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So sweet!

Der zweifache Landesmeister im Grillen, Daniel Fischer, hat sich für revue vier himmlisch süße Sünden für den Grillrost ausgedacht, die bei Naschkatzen garantiert für ein unvergessliches Geschmackserlebnis sorgen werden.

Fotos: Georges Noesen

Seine Terrasse hat er in eine echte Außenküche verwandelt, ausgestattet mit hochwertigen Grillgeräten, von denen mir die meisten total unbekannt sind. Im Hintergrund grüne Wiesen soweit das Auge reicht. Nur in der Ferne ist eine kleine Gruppe von Kühen zu erkennen, die gemütlich vor sich hin grast. Keine Menschenseele weit und breit. Ein Plakat an der Wand gibt den Ton an: „Der du stehst im Garten. Geheiligt werde dein Feuer. Dein Qualm komme, dein Duft geschehe. Wie am Tag so auch bei Nacht.“ Als sei das Grillen seine Religion. Doch übertreiben wir nicht. Sicher ist, Daniel Fischer ist kein herkömmlicher Hobby-Brutzler. „Grillen ist für mich eine echte Herausforderung“, verrät er. „Es geht mir hauptsächlich darum, immer wieder neue kulinarische Kreationen auszuprobieren.“ Der 49-Jährige ist Präsident und Teamchef der „Taste Exploders“. Ein vierköpfiger Verein, der 2016 und 2019 die luxemburgische Grillmeisterschaft gewonnen hat. Dieses Event wird, seit 2014, von der „Lëtzebuerger Grill Federatioun A.s.b.l“ jedes Jahr in Bad Mondorf organisiert. Seine Leidenschaft fürs Grillen hat Daniel vor zwölf Jahren entdeckt. Allerdings nicht mit einem klassischen Holzkohle-Grill, sondern mit einem Monster aus Stahl, das mir in der Outdoor-Küche sofort aufgefallen ist. „Das ist ein Smoker“, erklärt mit der Grillmeister. „Sechs Millimeter dicker Stahl hat das Ding und es wiegt nicht weniger als 300 Kilo“. Im Internet wurde er damals auf das eigenartige Grillgerät, das besonders in den USA sehr verbreitet ist, aufmerksam.

„Es geht mir hauptsächlich darum, immer wieder neue kulinarische Kreationen auszuprobieren.“ Daniel Fischer, zweifacher Landesmeister im Grillen

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„Im Smoker werden die Speisen im heißem Rauch gegart oder geräuchert und liegen nicht direkt über der Glut oder dem Feuer“, erklärt er begeistert. „Das Feuer befindet sich in einer separaten Kammer und das Gargut in einer anderen. Die Garzeit beträgt mehrere Stunden und die Temperaturen sind niedriger als bei einem klassischen Grill. Sie liegen um die 100 bis 120 Grad.“ Gegrillt hatte Daniel Fischer vorher eigentlich nie. Ganz schön mutig, für einen Anfänger, sich einen 3.000 Euro teuren BBQ-Smoker anzulegen, das muss man schon zugeben. Denn leicht zu handhaben ist das Stahlmonster nicht. „Platz für Improvisation gibt es hier nicht“, betont der zweifache Landesmeister. „Ein gewisses Fingerspitzengefühl muss man schon haben. Lässt man zum Beispiel zu viel Rauch in die Garkammer, verdirbt man den Geschmack des Fleisches.“

Neben dem Smoker fällt mir ein kleiner eiförmiger Grill aus Keramik auf. Auch hier muss mich der Grillmeister aufklären, denn niemals hätte ich geahnt, dass es sich hier um einen Grill japanischen Ursprungs handelt. „Ein Kamado“, verrät mir Daniel. „Das ist mein Lieblingsgerät“, betont er. Mit dem Keramikgrill ist fast nichts unmöglich. Grillen, braten oder räuchern, kaum ein Grill ist so vielseitig einsetzbar wie dieser. Ein anderer Vorteil ist die sehr präzise Temperaturreglung.

„Das ist noch längst nicht alles“, meint Daniel ganz stolz. „Im Keller habe ich auch noch einige Grillgeräte stehen.“ Vom Dutch Oven, der aussieht wie ein Topf, unter und auf den Kohlen gelegt werden, bis hin zum Pelletgrill, der mit Holzpellets funktioniert, und den Speisen durch den entstehenden heißen Rauch ein ganz spezielles Aroma verpassen. In seiner Außenküche ist Daniel das ganze Jahr über aktiv. „Dir Grillsaison geht bei mir vom 1. Januar bis zum 31. Dezember“, verrät er amüsiert. „Es ist eine regelrechte Entspannung, die mich vom alltäglichen Stress ablenkt.“

An Meisterschaften nimmt er nicht nur teil, um den ersten Platz des Siegertreppchens zu erreichen, sondern um das Publikum darauf aufmerksam zu machen, dass nicht nur Steaks und Bratwürste ihren Platz auf dem Rost verdient haben. Im Gegenteil. Ein qualitativ hohes Niveau sollte eigentlich keine Seltenheit sein.

