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September der Freiheit

„D’Amerikaner sinn do!“ Die US-Soldaten vertreiben in wenigen Tagen die deutschen Truppen. 70 Jahre später folgt ihnen die revue mit Originalfahrzeugen.

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Jubelnde Luxemburger: Begeistert feiert die Bevölkerung in der Hauptstadt die Befreiung durch die Amerikaner. Foto: Tony Krier

Es ist der 9. September 1944. Die amerikanische Truppe des Combat Command A passiert bei Petingen die belgisch-luxemburgische Grenze. Kurz nach elf Uhr rollt ein US-Panzerspähwagen in Richtung Gemeindezentrum bis zu einer improvisierten Sperre. Die deutschen Pioniere nehmen mit ihrer Panzerabwehrkanone das Fahrzeug ins Visier. Der Schuss ist ein Volltreffer. Der Second Lieutenant Hyman Josefson stirbt, die Amerikaner beklagen ihr erstes Todesopfer auf Luxemburger Boden. Petingen gedenkt regelmäßig diesem Ereignis, in diesem Jahr in Präsenz des Großherzogs Henri. In dem kurzen Gefecht wird ebenfalls ein deutscher Pionier erschossen. Nun ist der Weg für die Amerikaner frei.

Siebzig Jahre später fahren wir mit unserem kleinen Konvoi der US-Armee – ein Willys- und ein Ford-Jeep sowie ein GMC-Lastwagen – zur Ortsausfahrt von Athus. Am Steuer – gekleidet in Originaluniformen – sind Remy Eiffes aus Putscheid, Daniel Reiland aus Hosingen sowie Marc Vezin aus Echternach. Die drei Sammler von Militaria haben eigens ihre Fahrzeuge zu Verfügung gestellt. Mit ihnen macht sich die revue auf den Weg, um die Originalschauplätze von vor 70 Jahren aufzusuchen. Übrigens haben sich einige Sammler von historischen Militärfahrzeugen im Verein Quadriga Luxemburg zusammengeschlossen.

Unser erster Halt führt uns nach Linger zum Square Hyman Josefson, wo ein US-Panzerspähwagen des Typs M8 steht. Das Modell entspricht jenem, das beim Grenzübertritt von den Deutschen zerstört wurde. Der amerikanische Vorstoß geht schließlich weiter nach Niederkerschen.

Spurensuche ab Petingen: Remy Eiffes, Daniel Reiland, die revue-Journalisten Stefan Kunzmann und Jean-Michel Wirtz, sowie Marc Velzin (v.l.n.r) folgen dem Weg der amerikanischen Soldaten. Foto: Christophe Olinger

Spurensuche ab Petingen: Remy Eiffes, Daniel Reiland, die revue-Journalisten Stefan Kunzmann und Jean-Michel Wirtz, sowie Marc Velzin (v.l.n.r) folgen dem Weg der amerikanischen Soldaten. Foto: Christophe Olinger

Plötzlich wird Prinz Felix in der Wagenkolonne erkannt. Zur feierlichen Begrüßung lädt die Bevölkerung ihn auf einen „Humpen“ Bofferding-Bier ein. Was liegt näher, als es dem Prinzen gleichzutun und in einer nahen Kneipe Bier zu ordern.

Kriegsfolgen: In Bonneweg zieht die Bevölkerung durch die zerstörten Strassen bis zur Kirche des Stadtviertels.

Kriegsfolgen: In Bonneweg zieht die Bevölkerung durch die zerstörten Strassen bis zur Kirche des Stadtviertels.

In der Nähe von Dippach kommt es am 9. September 1944 zu einem Panzergefecht. Die Amerikaner wollen sich die Straße in Richtung Hauptstadt freikämpfen. Die Deutschen versuchen sie um jeden Preis zum Stehen zu bringen. Ihre Panzer beziehen Stellung zu beiden Seiten der Landstraße. 70 Jahre später erinnert nur ein unscheinbares Denkmal an einem Parkplatz an dieses Ereignis. Unsere Fahrt geht weiter. Die Sonne scheint, so dass Eiffes und Reiland die Verdecke ihrer beiden Fahrzeuge abnehmen. Da die Jeeps keine Türen haben, bläst uns der kühle Fahrtwind um die Ohren. Wir fahren mit etwa 50 Stundenkilometern. „Eine höhere Geschwindigkeit sollten wir den 70 Jahre alten Motoren nicht zumuten“, sagt der 31 Jahre junge Polizist Reiland aus Hosingen.

