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Chefkoch Alain Danelutti & Rezept der Woche

Chefkoch Alain Danelutti ist ein echter Lebenskünstler. Seine kulinarischen Inspirationen sind geprägt von seinen Lebenserfahrungen und seiner Liebe für die asiatische Küche. Die perfekte Mischung für eine unnachahmliche gastronomische Entdeckungsreise. 

„Meine Liebe zum Kochen hat mir alles im Leben gegeben“, meint Alain Danelutti ohne zu zögern. „Es ist eine echte Lebenserfahrung, nicht ohne Hürden, aber trotzdem so reichhaltig.“ Die Terrasse des „Wëllem“ mit der fabelhaften Aussicht auf den großherzoglichen Palast ist, wie so oft, voll besetzt. Besonders beliebt ist bei den Gästen der atypische Mittagstisch. Traditionell, aber immer mit einem asiatischen Touch. Farbenfrohe Kreationen mit einem kleinen Überraschungseffekt, die nicht nur ein Fest für den Gaumen, sondern auch für die Augen sind. „Ich verblüffe meine Gäste immer wieder gerne aufs Neue, und ich glaube, das gefällt den Meisten“, verrät er ganz stolz.

Eine Prise Fantasie, jede Menge Talent und der nötige Ehrgeiz haben die Karriere des 50-Jährigen mit Sicherheit beeinflusst, doch es ist eine Begegnung, die in den 90er Jahren der Wendepunkt seiner beruflichen Laufbahn sein wird. Ein Zusammentreffen mit einem Mann, der hierzulande mit Sicherheit als Pionier der vegetarischen Küche bezeichnet werden kann. Ein Mann mit einer ganz aparten Lebensphilosophie, der im Laufe der Jahrzehnte mit seinem landesweit bekannten Restaurant „Mesa Verde“, ein Grundpfeiler der luxemburgischen Gastronomie geworden ist. „Lucien Elsen hat mir meine Chance gegeben“, verrät Alain. Er schweigt einen Augenblick, wirkt nachdenklich. Ein Grinsen zeichnet sich auf seinem Gesicht. „Ich war Türsteher in Luciens Club, dem Subterranea.“

Er muss lachen. „Das klingt vielleicht unglaublich, aber damals war ich Landesmeister im Bodybuilding, in der 80-Kilogramm-Gewichtsklasse.“ Als Kind habe er bereits gerne gekocht und seine Liebe zum Kochen hat in damals sogar bis in die Diekircher Hotelfachschule geführt. „Nur zwei Monate. Ich wollte nicht im Internat bleiben“, gibt er zu. Doch das Leben hat Alain eine zweite Chance gegeben. „Lucien Elsen hat mir angeboten, aus meiner Leidenschaft einen Beruf zu machen. Er hat mir seine Liebe für die vegetarische und die japanische Küche vermittelt. Er hatte Jahre zuvor in Kyoto und auf Iki Island in einem Restaurant gearbeitet und beherrscht dementsprechend die Kunst der japanischen Gastronomie.“ (siehe revue Nummer 43, Jahrgang 2020). Nach fast drei Jahren in der „Mesa Verde“ möchte der vielversprechende Chefkoch neue kulinarische Erfahrungen sammeln. Es zieht in nach Thailand, wo er anfangs nur drei Wochen Urlaub machen wollte, doch dann kam alles ganz anders. „Es hat mir dermaßen gefallen, dass ich drei Jahre mit dem Rucksack quer durchs Land unterwegs war. Vom Norden bis in den Süden.“ Er sei begeistert gewesen von der Vielseitigkeit des „Streetfood“. Eine offene Küche unter freiem Himmel. Eine unbeschreibliche kulinarische Vielfalt, bestehend aus frischen, regionalen und diversen Spezialitäten mit unterschiedlichen Einflüssen. Eine kulinarische Diversität, die ein einzigartiges Geschmackserlebnis bietet. „Ich habe an zahlreichen Kochkursen teilgenommen“, erzählt er. „Auf Koh Samui habe ich einen Sternekoch aus New York kennengelernt, der sich auf asiatische Fusionsküche spezialisiert hatte. Das war wie ein Geistesblitz“, erinnert sich Alain. Zurück in der Heimat, öffnet er 2001, zusammen mit Serge Anen, das unvergessliche „Upstairs“. Eine Art „Weltküche“ mit einem unbeschreiblichen Touch aus Fernost.

Für die damalige Zeit eine echte und innovative kulinarische Entdeckungsreise, die Kochkulturen aus unterschiedlichen Ländern regelrecht fusionieren lässt und einmalige Geschmackskombinationen bietet. 2011 ist leider Schluss mit der Fusionsküche. Seine Liebe zur Gastronomie führt in die „Brasserie Schuman“, ins argentinische Restaurant „Patagonia“ und in die gern besuchte Weinbar „Dipso“. Seit einem Jahr bekocht er mit viel Freude die Gäste des „Wëllem“. Die Tür seiner kleinen Küche, im ersten Stockwerk des Lokals, ist immer offen. Er habe nichts zu verbergen, meint er amüsiert. Im Gegenteil. Kochen ist für Alain Danelutti ein Austausch.

Fotos: Philippe Reuter

Mehr Informationen:
Wëllem
1, rue de la Reine
2418 Luxembourg
Tel. 26 20 22 02
Internet: www.wellem.lu

 

Für revue hat sich Chefkoch Alain Danelutti drei kreative und deliziöse Rezepte mit einem Touch aus Fernost einfallen lassen, die Sie zu Hause nachkochen können. Online: Duo von Lachstatar nach thailändischer Art. Zwei weitere Rezepte finden sich in der aktuellen revue. Wir wünschen viel Spaß und einen guten Appetit.

Duo von Lachstatar nach thailändischer Art

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Zutaten für vier Personen:

50 g Räucherlachs
150 g frischer Lachs
20 g Thai-Basilikum (im Asia-Laden erhältlich)
20 g frischer Koriander
1 Limette
1 EL thailändische Fischsauce
(im Asia-Laden erhältlich)
1 rote Paprika
3 Stangen Frühlingszwiebeln
schwarzer Pfeffer
3 EL Sonnenblumenöl
1 EL brauner Zucker
1 rote Zwiebel

Zubereitung:

Räucherlachs und frischen Lachs mit einem Messer sehr klein schneiden und im Kühlschrank beiseite stellen.

Hacken Sie das Thai-Basilikum, den Koriander, die Frühlingszwiebeln, die rote Paprika und die rote Zwiebel. In eine Schüssel geben.

Den gepressten Limettensaft, die Thai-Fischsauce, den braunen Zucker, das Sonnenblumenöl und den Fisch in die
Schüssel geben. Mit einem Löffel mischen
und anrichten.

Jérôme Beck

Journalist

Ressorts: Wissen, Lifestyle

Author: Dario Herold