„Es ist eine regelrechte Entspannung, die mich vom alltäglichen Stress ablenkt.“ Daniel Fischer, zweifacher Landesmeister im Grillen

„Es gibt solch eine große Vielfalt von Gerichten die sich auf dem Grill problemlos zubereiten lassen“, betont Daniel Fischer. „Ich finde es schade, wenn Leute sich ein teures Grillgerät anschaffen und sich eigentlich nicht bewusst sind, was sie damit wirklich vorbereiten können. Dasselbe gilt für die Qualität der Produkte, die sie verwenden. Lasst die Finger von Fertigprodukten und minderwertigem Fleisch, das billiger an der Kasse kostet, als eine Dose Hundefutter.“

Der Drang, seine Liebe für hochwertige Produkte und seine Leidenschaft für eine ambitionierte Grillkunst zu vermitteln, ist groß, aber sicherlich nicht verkehrt. Für unsere Leser hat sich der passionierte Grillmeister vier fruchtige und süße Desserts ausgedacht, die sich auf einem klassischen Holzkohle- oder Gasgrill relativ schnell ohne großen Aufwand zubereiten lassen. Auch geeignet für Anfänger.

Whiskey-Honig-Pfirsiche

Zutaten:
1 Zedernholzplanke
4 schöne Pfirsiche
175 ml Bourbon Whiskey
125 ml Honig
1 Prise Muskatnuss
1 Prise frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
15 ml frischer Limonen Saft
Vanilleeis oder/und Schlagsahne

Der Tipp vom Grillmeister: Um einen besseren Stand für die Früchte zu garantieren, so dass sie nicht umkippen, können Sie aus Alufolie einen kleinen Ring formen und die Früchte auf diesen Ring stellen.

Und immer daran denken: Den Grilldeckel nicht ganz aufmachen, sondern nur soweit wie nötig, damit die Hitze oben im Grill nicht ganz entweichen kann.

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Zubereitung:
– Das Räucherbrett mindestens 2-4 Stunden, oder am besten über Nacht, vor dem Grillen
in Wasser einweichen.

– Zuerst den Bourbon Whiskey mit dem Honig in einem kleinen Topf vermischen, eine Prise Muskatnuss und schwarzen Pfeffer hinzugeben. Bei mittlerer Hitze um die Hälfte reduzieren lassen. Dann abkühlen lassen.

– Die Pfirsiche halbieren und den Kern entfernen. Diese mit der Schnittseite nach oben in einer Schüssel anrichten und mit dem frischen Limonensaft bestreichen. Danach mit der reduzierten Bourbon-Honig-Mischung übergießen und für mindestens eine Stunde einziehen lassen.

– Das Zedernholzbrett bei direkter Hitze (ca. 180-200 Grad) für 3-4 Minuten auf den Grillrost legen und warten, bis es anfängt zu rauchen und zu knistern. Das Brett nun in die indirekte Zone legen und die marinierten Pfirsiche daraufstellen. Den Grilldeckel schließen. Die Pfirsiche für 4-6 Minuten im Grill lassen bis sie heiß und zart sind und die Ränder anfangen bräunlich zu werden.

– Die Pfirsiche vom Grill nehmen und auf einem Teller anrichten. Mit der Minze, einer Kugel Vanilleeis oder/und Schlagsahne garnieren und mit dem Rest der reduzierten Bourbon-Honig-Mischung übergießen.

Birne mit Blauschimmelkäse

Zutaten:
1 Zedernholzplanke
2 große Birnen
½ Tasse Walnüsse
50 g dunkler brauner Zucker
20 g Blauschimmelkäse (Roquefort, Bleu d’Auvergne, Gorgonzola usw.)
Porto

Der Tipp vom Grillmeister: Um einen besseren Stand für die Früchte zu garantieren, so dass sie nicht umkippen, können Sie aus Alufolie einen kleinen Ring formen und die Früchte auf diesen Ring stellen.

Und immer daran denken: Den Grilldeckel nicht ganz aufmachen, sondern nur soweit wie nötig, damit die Hitze oben im Grill nicht ganz entweichen kann.

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Zubereitung:
– Das Räucherbrett mindestens 2-4 Stunden, oder am besten über Nacht, vor dem Grillen in Wasser einweichen.

– Zuerst die Walnüsse auf einer Plancha oder in einer Pfanne anrösten, bis sie eine schöne bräunliche Farbe bekommen. Danach abkühlen lassen und im Mörser leicht anstoßen.

