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Sommerzeit, Kirschenzeit

Von Juni bis August schenkt uns die Natur einen ihrer begehrtesten Schätze: Die Kirschenzeit ist angebrochen. Frisch gepflückt sind die knackigen süßen Früchte ein leichter und unbeschwerter Gaumenschmaus, der auch bei der ärgsten Hitze schmeckt und für Erfrischung sorgt.

Fotos: Tim Reckmann, w.r.wagner (beide pixelio), Pixabay

Jeden Frühling, seit über tausend Jahren, wird in Japan die Kirschblüte mit dem Hanami-Fest gefeiert, zu dem mancherorts Tausende von Menschen strömen. Denn kein Baum wird im Land der aufgehenden Sonne so verehrt wie der Kirschbaum. Doch so wunderschön ihre üppigen Blüten auch sind – die japanische Kirsche trägt keine essbaren Früchte. Zum Glück müssen wir in unseren Breitengraden nicht auf die süßen Sommerfrüchte verzichten. Den Römern haben wir es zu verdanken, dass die aus Kleinasien stammende Süßkirsche im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung den Weg zunächst nach Rom, und von da nach Mittel- und Nordeuropa gefunden hat. Ihr lateinischer Name „cerasum“ leitet sich von der türkischen Hafenstadt Kerasos (heute: Giresun) ab. Inzwischen wird die Süßkirsche weltweit angebaut, der Großteil der Weltproduktion – vier Fünftel – stammt jedoch aus Europa.

Kirschen + Wasser = Bauchschmerzen?

An der Volksweisheit, nach dem Verzehr von Kirschen (oder anderem Steinobst) auf Wassertrinken zu verzichten, ist nicht viel dran. Denn wer Kirschen isst, kann höchstens durch Hefepilze auf der Schale Bauchschmerzen bekommen. Und auch das nur, wenn man ein ganzes Pfund oder mehr verspeist, denn normalerweise werden Keime von der Magensäure abgetötet. Bei größeren Mengen kann der Magen jedoch überfordert sein, so dass die Keime einen Gärungsprozess in Gang setzen, der zu den erwähnten Bauchschmerzen führt. Die Legende mit dem Wasser ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass dieses im Gegensatz zu heute viele Keime (u.a. Hefepilze) enthielt, die für die unangenehme Gärung im Bauch sorgten.

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Als Steinobst haben Kirschen einen kleinen festen Kern, mit dem Kinder – und jung gebliebene Erwachsene – nur allzu gern Weitspuck-Wettkämpfe austragen. Wer es manierlicher mag, kann den Kern vor dem Verzehr entfernen. Dass man den Kern auf keinen Fall verschlucken soll, da er sonst im Darm steckenbliebe, ist nichts weiter als ein Ammenmärchen. Ebenfalls ins Reich der unsinnigen Behauptungen gehört die lebensgefährliche Menge an Blausäure, die angeblich beim Zerbeißen des Kerns freigesetzt wird. Ein wenig ist zwar darin enthalten, jedoch in einer so geringen Menge, dass sie dem Körper nicht schadet. Stattdessen sind Kirschen äußerst gesund. Ob frisch verspeist oder zu Marmelade, Kompott oder Desserts verarbeitet, sie schmecken nicht nur lecker, sondern enthalten auch viele gesunde Vitamine und wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium. Zink begünstigt als Spurenelement den Hormonstoffwechsel und Anthozyane, wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, wirken Entzündungen entgegen und helfen, das Bindegewebe aufzubauen. Kalorien stecken hingegen kaum in Kirschen: 100 Gramm haben gerade einmal 52 kcal.

Sie schmecken nicht nur lecker, sondern enthalten auch viele gesunde Vitamine.

Rezept: Schwarzwälder Kirsch im Glas

Klassiker im handlichen Format: Wer keine Zeit oder Lust hat, eine ganze Schwarzwälder Kirschtorte zu backen, kann auf diese bequeme Variante zurückgreifen. Die kleinen Portionen verführen außerdem nicht dazu, zu viel auf einmal von dem leckeren Dessert zu verputzen.
Rezept_by_w.r.wagner_pixelio.de
für 4 Personen

Zutaten
300 g Süßkirschen
120 g Schokoladenbiskuit
80 g Mascarpone
400 ml Kirschsaft
1 Pck. Vanillezucker
2 Eiweiß
60 g weißer Zucker
40 g brauner Zucker
½ unbehandelte Zitrone
½ TL geriebene Orangenschale
1 Zimtstange
1 EL Speisestärke
40 g Schokoladenstreusel

Zubereitung
Die Kirschen waschen, entkernen und Stiele entfernen. Den Mascarpone mit zwei Dritteln des Vanillezuckers verrühren. Eiweiße mit dem weißen Zucker sehr steif schlagen und unter den Mascarpone heben. Zitronen abreiben und auspressen, dann den Abrieb und den Saft in die Mascarponemasse rühren. In einem Topf den braunen Zucker karamellisieren und mit dem Kirschsaft ablöschen. Zimtstange, restlichen Vanillezucker und Orangenabrieb dazugeben und alles einkochen lassen. Zimtstange entfernen, Speisestärke mit etwas kaltem Wasser anrühren und die Flüssigkeit damit binden. Kirschen hinzugeben, kurz aufkochen und abkühlen lassen. Biskuit in grobe Stücke zerbröseln. Vier Gläser schichtweise mit dem Biskuit, den Kirschen und dem Mascarpone füllen und abschließend mit Kirschen und Schokostreuseln garnieren.

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Kirschen gehören zu den beliebtesten Obstsorten und schmecken frisch vom Baum gepflückt nicht nur Kindern am besten. Die Saison dauert von Juni bis August, im Juli ist Haupterntezeit. Leider sind hochwertige Kirschen nicht ganz billig, da sie nicht maschinell, sondern per Hand geerntet werden. Bei Süß- oder Vogelkirschen unterscheidet man zwei Sorten: weichfleischige Herzkirschen und festfleischige Knorpelkirschen, deren Farbe von Hellrot bis Tiefschwarz reichen kann. Damit man beim Einkauf gute und frische Ware bekommt, sollte man darauf achten, dass die Kirschen einen geraden, geschmeidigen und noch grünen Stiel haben. Kirschen ohne Stiel sollte man besser liegen lassen, denn sie „bluten” gerne aus und werden trocken. Lange haltbar sind die süßen Früchte ohnehin nicht. Nach nur etwa zwei bis drei Tagen werden sie braun und matschig. Wer die frischen Kirschen nicht sofort verzehren kann oder will, kann sie – mit den Steinen – problemlos einfrieren. Sie lassen sich anschließend in gefrorenem Zustand für Kuchen, Aufläufe und andere Nachspeisen weiterverwenden. Zum Beispiel für unseren Schwarzwälder Kirsch im Glas…

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Author: Martine Decker

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