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Kleintierzüchter gehören zu Luxemburg wie das Amen in der Kirche. Wir haben diese spezielle Leidenschaft unter die Lupe genommen und uns bei ein paar der fast 4.000 Mitglieder des Verbandes umgeschaut. Mehr…
21.05.2013, 13:10 –
Luxemburg im Frühjahr 2013: Die SREL-Affäre schwelt seit Monaten. Regelmäßig kommen Details ans Tageslicht, die so brisant sind, dass kein Teppich groß genug ist, um sie drunter zu kehren. Mehr…
26.02.2012, 21:31 –
Der Fußballfan ist auf heimischen Plätzen ja nicht immer so verwöhnt. Sein liebstes Kind, die Bundesliga, boomt hingegen und lockt trotz hunderter Kilometer langer Anreisen zahlreiche Luxemburger.
Tom Ernst ist während der Saison zwiegespalten. Seine große Liebe ist der FC Bayern. Zum anderen ist da auch der FC Avenir Beggen, zu dem er sich von Kindesbeinen an hingezogen fühlt: „Bei mir begann das Fußballfieber, als mein Onkel mich zuerst mit nach Beggen und dann nach München nahm. Von da an war ich dem Fußball verfallen und ich bin bei fast jedem Heimspiel der Bayern dabei. Gibt mein Chef mir grünes Licht, dann hält mich nichts und ich fahre mit dem Bus gen Süden.“ Heute ist das kein Problem, da der Ball in Luxemburg in der (über-)langen Winterpause noch ruht. Um fünf Uhr, das Thermometer zeigt eine zweistellige Minustemperatur an, ist die Abfahrt zum Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Diese Wochenendtour übernimmt der erfahrene Busfahrer John Muschter gerne: „Ich bin in der glücklichen Lage, mein Hobby und meinen Beruf des Öfteren verbinden zu können. Als Bayernanhänger ist es für mich ein Vergnügen und keine lästige Pflicht, die Fans nach München zu bringen.“
Unter den 23 Fußballanhängern träumt der neunjährige Ben als Jüngster davon, einmal in die Fußstapfen seines Idols Mario Gomez schlüpfen zu können und übt als Poussin beim FC Biwer derweil fleißig. Mit dem 86-jährigen Georges ist der Älteste eigentlich gar kein Bayern-Fan. Der ehemalige Fußballer springt für den erkrankten Freund seines mitgereisten Enkels ein. Unter den vier weiblichen Fans ragt besonders Marianne Lentz heraus. Obwohl sie der einzige FCK-Fan an Bord ist, stört sie das nicht im Geringsten. Das Problem kennt sie mit ihrem Lebenspartner Fred Peitsch zur Genüge. Bei entscheidenden Spielen zieht sich der seit mehr als 40 Jahren eingefleischte Bayern-Fan deshalb freiwillig nach Hause oder zu Freunden zurück.
„Mir waren zwar haut fir d’éischt, awer bestëmmt net fir d’lescht hei.“ Pascale von Doellen und Sylvie Spiewak
Im Stadion selbst ist es an diesem Samstag bitter, bitter kalt und so finden Decken, Mützen und Schals reißenden Absatz. Auch Kaffee- und Glühweinverkäufer haben Hochkonjunktur. Am Spiel selbst können sich die Zuschauer eigentlich nur in der ersten Hälfte erwärmen. Mario Gomez und Thomas Müller sorgen früh für einen beruhigenden 2:0-Vorsprung, ansonsten hat das Spiel gegen die in der Offensive schwachen Lauterer nur wenig Höhepunkte. Die Bayern-Fans in der Nord- und Südkurve hält das allerdings nicht davon ab, während 90 Minuten ihre Schlachtrufe anzustimmen. Diese Stimmung sucht man in Luxemburg vergeblich. Es ist ein faszinierendes Gesangswechselspiel, so richtig nach dem Geschmack der Luxemburger Anhänger. Sylvie Spiewak und Pascale von Doellen, zwei Freundinnen aus Schoos, sind denn auch von ihrem ersten Besuch in einem Bundesliga-Tempel hellauf begeistert. „Es war einfach nur super, besonders die Stimmung im Stadion war toll, trotz der enormen Kälte, ein Genuss“, so Pascale, die zu Hause lediglich die Spiele ihres Sohnes Ben verfolgt.
