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Potz Blitz! – Opel Corsa OPC

Die fünfte Generation des Opel Corsa tritt an mit, als Speerspitze, dem OPC, der ganz zu Anfang den Namen GSI trug und ab 1988 mit 101 PS die Fokuhila-Matten ganz böse in Wallung brachte. Heute kommt er immer noch mit drei Türen, dafür allerdings leistet er jetzt 207 PS, die er via eine völlig neu berechnete manuelle Sechsgangschaltung auf die Sportgummis von Michelin abgibt.

Fotos: Opel

Hier ist einiges an Rennsporterfahrung in die Serie eingeflossen, dixit Volker Strycek, erster DTM-Champion und mittlerweile Chef im Opel Performance Centre.

Serie im OPC sind unter anderem Gurtvorspanner vorne, beheizbare elektrische Außenspiegel, eine Berganfahrhilfe – die man wohl nicht braucht, denn der OPC wurde mit einem schönen altmodischen Handbremshebel für Männerarme ausgestattet, und nicht etwa mit einer elektronischen Feststellbremse –, eine Reifendruckkontrolle, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Sportsitze von Recaro und dann natürlich – Licht aus, wumm, Spott an! – ein Dachspoiler. Der ist als Serienspoiler dezent klein und massiv auf dem Dach aufliegend, als Sportausgabe der Pommestheke aber höher angesetzt und steht dann auf Stelzen, so dass man unten drunter durchgucken kann.

Vorne und an der Seite befinden sich natürlich auch Schürzen, die den sportlichen Anspruch grafisch eindrucksvoll aber eben nicht übertrieben Eindruck schindend zementieren. Breite Lufteinlässe an der Frontschürze, ein Luftschlitz in der Motorhaube, dazu die neue Markenschnauze à la Opel Adam, mit ihren böse blinzelnden kleinen Augen. Eine Mini-Corvette, fürwahr.

Hier ist einiges an Rennsporterfahrung in die Serie eingeflossen.

Serie sind darüber hinaus Sportpedale aus Aluminium, 17-Zöller, ebenfalls aus Alu, und eine adaptive Dämpfung namens „Frequency Selective Damping“, welche das um 10 mm tiefer gelegte Fahrwerk gekonnt in Szene setzt. Und das Kräftemessen wird nicht einfach, denn hinter der ersten Kurve warten bereits die Konkurrenten VW Polo GTI, Skoda Fabia RS, Renault Clio RS und Ford Fiesta ST, um nur diese zu nennen.


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Was kann der OPC also, um in diesem Umfeld Paroli zu bieten? Da wären zum Beispiel ein resolut sportliches Interieur mit abgeflachtem Sportlenkrad, schönen Schalensitzen mit integrierter Kopfstütze von Recaro, einem ledernen Schaltknauf, der eine verbesserte und jetzt sehr knackige Sechsgangschaltung bedient, Alupedalerie und Instrumente, die förmlich nach Drehzahl gieren. Und dann ist da die doppelflutige Sportauspuffanlage von Remus, die – ich sage es jetzt einmal mit sehr viel Zärtlichkeit – diesen fiesen kleinen Drecksack von weitem bereits anmeldet, ohne jedoch jemals in tumben Krawall auszuarten. Hier, genau wie beim Design, ist es Opel gelungen, reelle Sportlichkeit zu untermalen, ohne wie in der Vergangenheit ins Reich der Hyperbel abzugleiten.

Pro / Contra

PRO

+ Eine Menge Bumms ab 2.500 U/min
+ Sportlicher Auftritt von A-Z
+ Satter, nicht aufdringlicher Klang
+ Straff aber nicht hart
+ Gute Schalensitze mit viel Halt

Contra

Navigations-Kuddelmuddel
Kein Kostverächter

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Technische Details - Corsa OPC 1.6 Turbo

1.598 cm3
152 kW/207 PS @5.800 U/min
245-280* Nm
@ 1.900-5.800 U/min
6,9 s 0-100 km/h
230 km/h

(*) Overboost

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Dann schaut man in den Rückspiegel und sieht die breiten Lufteinlässe und den schmalen Beatmungsschlitz in der Motorhaube, der allerdings eine Attrappe ist und gar keine Luft in den Filter oder die Kühlrippen schleust. Trotz Tieferlegung und Verbreiterung ist das Design unter dem Strich immer noch dezent für eine derartige Rennsemmel. Vorbei die Zeiten des prolligen „Voulte bien mais poufte pas“, jetzt sprechen ein erhöhtes Drehmoment, eine strammeres und dennoch komfortables Fahrwerk sowie, gegen 2.321 Euro Aufpreis, das optionale Opel Extreme Performance-Parket – der Name sagt alles – mit größeren Brembo-Bremsen, 18-Zöllern und einem Sperrdifferenzial, das Drexler für den Motorsport entwickelt hat.


Detail_Cockpit

Die Lenkung ist direkt, die Federung straff aber nicht hart, der Antritt sehr beherzt ab zirka 2.500 Umdrehungen. Der Corsa OPC ist eine ehrliche, zähe kleine Haut, die in diesem Segment keinen Konkurrenten zu fürchten braucht. Nur das vom Smartphone abhängige IntelliLink-System hat wieder einmal wenig beeindruckt. Die Opel-Mannen versuchten seine Schwächeanfälle mit einem zu oft bewegten Kabel wegzuinterpretieren, aber da man im „normalen Leben“ sein Smartphone ja auch nicht immobil im Auto liegen lässt, sondern das Kabel ein- und ausstöpselt, lassen wir diese Ausrede nicht gelten: IntelliLink mit seiner BringGo-App ist und bleibt einfach ein verbesserungsfähiges System. Es ist zwar nicht teurer, aber dafür ist es noch lange nicht preiswert.

Eric Netgen

Chefredakteur autorevue

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Author: Philippe Reuter

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