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Via Panam

Ein Jahr ist Kadir van Lohuizen durch Amerika gereist, um Menschen zu treffen, die ihr Zuhause verlassen haben und versuchen, woanders ein neues Leben zu finden. Das Resultat dieser Recherche: eine grandiose Ausstellung und erstaunliche Erkenntnisse.

Nicht jeder, der seine Heimat verlässt, sucht nach einem besseren Leben. Auf seiner
Reise von Chile nach Alaska hat Kadir van Lohuizen viele Migranten getroffen, die in ihrem Gastland ein ziemlich beschissenes Leben haben. Die peruanische Haushälterin Haydee, zum Beispiel. Seit 12 Jahren arbeitet sie in Chile und schickt den größten Teil ihres Monatsgehalts von 480 Euro an ihre 20-köpfige Familie – mit der Hoffnung, dass sie damit ihren beiden Kindern eine korrekte Ausbildung finanzieren kann. Ähnliche Geschichten hat der niederländische Fotojournalist überall in Amerika gehört. Auch den Menschen, die in illegalen und zudem gesundheitsschädlichen Kupfer- oder Goldminen schuften, geht es nicht gut, aber so lange ganze Wirtschaftszweige darauf aufgebaut sind, wird sich an dieser Lage nichts ändern. Darüber, dass die meisten Flüchtlinge nicht im Norden, in den USA oder Kanada, ihr Glück suchen, sondern in Südamerika, hat Kadir van Lohuizen genauso gestaunt wie über die Tatsache, dass Länder wie El Salvador und Mexiko unglaublich gewalttätig geworden sind. Von denen, die es von dort aus bis in die USA schaffen, müssen sich viele mit Tagesjobs zufrieden geben und froh sein, wenn sie die Schulden der Schlepper irgendwann bezahlt haben. Es sich gut gehen lassen, heißt etwas komplett anderes. Drei Bücher hat der Fotograf in seinem Gepäck gehabt, aber gelesen hat er keine einzige Zeile. Stattdessen hat er rund 40.000 Kilometer für sein einzigartiges Projekt zurückgelegt, zwei Mal wurde ihm die Kamera gestohlen, drei Mal musste er seine Schuhe neu besohlen. Ausgestellt wurden seine Bilder bereits in mehreren Kunsthäusern. Und derzeit auch im Pomhouse und im Display des CNA in Düdelingen.

Via PanAm – The pursuit of happiness, bis zum 14. Dezember. www.paradox.nl

Gabrielle Seil

Journalistin

Ressort: Kultur

Philippe Reuter

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