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Musik mit Herzblut

Mit „Les moutons noirs“ haben Los Dueños ihr erstes Album veröffentlicht. Portrait einer Band, die Ska, Reggae und Rock zu ihrem eigenen tanzbaren Mix zusammenbraut.

Foto: Crux Cutz

„7 Freunde müsst ihr sein!“ Mit diesem leicht abgewandelten Zitat von Sepp Herberger könnte man die Grundphilosophie von „Los Dueños“ beschreiben. Die siebenköpfige Band, die seit 2010 aktiv ist, nannte sich zu Beginn noch „Los Dueños del Ska“. Doch seit 2013 verzichten „die Besitzer“ auf das Ska-Anhängsel. „Wir haben zum einen einen neuen Sänger und zum anderen haben wir uns musikalisch weiterentwickelt,“ reißt Schlagzeuger Charel an, und Sänger Vic ergänzt: „Wir vermischen jetzt viel stärker unterschiedliche Stile und wollen uns nicht auf Ska beschränken lassen.“ Ein logischer Schritt, der nicht am Reißbrett geplant war, sondern vielmehr auch mit der persönlichen Weiterentwicklung der einzelnen Bandmitglieder einhergeht.

Die leicht abgeänderte Ausrichtung ist auf „Les moutons noirs“ deutlich hörbar, vor allem, wenn man als Vergleich die EP aus dem Jahr 2013 bemüht. Dabei sind die beiden Scheiben eh kaum miteinander zu vergleichen, wie Vic und Charel versichern. Die EP wurde nämlich nach bester „Do it yourself“-Manier in Eigenregie aufgenommen, während man sich für das Album die professionelle Hilfe von Charel Stoltz sicherte.

„Wir wollten allerdings auf keinen Fall unvorbereitet ins Studio gehen“, erläutert Charel, „deshalb haben wir eine komplette Vorabproduktion in unserem Proberaum gemacht, um die Arbeit im Studio möglichst schnell voranzutreiben.“ Die beiden „Dueños“ sind sich auch einig, dass die Vorproduktion eine sinnvolle, wenn auch zeitintensive Maßnahme war. An vier Wochenenden im Januar wurden schließlich zwölf Songs bei Charel Stoltz aufgenommen, wobei besonders darauf geachtet wurde, sehr nah am Live-Sound der Band zu bleiben. „Wir sind eine Live-Band und wir wollten, dass das Album diesen Sound widerspiegelt“, unterstreicht der Schlagzeuger. Deshalb wurden zum Beispiel auch das Schlagzeug und der Bass parallel aufgenommen und auch die beiden Sänger bannten ihre Parts parallel statt nacheinander aufs Band. Textlich beschäftigen sich die zwölf Lieder genauso mit sozialen Missständen wie mit persönlichen Erfahrungen. „Es sind grundehrliche Texte“, fasst es Vic zusammen. Sechs Lieder sind in englischer Sprache, sechs in Französisch verfasst.

„Wir sind eine Live-Band und wir wollten, dass das Album diesen Sound widerspiegelt.“
Charel Geimer, Schlagzeuger

Mit dem Resultat ist die Band nach eigenen Aussagen mehr als zufrieden. Und auf die Frage, ob es schwierig sei, zu siebt einen Kompromiss in Bezug auf die eigenen Lieder zu finden, gibt Charel eine simple Antwort: „Alle Mitglieder sind sehr gut befreundet, und wir reden eigentlich immer wenn nötig Klartext miteinander.“ „Das hat sich so im Laufe der Zeit auch ziemlich gut eingependelt“, hängt Vic an. Und nicht zuletzt ist ihre Band eine richtige Leidenschaft, in die alle eine Menge Zeit und Herzblut einfließen lassen.

Bandinformationen & Termine

• Bandmitglieder
Vic Bové − Gesang
Dany Coimbra − Gesang
Joel Rasqui − Gitarre
Bert Jung − Gitarre
Mich Leruth − Bass
Charel Geimer − Schlagzeug
Philippe Geimer − Keyboard

• Nächste Live-Auftritte
21.06:Fête de la musique in Luxemburg
07.08: eLake-Festival in Echternach

• Diskografie
„Los Dueños“ (EP) (2013)
„Les moutons noirs“ (2015)

• Weitere Infos
www.facebook.com/LosDuenosOfficial
www.youtube.com/user/LosDuenosMusic

ALBUM-COVER

Cover-EP

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Mit „Les moutons noirs“ möchte die Band vor allem auf sich aufmerksam machen, möglichst auch international. Mit Singles, wie dem sehr eingängigen „Holly“ im Gepäck dürfte dies auch kein größeres Problem sein. Internationale Tourerfahrung konnte die Band auch schon in der Vergangenheit sammeln. Charel erzählt: „Das englische Undergroundlabel Riot Ska Records hat uns zum Beispiel geholfen, eine Tour durch England auf die Beine zu stellen. Wir waren unerfahren, haben in den skurrilsten Locations gespielt und an abgewrackten Plätzen geschlafen, aber die Erfahrung war sehr wertvoll. Wir hatten alles in DIY-Manier organisiert, und auch dies hat uns weitergebracht.“ Aber auch ihr Konzert im Berliner Köpi, einem autonomen Wohnprojekt in einem besetzen Haus, möchten die beiden „Dueños“ nicht missen. „Eigentlich ist es faszinierend zu sehen, wie du von Leuten beherbergt wirst, die selber nicht viel besitzen, es mit dir teilen und einfach nur froh sind, dass du den Weg von Luxemburg nach Berlin machst um ein Konzert zu spielen“, weiß Vic zu berichten. Genau diese Erfahrungen strebt die Band nach dem Release ihres Albums auch wieder an. Anfang August ist schon eine zweiwöchige Tour eingeplant und auch sonst sei man damit beschäftigt, möglichst viele Auftritte in Frankreich, Belgien und Deutschland an Land zu ziehen.

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia

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Author: Martine Decker

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