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Quadratisch, praktisch, gut

Vier Jahre nach seinem ersten Auftritt wurde der Kia Soul einer Schönheitsoperation unterzogen. Nun sieht der coole Kasten aus Korea nicht nur besser aus, sondern fährt sich auch entspannter. (Foto: Ute Metzger)

Abschiednehmen tut weh. Mal weniger, mal mehr. Zwar haben der neue Kia Soul und ich uns nur drei Tage gekannt, aber da es Liebe auf den ersten Blick war, fiel die Trennung ziemlich schwer. Was ich fast am meisten vermisse, ist die freundliche Begrüßung beim Ein- und das heitere „Auf Wiedersehen“ beim Aussteigen. Maschinen, die „sprechen“ können, haben schon immer eine magische Wirkung auf mich gehabt. Allerdings hat der koreanische „Toaster auf Rädern“ noch einiges mehr zu bieten.

Riesige Fenster, die das Draußen übersichtlicher machen, zum Beispiel. Oder das einfach zu bedienende Navigationssystem, das einen spaßeshalber dazu verlockt, einen anderen Weg als den angezeigten einzuschlagen. Vor allem aber ist es dieses Gefühl von Sicherheit, das einem der geräumige Crossover vermittelt und das längere Strecken zum Fahrvergnügen macht. Weil man sich von der gewöhnlichen Hektik im Straßenverkehr abgeschirmt fühlt. Dazu kommt die verbesserte Federung, die sich auf Feldwegen und schlampig geteertem Asphalt bezahlt macht. Fehlt bloß noch die passende Musik zum Relaxen. „Quiet Nights“ von Diana Krall ist geradezu perfekt.

Die Daten

Leistung: Ottomotor: 132 PS / Diesel: 128 PS
Spitze: 180 km/h
Verbrauch: 5-6,5 l/100 km
CO2-Wert: 132-159 g/km
Preis: ab 17.800 Euro

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Rein optisch gesehen wird der Kia Soul trotz attraktiver zweifarbiger Lackierung und auffälliger LED-Rückleuchten nicht unbedingt eine Miss-Wahl gewinnen, doch einen Ehrenplatz hat er sicher. Dafür sorgen im Innenraum die „frei schwebenden“ Lautsprecher-Membrane, die nahtlos in die Lüftung eingefasst sind, sowie das deutlich schicker gestaltete Cockpit. Was den Laderaum betrifft, hätte ich mir gewünscht, dass Weihnachten in diesem Jahr vorverlegt wird und ich meinen IKEA-Geschenkgutschein für neue Billy-Regale sofort hätte einlösen können. Das Ein- und Ausladen wäre aufgrund der riesigen Ablagefläche jedenfalls praktisch gewesen.

Selbstverständlich gibt es ebenfalls Komfortextras: beheizbares Lenkrad, klimatisierte Sitze, Internetradio, Online-Zugriff auf Datenbanken für Spritpreise, zweifarbige Lederpolster… Schnickschnack halt, auf den man eigentlich verzichten könnte, der letztendlich allerdings immer mehr an Wertschätzung gewinnt. Leider, denn wäre der Kia Soul ein klappriger und unattraktiver Geländewagen, der sich kaum von anderen Wagen seiner Art unterscheidet, hätte ich mich ohne Herzschmerz von ihm trennen können. Und dann meinte auch noch ein Passant: „Passt gut zu Ihnen.“ Ob es an meinem Mantel, meiner kantigen Brille oder meiner guten Laune gelegen hat, keine Ahnung.

Kia-Soul-Cockpit

Gabrielle Seil

Journalistin

Ressort: Kultur

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Author: Philippe Reuter

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