter, hat er schon designt. Die nächste ist längst in der Mache. „Sie wird aus T-Shirts, Tank Tops, Tops, Röcken und Kleidern bestehen. Hinzu kommt noch eine Damenshorts-Kollektion, die mit Swarovski-Steinen bestickt sein wird“, berichtet er.
„ Ich würde gerne in der Modestadt Paris Management studieren, um irgendwann eine eigene Fashionfirma zu gründen.“
Obwohl Manou (noch) ein kleiner Stern am Luxemburger Modehimmel ist, zieht er seine Kollektionen professionell auf: Die schwarze Visitenkarte, das edle Seidenpapier, die schicken Einkaufstüten. „In jede meiner Kreationen nähe ich auch mein selbst entworfenes Logo. So sieht alles schick aus.“ Sind die Kleider erst mal schön verpackt, macht es sie auch wertvoller, so der Kreative. Dass er eine eigene Facebookseite als „Fashion Designer“ besitzt, ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Dennoch: Als Werbung für sein Label unabdingbar. Schließlich sollen sich seine T-Shirts und Co auch gut verkaufen. Die Preise liegen zwischen 39 Euro (T-Shirt) und 125 Euro (Kleid). Etwa 200 T-Shirts pro Jahr verkauft Manou Philippart durch Mund-zu-Mund-Propaganda und Modeschauen. „Viel Gewinn mache ich noch nicht, denn ich habe auch Ausgaben. Die T-Shirts für meine Aufdrucke sowie die anderen Stoffe muss ich vorher im Internet kaufen und das Geld vorstrecken“, lacht der junge Mann. Seine Eltern, der ONT-Direktor und Historiker Dr. Robert L. Philippart und die Chemikerin Martine Schanen, unterstützen die Modeleidenschaft ihres Filius. Ohne ihre Finanzspritze hätte er seinen Traum nie verwirklichen können.
Angefangen hat alles in einem Schweizer Hotel. Im Alter von fünf Jahren packt ihn bei einer Modeschau das Fashionfieber. „Ich war fasziniert von den schönen Frauen und der hübschen Kleidung“, erinnert sich Manou. Weiter geht es 2004, als er eine Internetseite entwirft und die unbegrenzten Möglichkeiten des Photoshops entdeckt. Davon inspiriert entwirft er fünf Jahre später zwei Pullover-Motive für einen Freund und sich selbst. „Alle waren begeistert. Immer mehr Leute wollten auch so etwas haben.“ Sein älterer Bruder „exportiert“ seine Kreationen sogar nach Lausanne. An der Uni sind die Philippartschen Fashionteile heiß begehrt.
Seinem Motto „Kleider machen Leute“ ist der Hobbydesigner auch privat treu. Ein schickes Hemd oder Pullover sind für ihn bei einem Restaurantbesuch oder Disko-abend ein Muss. Der Modedesigner Phi- lipp Plein zählt zu den Kreateuren, die er schätzt. Plein verwendet exquisite Materialien mit einer Prise Rock ’n’ Roll. Als rockig beschreibt Manou auch selbst den Stil seiner Kollektionen. Wer glaubt, dass er ein Meister an der Nähmaschine ist, den muss er jedoch enttäuschen. „Außer den Etiketten, den Swarovski-Steinen und einfachen Kleider- und Rockschnitten ist Nähen nicht so mein Ding“, gibt der „Stater“ zu. Lieber sitzt er vor dem Computer und zeichnet mit Photoshop szenige Motive. Hat er sich für eines entschieden, lässt er es einfach auf die Kleidung drucken. Und fertig ist das Unikat.
Wie stellt er sich seine berufliche Zukunft vor? „Ich würde gerne in der Modestadt Paris Management studieren, um irgendwann eine eigene Fashionfirma zu gründen.“ Doch zuerst muss Manou in diesem Sommer sein Abitur bestehen. Sollte sich sein Wunschtraum nicht erfüllen, hat er noch einen anderen Trumpf in der Hand: Er ist Sänger der Rockband „Antibians“. Von einer Null-Bock-Generation kann demnach keine Rede sein.
Mehr unter: http://de-de.facebook.com/emmanuelphilippart


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