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Vierrädriger Seniorensport

Eigentlich wirbt Suzuki mit dem Spruch „fun to drive“, aber die 4. Auflage der Regularitätsrallye um die Boucles de Clervaux bot Spaß in jeder Hinsicht und die wenigen Zuschauer hatten viel zu lachen.

Text & Fotos: Roland Baumann

Immerhin 62 Autos rollten am Freitagabend, den 12. Mai in Clerf über die Startrampe am Fuße der Abtei und machten sich auf den Weg zu den 12 Wertungsprüfungen (153 km), die bis Samstagabend zu bewältigen waren. Von Beginn an wurde deutlich, dass man die Teilnehmer an solchen Regularitätsrallyes in drei Kategorien einteilen kann. Zu allererst kommen die absoluten Cracks, die diesen Sport bis ins kleinste Detail beherrschen, und die es tatsächlich fertigbringen, den kniffligen Parcours quer durchs Ösling zu jedem Zeitpunkt mit 50 km/h abzuspulen. Versteckte Zeitmesser hinter Hecken, im Wald oder sonst wo halten die Geschwindigkeit aller Teilnehmer fest und wer nicht exakt mit 50 km/h unterwegs ist, erhält Strafpunkte. Zu langsam oder zu schnell gilt also nicht, es kommt auf die Genauigkeit an.

Neben den erfahrenen und routinierten Teams nehmen viele Freunde des gepflegten Oldtimersports an solchen Ausfahrten teil. Ihnen sind der Spaß und die Freude an der Sache wichtiger als der absolute Siegeswille. Sie zeigen vor allem ihre hübsch polierten Fahrzeuge und möchten heil im Ziel ankommen. Und die letzte Kategorie ist jenen Piloten und Pilotinnen vorbehalten, denen man salopp gesagt unterstellen könnte, dass sie ihren Führerschein in der Lotterie gewonnen haben und von Autofahren so gut wie keine Ahnung haben. Sie sorgen für das größte Gelächter an den Haarnadelkurven und engen Abzweigungen. Da werden Leitplanken plattgewalzt, Straßenschilder umgebogen, Kurven zu eng angesteuert, Bäume verrückt, statt links wird rechts abgebogen oder umgekehrt und vieles mehr, was man eigentlich so ganz und gar nicht erwarten würde. Allein diese Fahrer lohnen den Besuch einer solchen Veranstaltung, denn Freunde der gepflegten Unterhaltung kommen voll und ganz auf ihre Kosten.

Und wer sich an den vierrädrigen Kostbarkeiten erfreut, der kam diesmal ganz besonders auf seine Kosten. Heben wir aus der bunten Masse der wunderbaren Fahrzeuge nur den Aston Martin DB4 (1961) von Claude Konrath, einen Lancia Monte Carlo (1974), Simca 1000 (1975), Opel Manta CC 1983), Ford Escort RS2000 (1973), Volvo Amazon (1969), BMW 2002tti (1972), Audi quatro (1981), Lancia Fulvia (1972), Toyota MR2 (1987), Ford Capri GT (1973), Renault 4 (1988), Triumph Dolomite Sprint (1975) oder den 911er Sieger Porsche von Yves Deflandre-Joseph Lambert hervor. Man kann nicht alle aufzählen, zu verlockend war das Teilnehmerfeld, aber allein deshalb ist es höchst bedauerlich, dass nicht mehr Zuschauer den Weg nach Clerf, Vianden, Wiltz, Munshausen, Bourscheid gefunden haben, um die prachtvolle Strecke von Nico Sax zu genießen und die Heidenarbeit zu würdigen, die sämtliche Mitarbeiter dieser Rallye geleistet haben.

Resultat Boucles de Clervaux 2017

1. Yves Deflandre – Joseph Lambert (B/L), Porsche 911
2. Eric Piraux – Cathérine Monard (B/B), Renault 5 Alpine
3. Jacques Evrard – Yves Noelanders (B/B), Porsche
7. Pascal Gonin – Marine Gonin (L/L), Porsche 911
20. Stéphane Domp – Diane Domp (L/L), Ford Escort RS2000
32. Claude Konrath – Cliff Konrath (L/L), Aston Martin DB4
33. Etienne Heirens – Armand Doyen (L/L), Simca 1000
37. Eric Degrotte – Sofie Verwerft (L/L), Alfa Romeo GTV6
38. Frédéric Gelhausen – Jean-Jacques Gelhausen (L/L), Alfa Romeo
44. Jean Hansen – Thierry Hilger (L/L), MG B
50. Aly Kridel – Daniel Ferron (L/L), MG B

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Author: Martine Decker

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