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Pour l’amour d’un renard

Wenn Franco Limosani auf Jagd geht, schultert er kein Gewehr, sondern seine Kamera. Seit Jahren zählen Füchse zu den Lieblingsmotiven des Naturfotografen, der nun einen neuen Bildband veröffentlicht hat. Zusammen mit Maryse Habran.

Foto: Franco Limosani

Die Geschichte, die Franco Limosani immer wieder gern erzählt, erinnert an einen Film von Luc Jacquet, der an einem wunderschönen Spätsommermorgen auf einer Lichtung im Wald spielt. Dort trifft ein neugieriges Mädchen auf einen jungen Fuchs. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft, welche das Leben und das Verständnis der kleinen Lila nachhaltig verändern wird. Laura, die eigene Tochter, ist gerade mal fünf Jahre alt, als
sie Bekanntschaft mit ihrem ersten wilden Tier macht. Am Rande eines Maisfelds legen sie und ihr Vater sich auf die Lauer. Franco Limosani weiß, dass sich junge Füchse in der Gegend herumtreiben. Tatsächlich taucht bald ein Tier auf. Ohne Furcht nähert es sich dem Kind. Laura spielt mit einer Schnur, der Fuchs versucht, das dünne Seil zu schnappen. Wie eine Katze. Zwei Stunden lang beobachtet Franco Limosani die beiden beim Spielen und hätte er nicht Dutzende Fotos von dieser wundervollen Begegnung gemacht, würde niemand ihm glauben, dass sie stattgefunden hat. Auf die Frage, was
ihn derart an „Maître Goupil“ interessiert, antwortet der Naturfotograf: „Der Fuchs ist ein außergewöhnlich intelligentes Tier, das seine Freiheit und seine Unabhängigkeit über alles liebt. Wer ihm begegnet, wird seinen Blick nicht so schnell wieder vergessen.“ Um ihn zu filmen oder zu fotografieren, braucht man Geduld – und auch etwas Ungeduld. Denn man muss in jedem Augenblick darauf gefasst sein, dass die Action abgeht. Auch wenn dieser Moment erst Tage später eintrifft. Für den Bildband „Pour l’amour d’un renard“ hat sich Franco Limosani die Komplizenschaft der Autorin Maryse Habran gesichert.

Erschienen bei Weyrich Edition, 29 Euro.

Gabrielle Seil

Journalistin

Ressort: Kultur

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Author: Philippe Reuter

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