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Wolfenstein: The New Order

Wer hätte das gedacht? Die Nazis haben den Krieg gewonnen! Nicht nur Europa unterjochten sie, ihre Macht reicht sogar bis in die USA. Grotesker NS-Pomp verunstaltet das Weiße Haus – Der amerikanische Traum wird nur noch geträumt.

Wolfensteins ironischer Held mit polnischem Nachnamen und arischen Zügen, B.J. Blazkowicz, konnte die Tragödie nicht verhindern: Beim einem verzweifelten Angriff auf die faschistische Kriegsmaschinerie 1946 erlitt er schwere Verletzungen und vegetierte über ein Jahrzehnt lang bei vollem Bewusstsein in einer Nervenklinik bis er eines Tages seine Motorik wiedererlangte.

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Ab diesem Zeitpunkt ist Schluss mit lustig: Alles was eine NS-Uniform trägt und das eigene Leben schätzt, sollte gleich einen Job im Zivilsektor annehmen. Denn B.J. muss nach 14 Jahren im Sanatorium ordentlich Dampf ablassen. Neben den für Wolfenstein üblichen Gebrauch von Schusswaffen, geht B.J. nun auch gerne mal mit Messer in den Nahkampf. Mit viel Liebe zum Detail und schockierender Fantasie sticht er das braune Pack einen nach dem anderen ab. „Die, Nazi scum!“. Ja, die Brutalität kennt bei „The New Order“ nur wenige Grenzen und verdient ohne Zweifel die „ab 18“ Altersfreigabe.

Zitat: Kill ze Nazis! Kill zämm all! – Caroline Becker, Kreisauer Widerstand

Blazkowiczs neustes Abenteuer im Schlachthaus wendet sich ganz klar an erwachsene Kinder, die gerne über blöde Klischees lachen und die sarkastischen Elemente der erstaunlich guten Story zu schätzen wissen.

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Dank der „id Tech 5“ Grafik-Engine gelang es dem schwedischen Entwicklerstudio MachineGames, eine beeindruckende Atmosphäre zu erschaffen und den unglücklichen Verlauf der Geschichte realistisch darzustellen. Ob Berlin oder London, die monumentale Nachkriegsarchitektur der alternativen Zeitlinie wirkt mit ihrem Stahl und Beton besonders bedrückend und unterstreicht wie tief Hitlers Schergen ihre Wurzeln geschlagen haben.

À propos Hitler: Die deutsche Fassung verzichtet auf jegliche Bezüge zum Nationalsozialismus und kommt ganz ohne NS-Symbolik aus. Gute Arbeit! Sinnloser geht es nicht…

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung des Action-Klassikers.

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Author: Philippe Reuter

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