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Zusammen zum Ziel

Mit seinem vierbeinigen besten Freund nicht nur spazieren zu gehen und zu kuscheln, sondern auch noch zusammen Sport zu treiben, stärkt die Freundschaft zwischen Hund und Mensch enorm. Agility bringt zudem die Schwestern Jill und Joyce Wissler näher zusammen.

Fotos: Anne Lommel

Die Liebesgeschichte fürs Agility fing für die Schwestern Joyce (18) und Jill (14) vor mehreren Jahren an, als beide eigentlich noch unbedingt reiten wollten. „Wir träumten vom eigenen Pferd und ritten in jeder freien Minute. Unsere Mutter Carole war jedoch nicht begeistert von der Idee vom eigenen Pferd“, erzählt Joyce. Sie überzeugte die Mädels, sich das Agility-Training in der neuen Halle in Bettemburg, die fast gegenüber von ihrem Haus erbaut wurde, doch einmal anzuschauen.
Gesagt, getan. „Wir besuchten ein paar Mal das Schnuppertraining und machten auch mit. Als unsere Eltern uns mitteilten, dass wir unsere eigenen Hunde bekämen, wenn wir regelmäßig an den Kursen teilnehmen würden, war die Sache für uns klar“, lacht Joyce, die bereits bei den Erwachsenen mittrainiert. Komischerweise wird Agiliy in Luxemburg nicht als Sport angesehen und deshalb auch vom Landschaftsministerium unterstützt. Die Mädels sehen das natürlich anders, da sie oft sprinten müssen und deshalb nach dem Training genauso erschöpft sind wie andere Sportler. Aber um was geht es bei Agility eigentlich?

Ich finde es sehr wichtig, dass die Richter agressives Verhalten verschiedener Hundeführer nicht dulden.

Der Hund, der ohne Halsband und Leine läuft, muss mit seinem Hundeführer einen aus mehreren Hindernissen bestehenden Parcours in einer festgelegten Reihenfolge und innerhalb einer gewissenen Zeit überwinden. Der Führer zeigt dem Hund durch Körpersprache und mit seiner Stimme den Weg. Er darf jedoch weder die Hindernisse noch den Hund berühren. Da die meisten Hundeführer stets mit ihren Hunden mitlaufen, betreiben die meisten neben dem Agility auch Jogging, um fit zu sein und sich während des Laufes besser auf den Hund konzentrieren zu können.
Die verschiedenen Hindernisse sind nummeriert und müssen genau in dieser Reihenfolge gemeistert werden. In jedem Wettkampf wird der Parcours anders aufgebaut. Ein Richter übernimmt diese Planung und bewertet später das Team. Er setzt auch die Standardzeit fest, in der das Team den Parcours absolvieren muss. Bei wichtigen Wettkämpfen sind auch manchmal zwei Richter vorhanden. „Wir haben vor jedem Wettkampf acht Minuten Zeit, um uns den Parcours anzusehen und ihn zu studieren“, erläutert Jill. Bewertet werden Schnelligkeit und Geschicklichkeit.

Ausgelassene oder in der falschen Reihenfolge überwundene Hindernisse führen zu einer Disqualifikation des Teams. Das Duo kann aber auch wegen Fehlverhalten des Hundes oder des Hundeführers vom Parcours verwiesen werden. „Ich finde es sehr wichtig, dass die Richter agressives Verhalten verschiedener Hundeführer nicht dulden. Es ist sinnvoll, die Hunde nach dem Lauf zu loben, egal ob sie Fehler gemacht haben oder nicht. Sie tun nämlich immer ihr Bestes“, fügt Joyce hinzu. Um die Hunde vor dem Parcourslauf zu motivieren, spielen die Herrchen vorher mit ihnen.

Beim Agility werden die Teams in drei Kategorien eingeteilt: small, medium und large, abhängig von der Grösse des Hundes. Je nach Leistungsstand des Hundes und dessen Hundeführers werden sie nochmals in drei Leistungsklassen eingeteilt. „Ist der Hund oder der Mensch für eine Weile verletzt, fällt das Duo eine Klasse tiefer bis man wieder fit ist und in der entsprechenden Klasse antreten kann“, merkt Joyce an. Die Hindernisse werden den Kategorien und Klassen angepasst.

Agility ist für jede Hunderasse geeignet. Nur tun sich sehr große Hunde schwer mit verschiedenen Hindernissen. Es gibt jedoch auch Hunde, die sich auf Grund ihrer Geschicklichkeit perfekt für diesen Fun-Sport eignen, zum Beispiel die Gruppe der Hütehunde. Vor allem aber müssen Hunde gehorsam und gesund sein, und das Gehorsamkeits-Training absolviert haben, um überhaupt zum Agility zugelassen zu werden. Chaos gibt es deswegen selten auf Wettkämpfen: Die Hunde gehorchen ihren Besitzern aufs Wort. „Das Vertrauen zwischen dem Hund und dem Hundeführer ist das Allerwichtigste beim Agility. Woody weiss ganz genau, dass ich nur sein Bestes will, und umgekehrt ist es auch so. Wir verstehen uns blind und kennen einander in- und auswendig, nur so können wir als Team erfolgreich sein“, stellt Jill fest.
Natürlich gehört neben dem Erfolg auch jede Menge Spaß dazu. Und den haben Joyce und Jill mit ihren Hunden Rocky und Woody auf jeden Fall. Zweimal in der Woche trainieren die Schwestern, und man sieht ihnen an, dass die gemeinsame Leidenschaft sie zusammenschweißt.

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Author: alommel

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