Im August ist Janine Mailliet mit ihrem Maultier von Roullingen bis an die belgische Nordseeküste gewandert. Was sie unterwegs erlebt und von ihrem Begleiter gelernt hat, will die Tierliebhaberin demnächst in einem Buch erzählen.
Fotos: Alain Rischard/Editpress, Janine Mailliet
Esel sind nicht dumm. Und Nono schon gar nicht. Er ist zwar kein reinrassiges Langohr, aber wenn es darum geht, Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen, ist das Maultier ein As. „Den Nono ass och e gudde Schaffert. Hie gëtt ni midd“, lobt Janine Mailliet ihren doch recht außergewöhnlichen Reisebegleiter. Rund 450 Kilometer sind die beiden unterwegs gewesen. Von Roullingen bei Wiltz bis De Haan an der belgischen Nordseeküste. Auf die Frage nach dem Warum lächelt die 51-Jährige: „Wou ufänken?“
An guten Tagen legen Janine Mailliet und Maultier Nono bis zu 35 Kilometer zurück, an anstrengenden Tagen sind es nur 15.
Einerseits ging es der Lehrerin darum, sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Andererseits wollte sie abschalten und entschleunigen. Dazu kommt, dass sie als leidenschaftliche Tierliebhaberin seit Jahren darum kämpft, das traditionelle Image des Esels als störrisches und einfältiges Tier zurechtzurücken. Und als Besitzerin von mehreren Grautieren weiß sie, wovon sie spricht, wenn sie behauptet, dass Esel gestressten Menschen zu Erdung und Ausgeglichenheit verhelfen. Das kuschelige Fell, die sanften Augen und die angenehme Größe würden dazu beitragen, dass man sich schnell auf ein Vertrauensverhältnis einlässt, erklärt Janine Mailliet. Es stimmt zwar, dass sich das Tier nicht unterordnet und dass man es nicht zwingen kann, etwas zu tun, was es nicht tun will, aber genau diese Charakterzüge kommen einer therapeutischen Arbeit mit Eseln zugute.







Nun, jeden Morgen macht sie sich mit Nono auf den Weg, dessen Route sie am Abend zuvor dank Internet festgelegt hat, und abends bittet sie die Leute, bei denen sie übernachtet, um den Gefallen, sie zum Wagen zu fahren. „Dat huet perfekt geklappt, och wann et mir heiansdo peinlech war.“ An guten Tagen legen sie und das Maultier bis zu 35 Kilometer zurück, an anstrengenden Tagen sind es nur 15 Kilometer. Sich unter Druck zu setzen oder die Wanderung abzubrechen und nach Hause zurückzukehren ist an keinem Tag in Frage gekommen, so groß die Sehnsucht nach der Familie und ihren anderen Tieren auch gewesen ist.