„Soldaten“ in historischen Uniformen mit ihren Gewehren im Anschlag – wann gibt es das schon zu sehen?

Foto: Christophe Olinger

Foto: Christophe Olinger

Auch am Tag der Befreiung der Hauptstadt, dem 10. September 1944, scheint die Sonne. Bei Merl kommt es zu einem heftigen Maschinengewehrfeuer. Die Amerikaner lassen sich nicht aufhalten. Ihre Panzer und Jeeps rollen über die Route de Longwy – später die Route du X Septembre – in die Hauptstadt und kommen am Boulevard Royal gegenüber der Aldringerschule zum Stehen.

Die alliierten Befreier werden hier von einer jubelnden Menschenmenge empfangen. Während der Unterdrückung durch die Nazis wurden Wehrpflicht und Reichsarbeitsdienst eingeführt, frankofone Namen mussten geändert werden und „Bonjour“ war durch „Heil Hitler“ ersetzt worden. Bürgermeister Gaston Diderich und Stadtrat Jemmy Koltz überreichen Prinz Felix einen Blumenstrauß. Der Prinz wird auf den Schultern zum Eingang des Cercle-Gebäudes getragen. Dort überbringt er vom Balkon aus die Grüße der Großherzogin. Gegen 17 Uhr hält Erbprinz Jean – in der Leutnantsuniform der Irish Guards – in einem Jeep auf dem Knuedler. Zusammen mit Prinz Felix tritt er im Rathaus an das Fenster und wird mit stürmischen Ovationen empfangen.
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70 Jahre danach: Bis auf die Spitze des MUDAM im Hintergrund haben sich die “Dräi Eechelen” äusserlich nicht wesentlich verändert.
Foto: Christophe Olinger

Unser Konvoi rollt nun durch die Hauptstadt. Wir legen eine Fotopause vor dem Arbed-Gebäude am Rosengärtchen ein – an der Avenue de la Liberté, früher die Adolf-Hitler-Straße – und kurz danach vor dem Hauptsitz der Spuerkeess. Dann geht es an der Gëlle Frau vorbei, wo wir freudig von asiatischen Touristengruppen empfangen werden. Sie winken und rufen – fast wie die Stadtbewohner vor 70 Jahren. Als wir an der Ecke Rue Sigefroi und Rue de l´Eau stehen bleiben und vor der Église St. Michel eine Gefechtsszene nachstellen, halten ebenfalls zahlreiche Touristen und zücken begeistert ihre Smartphones. „Soldaten“ in historischen Uniformen der US-Armee mit ihren Gewehren im Anschlag – wann gibt es das schon zu sehen? Bei den Waffen handelt es sich übrigens um Attrappen.

Rückkehr: Stürmisch begrüssen die Luxemburger Prinz Jean auf dem "Knuedler". Foto: Tony Krier

Rückkehr: Stürmisch begrüssen die Luxemburger Prinz Jean auf dem “Knuedler”. Foto: Tony Krier

Vor 70 Jahren rollte eine ganze Panzerkompanie der Amerikaner in Richtung Flughafen. Dagegen nehmen wir mit unserem kleinen Konvoi vorlieb und legen in der Mittagssonne einen Zwischenstopp auf den Dräi Eechelen ein. „Manchmal fahre ich im Jeep zum McDonald’s“, erzählt der 46-Jährige Eiffes, der beim Minenräumdienst der Luxemburger Armee tätig ist.

