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Soul Calibur VI: In Bestform

Das siebte Opus der Soul-Serie ist eine mehr als gelungene Rückkehr zur Form, welche seit „Soul Calibur III“ vermisst wurde. Sechs lange Jahre nach dem Release von „Soul Calibur V“, das eher lauwarm serviert wurde, tritt die beliebte Kampfspielreihe wieder mit einem Erfolg an.

Genre: Kampfspiel  Studio & Publisher: Bandai Namco Entertainment  Termin: erhältlich  Plattform: PS4, Xbox One, PC, Preis: 62,99 €  Form: Disc & Download  Altersfreigabe: 16+

Das Kämpfen besteht immer noch aus simplen 3D-Bewegungen, horizontalen und vertikalen Schlägen, Fußtritten – und einer Taste, die ausschließlich zum Blocken dient. Kombos sind prominenter als in älteren Titeln der Reihe, sind aber meist relativ einfach auszuführen. In „Soul Calibur“ ging es immer mehr um Spacing, Timing und darum, sich verteidigen zu können, als zwölf verschiedene Tastenkombinationen zu lernen, um Kombos auszuführen. Und das bleibt auch im sechsten Teil unverändert.

Nichtsdestotrotz werden einige neue Mechaniken eingeführt. Mit „Reverse Edge“-Angriffen pariert man beispielsweise alle Angriffe mit einer einzigen Taste und löst anschließend eine Sequenz aus, in der beide Kämpfer angreifen. Zu diesem Zeitpunkt muss jeder Spieler die Wahl zwischen drei Angriffen treffen (horizontal, vertikal, Kick) und kann sich dadurch einen Vorteil im Kampf erzwingen. Das Ergebnis dieser Entscheidung wird nach dem Schere-Stein-Papier-System ermittelt.

Im Charakter-Editor kann man sich so richtig austoben.

Allgemein hat die Geschwindigkeit der Fighter wieder zugelegt und erinnert damit an den Klassiker „Soul Calibur II“.

Das Spiel beinhaltet 21 Kämpfer, darunter alte Bekannte wie Ivy, Kilik und Sophitia, aber auch zwei Neulinge (Groh und Azwel) sowie einen Gastcharakter (Geralt von Rivia, aus der sehr populären Witcher-Reihe). Allgemein hat die Geschwindigkeit der Fighter wieder zugelegt und erinnert damit an den Klassiker „Soul Calibur II“. Bis auf das Tempo spielen sich die alten Kämpfer zum Großteil wie gewohnt, haben aber hier und da einige Änderungen erhalten, die meist positiv ausfallen. Geralt fügt sich perfekt ins Raster ein und passt sowohl stilistisch, als auch vom Gameplay her ins Konzept, fast als wäre er hierfür erdacht worden. Ein DLC-Charakter ist in Person von Tira bereits erhältlich und 2B aus „Nier: Automata“ wurde bereits angekündigt. Leider haben es beliebte Protagonisten aus der Saga wie Cassandra, Lizardman, Hwang oder Hilde nicht in den sechsten Teil geschafft. Es ist aber nicht auszuschließen, dass noch einige Recken nachgereicht werden.

Grafisch ist das Game eher durchschnittlich. Die Figuren sind gut modelliert, die Texturen soweit in Ordnung. Wo das Herz dann doch etwas blutet, ist bei den diversen Arenen: Die Hintergründe sind schlichtweg unscharf und uninspiriert. Es wurde sich dafür entschieden, die Figuren in den Fokus zu stellen. Achtet man allerdings auf den Hintergrund, wird das recht schnell unangenehm. Die Zeiten, in denen „Soul Calibur“ mit seiner grafischen Qualität glänzen konnte, sind leider vorbei. An der „Unreal Engine“ wird es aber wohl kaum liegen, denn „Tekken 7“, das mit derselben Engine läuft, schneidet hier wesentlich besser ab.

Punkto Content ist man mit „Soul Calibur VI“ gut bedient. Mit zwei Story- und einem klassischen Arcade-Mode kann man sich soweit zufriedengeben. Leider fehlen immer noch frühere beliebte Modi im Multiplayer. Hier ist man limitiert und kann lediglich gegen einen KI-Gegner oder einen anderen Spieler antreten. Modi wie „Time Attack“ oder auch „Team Battles“ sind nicht mit von der Partie. Ein „Character Creator“ ist vorhanden und bietet quasi unendlich viele Möglichkeiten, um sich einen Fighter zu erstellen, der nur durch die eigene Fantasie limitiert ist. Online hat man die Auswahl zwischen Ranked und Casual Games. Bis auf wenige Ausnahmen waren die meisten Kämpfe lagfrei und das Netcode scheint robust zu sein.

Fazit: „Soul Calibur VI“ macht trotz kleiner Finesse-Fehler enormen Spaß. Sowohl Neueinsteiger, als auch Veteranen der Reihe werden hier ihr Glück finden. Es ist eine Rückkehr zur alten Form und man darf gespannt bleiben, ob die Kampfspielszene den Titel auf längere Dauer aufnehmen wird.

Text: Eric Vieira (We live Games)
Fotos: Bandai Namco Entertainment, Anne Lommel

Daniel Paulus meint dazu:
Mit gleich zwei (!) umfangreichen Storymodi, einer abwechslungsreichen und gut ausbalancierten Kämpferriege mitsamt richtig coolen Neuzugängen und Kameo-Auftritten, dem mittlerweile traditionellen Charakter-Editor, einem schnellen und zuverlässigen Online-Part und dem formidabel spielbaren Gameplay, kämpft sich „Soul Calibur 6” hoch auf den 3D-Kampfspiel-Thron dieser Gen. Lediglich die statische, fade Erzählweise der Stories, und die eher zweckmäßige denn glänzende Optik fallen negativ auf.

Fazit: 3, 2, 1, FIGHT!

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Author: Philippe Reuter

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