– Die Birnen der Länge nach halbieren, mit einem Kugelausstecher den Strunk mit den Kernen großzügig entfernen und mit der Schnittseite nach oben auf ein Tablett stellen. Die Birnen werden nun mit dem braunen Zucker bestreut. Dann den Blauschimmelkäse in die mit dem Kugelausstecher ausgehobene Mulde geben und mit 1-2 EL Porto übergießen.

– Das Zedernholzbrett bei direkter Hitze (ca.180-200 Grad) für 3-4 Minuten auf den Grillrost legen und warten, bis es anfängt zu rauchen und zu knistern. Das Brett nun in die indirekte Zone legen und die Birnen daraufstellen und den Grilldeckel schließen. Nun können Sie auch die Temperatur vom Grill auf 150-160 Grad reduzieren und die Birnen mit der Schnittseite nach oben auf das Brett stellen und für 10 Minuten auf dem Grill lassen, bis der Käse geschmolzen ist und die Birnen goldbraun sind.

– Dann die Birnen vom Grill nehmen, auf einem Teller anrichten und mit den gemörserten Nüssen bestreuen.

Grapefruit mit Grand Marnier von der Zedernholzplanke

Zutaten:
1 Zedernholzplanke
2 Grapefruits
20-30 ml Grand Marnier (je nach Gusto)
70 ml Honig
Vanilleeis

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Zubereitung:
– Das Räucherbrett mindestens 2-4 Stunden, oder am besten über Nacht, vor dem Grillen in Wasser einweichen.

– Die Grapefruit halbieren, so dass die einzelnen Segmente in der Hälfte durchtrennt werden, und mit einem Suppenlöffel das Fruchtfleisch vorsichtig von der Schale trennen und entnehmen. Hierbei ist es wichtig, dass die Schale der Grapefruit nicht durchstoßen wird. Dann das Fruchtfleisch in Stücke teilen und wieder in die Schale zurückgeben. Anschließend über jede Grapefruit je 1-2 Löffel Grand Marnier gießen und mit Honig bestreichen.

– Das Zedernholzbrett bei direkter Hitze (ca. 180-200 Grad) für 3-4 Minuten auf den Grillrost legen und warten, bis es anfängt zu rauchen und zu knistern. Das Brett dann in die indirekte Zone legen. Den Grilldeckel schließen. Nun können Sie auch die Temperatur vom Grill auf 150-160 Grad reduzieren und die Grapefruits mit der Schnittseite nach oben auf das Brett stellen und für 10 Minuten auf dem Grill lassen.

– Die Grapefruits vom Grill nehmen und noch einmal mit Grand Marnier übergießen. Auf einem Teller anrichten und schlussendlich noch eine Kugel Vanilleeis auf die Grapefruit legen.

Tipp vom Grillmeister: Um einen besseren Stand für die Früchte zu garantieren, so dass sie nicht umkippen, können Sie aus Alufolie einen kleinen
Ring formen und die Früchte auf diesen Ring stellen.

Und immer daran denken: Den Grilldeckel nicht
ganz aufmachen, sondern nur so weit wie nötig, damit die Hitze oben im Grill nicht ganz entweichen kann.

Marshmallow-Erdbeer-Spieße mit Minze

Zutaten:
12 Erdbeeren
12 Marshmallows
4 EL brauner Zucker
6 Blätter Pfefferminze
2 Tüten Brausepulver
Zahnstocher

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Zubereitung:
– Erdbeeren abwaschen und am Strunk flach abschneiden, so dass man sie mit der Spitze nach oben stellen kann. Dann die Marshmallows auf die Zahnstocher stechen und diese wiederum mit dem Zahnstocher auf die Spitze der Erdbeere stechen.

– Den Grill auf 250-260 Grad vorheizen.

– In der Zwischenzeit können Sie das Pulver vorbereiten:

– Pfefferminze zupfen und kleinschneiden. Den braunen Zucker mit der Pfefferminze im Mörser zerstoßen, dann das Brausepulver hinzugeben und das Ganze gut vermischen. Die Erdbeeren auf einem Tablett oder eine Grillmatte für 4 Minuten in den Grill stellen.

– Den Grilldeckel nicht ganz aufmachen, sondern nur soweit wie nötig, damit die Hitze oben im Grill nicht ganz entweichen kann (Oberhitze). Die Oberhitze ist wichtig, damit die Marshmallows sofort karamellisieren, wenn sie in den Grill kommen. Ist der Grill nicht heiß genug, schmelzen die Marshmallows und rutschen von den Erdbeeren runter.

– Wenn die Spieße fertig sind, nehmen Sie diese vom Grill und richten sie auf einem Teller an. Streuen Sie das vorbereitete Pulver großzügig darüber und garnieren Sie das Ganze mit ein paar Pfefferminzblättern.

Jérôme Beck

Journalist

Ressorts: Wissen, Lifestyle

Author: Martine Decker

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