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Nie mehr „radlos“!

Mit „Letz Bike Luxembourg“ huldigt der renommierte Sportfotograf Rom Helbach bildsprachlich dem Fahrradland Luxemburg und liefert einen perfekten Reiseführer für alle Fans des Sports auf zwei Rädern.

Spektakulär waren die Fotos ebenso wie das Ereignis, das Rom Helbach für „Dizzy on the road“ als Fotograf verfolgte. Er hatte 2018 den Ultracyclisten Ralph „Dizzy“ Diseviscourt beim „Race Across America“ begleitet, dem härtesten Radrennen der Welt. Ein Roadmovie in Buchformat war daraus geworden, das zudem viel Einblick in das Land der heute nicht mehr ganz so unbegrenzten Möglichkeiten gab. Spektakulär ist auch, allerdings auf eine andere Art und Weise, Helbachs neuestes Buch „Letz Bike Luxembourg“ geworden. Es verbindet die Qualitäten eines Bildbandes mit dem eines modernen praktischen Radreiseführers.

Es verbindet die Qualitäten eines Bildbandes mit dem eines modernen praktischen Radreiseführers.

Doch das Buch ist mehr: Es bietet nicht nur Augenschmaus und touristische Leckerbissen, sondern ist gewissermaßen ein Erzählband mit 30 Geschichten, Anekdoten und anderen informativen Texten von Spitzensportlern und Freizeitradfahrern. Das Vorwort hat kein Geringerer als Ralph Diseviscourt verfasst, der sich zu seiner Luxemburger Heimat als einem „versteckten Paradies für Fahrradliebhaber“ bekennt und zahlreiche gute Gründe nennt, „sich aufs Fahrrad zu schwingen, vor allem auch in Luxemburg mit all den Vorzügen“. Die Sportpsychologin und Mentaltrainerin Marie Lanners erklärt in ihrem Beitrag, wie man „die eigene Motivation, um auf das Fahrrad zu steigen, ankurbeln“ kann. Und Jacques Mehlen, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurg und Sportmediziner, erläutert die verschiedenen Vorzüge des Radfahrens aus medizinischer Sicht.

Aber vor allem ist es Rom Helbach selbst, dem es mit seiner fotografischen Bildsprache gelingt, dem Leser die Liebe zum Radfahren näher zu bringen. Er hat den Band in insgesamt 30 Touren eingeteilt, geeignet für verschiedene Fahrradtypen und unterschiedlich lang, angefangen mit einer Sightseeing Tour durch die Hauptstadt, dann übers Land in die sechs geografischen Regionen. Warum denn in die Ferne schweifen, wenn selbst hierzulande beim Fotografen „ein Hauch von Toskana-Flair“ aufkommt, wenn eine der zahlreichen Freizeitradgruppen vorbei an Pappelreihen durch den Roeserbann fährt?

Von klein auf hat er seinen Vater zu internationalen Rennen begleitet.

K29-6P-F91A4630-KopieAuf die Hausrunde begibt er sich in die Nähe seines Wohnorts Aspelt. Von klein auf hat er seinen Vater zu internationalen Rennen begleitet. Dieser machte ihn mit Größen des Sports wie Eddy Merckx und Bernard Hinault bekannt. Schon als Jugendlicher habe er eigentlich Fotograf werden wollen, erklärt der heute 61-Jährige. Aber er entschied sich für eine Bank-Karriere. Nach der Bankenkrise habe er in den Spiegel geschaut, erzählt er, und sich gefragt: „Bist du das wirklich noch? Ist das dein wahres Leben?“ Die Antwort sei schon längst „tief in mir drinnen“ gewesen, sagt Helbach. So beschloss er, fortan nur noch das zu tun, „was mir Spaß macht und mir etwas bedeutet“. Das Abenteuer als freischaffender Fotograf, spezialisiert auf Sport und Outdoor, nahm seinen Anfang. Die Freiheitsliebe und Wissbegier ist dem fotografischen Werk des Familienvaters – sein Sohn ist 18 Jahre alt – genauso anzusehen wie die ausgesprochene Professionalität und die Reiselust. Von der Tour de France zum Giro d’Italia, von den europäischen Klassikern bis zum schon genannten legendären „Race Across America“ – Rom Helbach ist ein radsportbegeisterter Globetrotter.

Für „Letz Bike“ hat er eine stattliche Anzahl von Profis und Spitzensportlern – von Bob Haller sowie Laurent und Lex Reichling bis Elise Maes und Anne-Sophie Harsch – sowie ambitionierten Cliquen von Freizeitfahrern zusammengetrommelt und sie durchs ganze Land begleitet. Der logistische und zeitliche Aufwand war beträchtlich – und hat sich, wie am Resultat zu sehen ist, mehr als gelohnt. Highlights sind der „Mëllerdall-Trip“ und „Echternach XXL“, aber auch „Welcome to Dizzyland“, wo Ralph Diseviscourt zwei Strecken zusammengestellt hat. Zuletzt geht es ins Minett. „Back to the roots“ nennt er das Kapitel. Eine Portion Nostalgie gehöre eben dazu, so der Autor. Mit diesen Worten schließt er das Buch ab. Dazwischen gibt es „Family Fun“, eine Radtour für die ganze Familie, eine „Wellness Tour“ und „Taste on Wheels“ ebenso wie ein „Musel XXL“ durch die Weinberge von Schengen nach Mertert, oder „My favorite Bike Spots“ von Mike McQuaide, dem „American in Luxembourg“.

Die Fotos sind im Sommer vergangenen Jahres entstanden. In dem Buch sind nicht nur Karten, genaue Kilometerangaben und Höhenprofile, sondern auch QR-Codes, GPS-Daten, um sie ins Smartphone einzugeben, und ein Link zum GPX Download der einzelnen Touren. Die Texte sind zweisprachig auf Deutsch und Französisch. Dies alles ergibt ein potenzielles Standardwerk, ein Muss für jeden Radsportfan und Freizeitfahrer hierzulande und für jene, die es noch werden wollen.*

Fotos: Rom Helbach

LETZ-BIKE-Cover-Kopie

*„Letz Bike“ ist über Letzshop zu erhalten:
https://letzshop.lu/romdeluxe

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

Author: Martine Decker

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