Im Laufe des Nachmittags des 10. September 1944 kämpft die US-Armee die Ostausgänge der Hauptstadt frei. Dabei werden Artillerie, Jagdbomber und Bazooka-Einheiten eingesetzt. Diese Soldaten werden später den Osten des Landes befreien. Derweil fährt das von Ell kommende Combat Command R in Richtung Mersch. Zwei deutsche Soldaten auf einem Motorrad mit Seitenwagen werden von einem US-Jeep überrascht und richten ihre Maschinengewehre auf die anrückenden Amerikaner. Daraufhin werden sie erschossen. Die Deutschen haben die Straßenbrücke über die Alzette gesprengt. Sie zerstören systematisch auch alle Alzettebrücken in Eich, Dommeldingen und Walferdingen. Nur eine Alternative bietet sich in Mersch an: über die Eisenbahnbrücke im Ortsteil Berschbach. Es kommt zu einem mehrere Stunden andauernden Scharmützel.

Wiedererkennungswert: Der markante Turm der "Spuerkees" war bereits in den 40er Jahren ein beliebtes Fotomotiv. Fotos: Tony Krier und Christophe Olinger

Wiedererkennungswert: Der markante Turm der “Spuerkees” war bereits in den 40er Jahren ein beliebtes Fotomotiv.
Fotos: Tony Krier und Christophe Olinger

Fast keine amerikanischen Berichte gibt es aus den Industriestädten im Süden. Den US-Truppen sind die Einnahme der Hauptstadt sowie der Brückenköpfe von Thionville und Metz wichtiger. Der Süden wird nahezu kampflos befreit. In Esch trifft am 10. September ein Jeep mit nur drei Amerikanern ein, die die technischen Einrichtungen im Postamt überprüfen sollen. Auf dem Differdinger Marktplatz wird auf Wunsch der Behörden und zur Beruhigung der Bevölkerung ein Panzer für eine Nacht abgestellt. Nach einer Bitte der Einwohner in Düdelingen fahren acht US-Jeeps durch die Ortschaft, ehe sie kurz danach nach Frankreich zurückkehren.

Befreiung: Prinz Jean und Prinz Felix zeigen sich der Bevölkerung am 10. September 1944 im Rathaus auf dem "Knuedler". Foto: Tony Krier

Befreiung: Prinz Jean und Prinz Felix zeigen sich der Bevölkerung am 10. September 1944 im Rathaus auf dem “Knuedler”. Foto: Tony Krier

Wir folgen den Amerikanern jetzt weiter nach Diekirch. Am 11. September nehmen sie diese Ortschaft kampflos ein. Ihr Weg führt über die Eisenbahnbrücke, da die Straßenbrücke beim Rückzug der Deutschen gesprengt wurde. An der Kreuzung Avenue de la Gare/Rue de Stavelot werden sie von der freudigen Bevölkerung umringt. Wir fahren mit unseren beiden Jeeps und einer Harley-Davidson WLA auf die Place de la Libération. Die Passanten zeigen ein großes Interesse an den Militärfahrzeugen. „Ich habe ein Faible für solche alten Motorräder“, sagt ein Diekircher. Einige nutzen die Gelegenheit, um einen Blick ins Innere der Jeeps zu werfen. Vorbei am nationalen Museum für Militärgeschichte geht es weiter Richtung Norden. Es fängt an zu regnen. Die Scheibenwischer in den Jeeps werden von Hand bedient, im Lastwagen funktionieren sie mit Unterdruck. „Aber wenn ich Gas gebe, steigt der Druck und sie bleiben stehen“, lacht der 46-jährige Gemeindebeamte Vezin aus Echternach. In Stolzemburg machen wir Halt auf der Brücke nach Deutschland. Am 11. September 1944 überquert hier Sergeant W. Holzinger die Our und betritt als erster US-Soldat deutschen Boden. Fünf Tage später fällt er bei den Kämpfen um Wallendorf.

Der Norden des Landes wird von der 28. US-Infanteriedivision befreit. In Wiltz fahren die Befreier durch die Groussgaass. Nach einiger Suche finden wir die auf den alten Fotos abgebildeten Häuser. In Ulflingen in der Rue d’Asselborn überreicht ein kleiner Junge namens Jean Barbel den vorbeimarschierenden Soldaten Blumen. Mit der einsetzenden Dämmerung beenden wir unseren Streifzug auf den Spuren der Befreier.

