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Paul Kirps

Den meisten wird der Grafiker als Maschinenbauer bekannt sein, der aus alten Haushaltsgeräten skurrile Kunstwerke schafft. Dass er zudem ein begnadeter Maler ist, beweist die aktuelle Ausstellung „Signals“ in der Galerie l’Indépendance.

Werke von Paul Kirps befinden sich in den Sammlungen des MoMa in New York, des Museums für Gestaltung in Zürich und des Mudam in Luxemburg – umso verwunderlicher ist es, dass der 1969 geborene Künstler hierzulande noch keine umfassende Einzelausstellung in seiner Heimat gehabt hat. Bis jetzt jedenfalls. Vielleicht liegt es daran, dass sein künstlerisches Universum zum Teil recht „speziell“ ist, vielleicht ist es aber auch reiner Zufall. Wie dem auch sei, mit der Ausstellung „Signals“ beweist Paul Kirps nicht nur, wie spannend es sein kann, sich auf ironische Weise mit Verpackungen von Tablettenschachteln, der Benutzeroberfläche von Hifi-Anlagen oder dem Logo einer bekannten Industrieklebermarke auseinanderzusetzen. So entstehen Kompositionen, die in ihrer Ästhetik bizarr und gleichzeitig vertraut anmuten. Die Ausstellung in der Galerie L’Indépendance, mit welcher die BIL den 25. Jahrestag ihres Geschäftssitzes feiert, ist in drei Teile gegliedert: Gemälde, numerische Grafiken und Objekte, die den Designformen der Jahrhundertwende gewidmet sind. Kunstkritiker Claude Moyen, der den Künstler in seinem Atelier in Bonneweg besuchte, wird überrascht gewesen sein, dass ein Raum fast leer steht, während in dem anderen zwei Computer thronen. Sie archivieren Paul Kirps‘ digitalen Bilderatlas, der Ordnung ins Chaos der Zeichen und Dinge bringen soll, mit denen man täglich konfrontiert wird. Bereits im 20. Jahrhundert hatte der Kunsthistoriker Aby Warburg die Erstellung eines Bilderatlasses in Angriff genommen: Ziel des Projektes „Mnemosyne“ (so heißt die griechische Schutzgöttin des Gedächtnisses) war es, mit Hilfe von Bildern das vielfältige Weiterleben der Antike in der europäischen Kultur anschaulich zu machen. Dasselbe will Paul Kirps mit seiner Kunst erreichen.

Bis zum 14. Januar in der Galerie L’Indépendance, www.paulkirps.com

Gabrielle Seil

Journalistin

Ressort: Kultur

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Author: Philippe Reuter

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