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Rudolf Kowalski

Eines der bekanntesten Fernseh-Gesichter Deutschlands kommt nach Luxemburg, um in Frank Hoffmanns Inszenierung von „Heinrich IV.“ die Titelrolle zu übernehmen. Ein besonderer Event.

Ein Mann, gekleidet wie Heinrich IV., stürzt bei einem Maskenzug vom Pferd und hält sich fortan für den deutschen Kaiser. 20 Jahre lebt er in diesem Wahn, und die Menschen, mit denen er zu tun hat, müssen in seiner Welt mitspielen. Dabei ist der „Verrückte“ längst wieder geheilt, verharrt indes bewusst in der Rolle des Wahnsinnigen. Am Ende hat er sich derart heillos darin verheddert, dass es kein Zurück mehr gibt. „Heinrich IV.“ gilt als das Meisterwerk des 1867 geborenen Literaturnobelpreisträgers Luigi Pirandello, und das Tragische daran ist, dass die Komödie in der Realität wurzelt: 20 Jahre lang richtet der Autor sein ganzes Leben danach aus, der paranoiden Eifersucht seiner psychisch schwer kranken Frau keine Nahrung zu geben, und während er seinen Ehealltag akribisch in einem Tagebuch notiert, gärt es im Italien der 1920er Jahre wie sonst in keinem anderen Land. Neue Möglichkeiten der Zukunft stehen bereits im Raum, doch die Gesellschaft ist wie festgehalten. Bis Mussolini mit seinen großen Theatergesten auf die Bühne tritt. Genau hier setzt die Inszenierung von Frank Hoffmann an. Dass für die Titelrolle nur ein außergewöhnlicher Schauspieler in Frage kommt, versteht sich von selbst. Rudolf Kowalski ist der richtige Mann. Die meisten kennen ihn als charismatischen TV-Kommissar Stolberg, langjährigen Lebensgefährten von Bella Block und als Staubsaugervertreter in einem zum Kult gewordenen Loriot-Sketch , nur wenige wissen, dass er vor und auch während seiner Fernsehkarriere Theater gespielt und inszeniert hat. Sein eher ruhiges Spiel muss Frank Hoffmann gereizt haben, ihn in die Haut eines größenwahnsinnigen Faschistenführers zu stecken. Doch das Wagnis hat sich gelohnt. In weiteren Rollen: Marc Baum, Nickel Bösenberg, Josiane Peiffer u.v.m.

Am 7. & 8. Oktober um 20 Uhr im GTVL. Eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn gibt Simone Beck eine Einführung zum Stück.

Gabrielle Seil

Journalistin

Ressort: Kultur

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Author: Philippe Reuter

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