Festlicher Empfang: In Lintgen wird ein Willkommenstor errichtet, wo sich heute das Gemeindehaus befindet. Fotos: MNHM und Christophe Olinger

Festlicher Empfang: In Lintgen wird ein Willkommenstor errichtet, wo sich heute das Gemeindehaus befindet.
Fotos: MNHM und Christophe Olinger

 

„Alle haben verloren“

Nach seiner Flucht aus der Wehrmacht versteckt sich der heute 92-jährige Victor Fischbach über ein Jahr lang in der Pfaffenthaler Kirche. Beinahe wird er von der Gestapo gefasst.
Bei der Befreiung des Landes trifft er den zukünftigen Großherzog.

Gegen ihren Willen verlassen 236 junge Luxemburger am 7. Oktober 1942 ihre Heimat. Victor Fischbach, damals 20 Jahre alt, ist einer von ihnen. Die Bahnfahrt geht nach Peenemünde auf der deutschen Ostseeinsel Usedom. Hier sollen die jungen Luxemburger ihren Reichsarbeitsdienst leisten. „Von heute an weiß niemand mehr, wo ihr seid“, sagt der Oberleutnant bei ihrer Ankunft. „In Peenemünde haben wir Gräben ausgehoben, in die am nächsten Tag Kabel gezogen wurden“, erinnert sich Fischbach. Öfters erlebt er, wie mit einem „ohrenbetäubenden Geräusch und unter starker Rauchentwicklung, ein zigarrenähnlicher Flugkörper“ in den Himmel steigt. Erst später wird Fischbach von den Raketen V1 und V2 hören.

Von Ende 1942 bis Anfang April 1943 wird Fischbach in Ausbildungs- und Arbeitsdienstlagern eingesetzt, ehe er zurück nach Luxemburg kommt. Bereits eine Woche später kommt der Stellungsbefehl für die Infanterie-Pioniere. Dort lernt er, wie man Bunker angreift, Panzer knackt und schwere Stahlbrücken sprengt. Viel Zeit verbringt er mit René Schiltz. Schließlich sind es die Schwestern der beiden, die sie überzeugen, zu desertieren. Während ihres Urlaubs im August 1943 werden sie vom Pfarrer Jean-Pierre Ries im Dach der Pfaffenthaler Kirche versteckt.

„ Die Jugend soll nie vergessen, welches Leid ein Krieg verursacht.“

Pap0037Der Weg zu ihrem Versteck führt über mehrere Leitern und Treppen. Fischbach und Schiltz kochen dort, die wenigen Eingeweihten versorgen sie mit Lebensmitteln. Die beiden beschäftigen sich mit Schreibarbeiten für den Pfarrer. „Mit Reißzwecken trugen wir die Truppenbewegungen auf großen Karten ein, die immer hoch aktuell waren, weil praktisch dauernd einer von uns BBC hörte. Am 17. Dezember 1943 durchsuchte die Gestapo die Kirche und das Pfarrhaus. Der Küster versuchte sie davon abzubringen, doch stieg er mit den zwei Beamten die Leitern hinauf. Plötzlich rief jemand: ‚Kommen Sie runter!‘ und die Gestapo zog bald wieder ab.“

Am 3. Januar 1944 kommt als dritter Refraktär Gaston Kerger hinzu, am 1. Juni folgen die Brüder Nikolaus und Emil Schaeffers und am 20. August Lucien Kraus. „Als im Pfaffenthal nicht mehr geschossen wurde, stürmten wir in die Oberstadt. Dort konnten wir noch einen verwundeten deutschen Soldaten in eine Klinik schaffen. Wir sahen Prinz Felix und Erbgroßherzog Jean ankommen, drückten ihnen die Hände und sahen, wie sie sich mit uns freuten. Aber der Krieg war noch lange nicht vorbei“, spielt Fischbach auf die Ardennenoffensive an.

