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Vorteil Tennis-Arithmetik

Von den Mannschaftssportarten über den Motor- bis zum Skisport starten die meisten Meisterschaften bei null und am Ende gewinnt immer Bayern München. Beim Tennis werden hingegen nicht nur die Punkte seltsam gezählt, sondern die Weltrangliste läuft ständig über 52 Wochen weiter. Die bei den Turnieren erspielten Punkte werden dabei jeweils ein Jahr später gelöscht. Konservativ und vorteilhaft für die Weltbesten wird das System durch die Auslosung der KO-Turniere mit gesetzten Spielern. Wie etwa auch bei einer Fußballweltmeisterschaft will man damit vermeiden, dass die besten Teilnehmer gleich aufeinanderprallen. Die arrivierten Tennisspieler müssen sich damit zwar gegen hungrige Newcomer wehren, können aber insgesamt leichter die ersten Runden überstehen und so mehr von den wertvollen, sich ungefähr von Sieg zu Sieg verdoppelnden Punkte einstreichen.

Die Punktzahl der besten 18 Turniere des letzten Jahres werden dann mit der leicht vereinfachten Einschränkung addiert, dass alle vier Grand Slams, sowie die acht Master-Turniere obligatorisch mitgezählt werden… soweit man es über die eigene Weltranglistenposition, die Qualifikation oder eine Wild Card bis ins Hauptfeld schaffte.

Für Gilles Muller ist zudem vorteilhaft, dass mit mehr als 600 Karrierespielen, mindestens 12 Saisons und einem Mindestalter von 31 Jahren jeweils ein schlechtes Ergebnis bei einem Master gegen eine bessere Punktezahl bei einem kleineren Turnier tauschen kann.

Da Gilles Muller seine Weltranglistenposition in den letzten Monaten und Jahren mühsam mit fleißigem Punktesammeln bei den kleineren Turnieren festigte, aber mittlerweile nah am Optimum manövrierte, kamen die 360 Punkte des Wimbledonviertelfinales genau richtig für einen großen Karriereschritt in der Weltrangliste. Gilles Muller braucht mit dem Vorteil als gesetzter Spieler in den nächsten Wochen eigentlich „nur“ ein paar überstandene Runden um erstmals sogar unter die Top 20 der Welt vorzudringen. Da er 925 seiner insgesamt 1.885 Weltranglistenpunkte in seinen so starken zehn letzten Wochen errang, würde er sich sogar ohne einen einzigen weiteren Punkt ungefähr bis Mai 2018 unter den Top 50 der Welt halten.

Gilles Mullers Weltranglistenplatz (Link zur ATP)

Chrëscht Beneké

Journalist

Ressort: Sport

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Author: Philippe Reuter

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