Tunnelende?

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Entlastung für Prinz Jean, Anklage gegen zwei Polizisten, die Affäre «Bommeleeër» kommt in Bewegung.

Luxemburg atmet auf. Endlich, 22 Jahre nach dem letzten Anschlag, geschieht etwas Konkretes in der «Bommeleeër»-Affäre: gezielte Hausdurchsuchungen (als hätten die Täter nicht längst alle vermeintlichen Beweisstücke vernichtet), stundenlange Verhöre, die nichts wirklich Neues an den Tag bringen, und schließlich die Anklage gegen zwei ehemalige Mitglieder der Spezialeinheit «Brigade mobile de la Gendarmerie», die sich in der 80er Jahren wegen ihres Insider-Wissens verdächtig gemacht haben.

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Zuversichtlich: Robert Biever.

Zum ersten Mal scheint die Lösung des Falls zum Greifen nah, doch da die beiden Tatverdächtigen jegliche Beteiligung an den Attentaten bestreiten und da zudem keine Flucht- und Verdunklungsgefahr besteht, sind sie wieder auf freiem Fuß – und erleichtert sein können eigentlich nur Prinz Jean und Ben Geiben, die laut Robert Biever nun endgültig nichts mit der ganzen Sache zu tun haben. Woher der Staatsanwalt diese Gewissheit hat, bleibt fraglich. Denn solange niemand für schuldig erklärt ist, kann weiterhin jeder es gewesen sein. Die Tatsache, dass der im Mai 1985 gesprengte Strommast nicht von einer Sicherheitskamera überwacht wurde, ist zwar ein wichtiges Indiz, reicht indes nicht zu einer Verurteilung aus.

Im Grunde genommen ist Robert Bievers Präsentation der Schlussfolgerungen der Staatsanwaltschaft und der Untersuchungsrichterin nichts anderes als eine Zusammenfassung von Ermittlungen, die recht schlampig geführt worden sind. Von einer weiteren Bombe, die mit dieser neuen Entwicklung im Dossier «Bommeleeër» eingeschlagen ist, kann jedenfalls keine Rede sein.

 

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Author: Philippe Reuter

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