„Alle haben damals verloren, auch die Sieger des zweiten Weltkrieges“, zieht Fischbach heute Bilanz. „Ich verstehe absolut nicht, wie sich 70 Jahre später noch immer Menschen gegenseitig umbringen können. Die Jugend soll nie vergessen, welches Leid ein Krieg verursacht.“

 

„Ein unbeschreibliches Gefühl“

490_0008_13517044_aloyse_schiltz_01Aloyse Schiltz war im Untergrund aktiv, bevor er 1941 über Frankreich, später nach England floh, wo er sich den „Forces Françaises Libres“ anschloss. Er kehrte mit der US-Armee zurück. Der 95-Jährige, nach dem Krieg Kommandant der Garde Grand-Ducale, erinnert sich.

Herr Schiltz, wie haben Sie sich gefühlt, als Sie wieder luxemburgischen Boden betraten?

Nach fast drei Jahren war ich endlich wieder in der Heimat. Ich war fortgegangen, weil es nicht mehr erträglich war. So nahm ich zusammen mit den Amerikanern an der Befreiung teil. Es war ein unbeschreibliches Gefühl.

Welche Aufgaben hatten Sie von den Amerikanern zugeteilt bekommen?

Die Amerikaner wunderten sich über meine englischen Sprachkenntnisse. Sie überredeten mich, meine Dienste der Aufklärungsabteilung der 5th Armored Division zur Verfügung zu stellen. Ich brauchte aber zuerst die Zustimmung meiner Vorgesetzten. Von nun an trug ich eine amerikanische Uniform mit den französischen Abzeichen eines „lieutenant“, dazu das „képi“. Zumeist trug ich aber einen US-Helm. Als wir am 10. September in der Hauptstadt ankamen, erhielt ich sofort den Auftrag, Kontakt zu ehemaligen Leuten der Stadtverwaltung aufzunehmen. Am späten Nachmittag des 11. September nahm ich an der Besetzung der Sendeanlagen von Radio Luxemburg in Junglinster teil. Mein Befehl lautete, durch Kontakte zur luxemburgischen Zivilbevölkerung Pläne und Skizzen über die Bunkeranlagen der Siegfriedlinie längs der Our und Sauer zu erhalten.

Was wussten Sie von Ihrem Bruder René?

Von einem Bekannten hatte ich erfahren, dass René bei der Wehrmacht desertiert war und sich in der Kirche in Pfaffenthal versteckt hielt.

Wie war es, als Sie ihm wieder begegneten?

Ich konnte es kaum glauben. Wahrhaftig, da stand er. Und bei „Dräi Eechelen“ waren die Deutschen.

a-schiltz-600Hatten Sie nicht Angst, die Mission könnte scheitern und die Deutschen könnten Luxemburg zurückerobern?

Die Gefahr hing immer in der Luft. Eine andere Mission bestand darin, Auskünfte über die Umgebung von Vianden mitzubringen. So fuhr ich mit einem US-Offizier über Diekirch nach Fouhren, wo sich ein Beobachtungsposten der Division befand. Vianden war nicht von unseren Truppen besetzt. Wir erhielten plötzlich deutsches MG- und Granatwerferfeuer. Am Abend des 13. September kam der Befehl, Wallendorf einzunehmen und somit die deutsche Westwallgrenze zu durchbrechen. Nach vier- bis fünfstündiger Artillerievorbereitung überquerten die Panzer und andere Fahrzeuge mit Infanterie am Morgen des 14. Septembers die Sauer. In Wallendorf hingen weiße Fahnen aus den Häusern. Während unseres Vormarschs ist kein Schuss gefallen. Erst am Abend erhielten wir unerwartet heftigen Beschuss aus Wallendorf. Allmählich flackerte der deutsche Widerstand auf, zunächst noch unorganisiert. Er steigerte sich dann aber zu regelrechen Gegenangriffen.

Die revue dankt dem Nationalen Museum für Militärgeschichte in Diekirch für die Zusammenarbeit und die Unterstützung.


Text: Jean-Michel Wirtz, Stefan Kunzmann

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Author: Georges Noesen

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