Théid, der schon zum fünften Mal ein Spiel in der Allianz Arena verfolgt, ist vom Spektakel überwältigt. Anders als vor gut 40 Jahren, als er am 14. April 1971 auf dem Bökelberg sein erstes Bundesligaspiel erleben sollte. Sollte, denn vom Spiel selbst sah er damals nahezu nichts. Der Busfahrer hatte sich verfahren und so erreichten die Fans das Stadion nur wenige Minuten vor dem Anpfiff. Als Stehplatzbesucher sahen sie das runde Leder leider nur ab und zu beim Abstoß der Keeper. Dabei wurden Beckenbauer und Co aus Mönchengladbach mit 3:1 nach Hause geschickt. Damals fuhr Théid wie viele andere Luxemburger zu Spielen nach Mönchengladbach, Gelsenkirchen, Köln und beim weiten Weg nach München oft zu den 60er Löwen. Noch heute schwärmt er vom Siegtreffer eines Nico Braun in Diensten des FC Schalke 04 in der 90. Minute gegen Köln. An der Seite von Libuda, Fischer, Rüssmann, den Kremers Zwillingen sicherte „Nico, der Goldkopf“, wie die deutsche Presse über den Luxemburger Nationalspieler titelte, den ersten Bundesliga-Erfolg für Schalke in Köln.
Nach Spielschluss in der Arena gilt es, sich auf dem Weg zum Bus noch mit heißen Getränken und Würsten einzudecken. Binnen kürzester Zeit bahnt sich die Menschenmenge ihren Weg aus dem Stadion und strömt nach links zur U-Bahn-Station. Gegen diesen Strom kämpfen sich die 23 Luxemburger wie auch zahlreiche andere Busreisende aus allen Gegenden Deutschlands zum riesigen Parkplatz. Nach einem letzten Blick auf das rot erleuchtete Oval erreicht die Gruppe in einer knappen Stunde ihr Hotel und kann sich fürs Restprogramm des Wochenendes organisieren. Für Jim Rickal von Demy Cars sind die seit 2007 organisierten Reisen nach München längst Routine: „Die Fahrten zu den Bayernspielen sind ein fester Bestandteil unseres Programms und wir transportieren nahezu 1.000 Fußballbegeisterte pro Saison nach München. Zu Spitzenspielen fahren dann auch schon mal drei Busse in die Bayernmetropole. Allerdings wird es immer schwieriger, an die begehrten Tickets zu kommen, die uns zur Zeit ein guter Freund besorgt“, erzählt der 57-Jährige, der in der fußballlosen Zeit immer kribbelig wird. Auch der heimische Fußball lässt den gebürtigen Wiltzer nicht kalt. „Ich bin bei jedem Spiel meines Vereins Böwingen dabei. Auch zieht es mich zum FC Wiltz 71, sowie zu den Spielen der Jeunesse oder des F 91.“
Die Bundesliga übt seit jeher eine große Faszination auf die Luxemburger Fußballfans aus. Die Anhänger lassen sich die Liebe zu ihren Vereinen einiges kosten und bestreiten so manch ungewöhnliche Wege, um ihren Idolen nah zu sein. Hier sticht vor allem der 2006 gegründete Borussia Dortmund Fan-Club (www.bvb.lu) hervor. Seit 2011 ist der etwa 230 Mitglieder zählende Club sogar im Besitz eines eigenen Fan-Minibusses, der bei jedem Spiel zum Einsatz kommt.
Der FC Bayern München ist mit sieben Clubs vertreten, wovon zwei online zu finden sind: Der FC Bayern Fanclub Lëtzebuerg (www.fcbayern.lu) und der FC Bayern Fanclub Péiteng 2010 (www.fcbpet.lu). Die meisten Mitglieder zählen hingegen die seit 25 Jahren bestehenden Bayern Frënn Lëtzebuerg mit fast 600 Mitgliedern. Die Gladbacher Fohlen Lëtzebuerg (www.borussia.lu) mit rund 300 Mitgliedern sind die größte Borussia-Mönchengladbach-Fangemeinschaft. Zweimal ist auch der FC Schalke 04 in Luxemburg vertreten und unter (www.schalke.lu) geben die Schalke-Frënn Norden viele wissenswerte Infos zu den Knappen. Für den Hamburger SV zeichnen die HSV Fans Lëtzebuerg unter www.hsv-luxemburg.com zuständig. Die Fans des 1. FC Kaiserslautern „Betzepower Lëtzebuerg“ müssen für ihre Lieblinge weniger tippen (www.fck.lu) und weniger weit reisen. Auch dem Traditionsverein 1. FC Köln beweisen Luxemburger Fans als Geessebëck Frënn Lëtzebuerg (www.geessebeck-frenn.lu) ihre Treue.
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