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Edito: Neuer Impulsgeber

Egal ob geimpft oder ungeimpft, geboostert oder genesen, die Pandemie nagt an uns allen und wir alle wollen nur noch eins: Raus aus der Pandemie und aus dem Alltag, wie wir ihn seit März 2020 kennen. Wann dies passiert und wie schnell das geschieht, hängt natürlich von zahlreichen Faktoren ab, die nur schwer vorhersehbar sind. Omikron lässt grüßen. Dabei könnte gerade die letzte Mutation des Virus, laut manchen Virologen, zu einem „Gamechanger“ werden. Omikron nährt nämlich die zarte Hoffnung, dass die aktuelle Welle relativ schnell den Weg von der Pandemie zu einer Endemie ebnen könnte. Vor allem, weil die hohen Ansteckungszahlen mit immer neuen täglichen Rekorden für eine gesteigerte Grund-Immunität innerhalb der Bevölkerung sorgen wird. Leider mit dem Risiko verbunden, dass es auch immer Menschen geben wird, die einen schweren Krankheitsverlauf durchlaufen müssen.

 

Omikron könnte laut manchen Virologen zu einem „Gamechanger“ werden.

Vor diesem Hintergrund wird in vielen EU-Ländern über das Einführen einer Impfpflicht nachgedacht. In Deutschland, genau wie in Belgien oder auch hierzulande wird aktuell darüber debattiert, ob es zu einer Impfpflicht kommen und wie diese dann umgesetzt (sprich. mit welchen Sanktionen ein nicht Nachkommen belegt würde) werden könnte. Indessen will Italien ab dem 15. Februar eine Corona-Impfpflicht für Menschen über 50 einführen. Ministerpräsident Mario Draghi erklärte die Maßnahme damit, dass man die gefährdeten Altersklassen schützen möchte, um den Druck von den Krankenhäusern zu nehmen.

Und auch Österreich ist schon einen Schritt weiter und wenn es nach den Vorstellungen der aktuellen Regierung geht, soll ab dem 1. Februar eine Impfpflicht eingeführt werden. Doch diese scheint noch vor der Einführung auf wackligen Füßen. Denn es gibt noch große Hürden zu überwinden: Erstens gibt es das administrative Problem ein nationales Impfregister bis dahin umzusetzen. Zweitens können Bürger in Österreich über die Seite des Parlaments Stellung zum neuen Gesetz zu beziehen. Die Impfgegner haben diese Möglichkeit ausgiebig genutzt und 40.000 Stellungnahmen verfasst, mit dem Ziel, den Text in Verzug zu bringen. Dies dürften sie erreicht haben.

Die Frage, die sich am Ende des Tages in Bezug auf eine Impfpflicht auch hierzulande stellen wird: Wird diese tatsächlich der Schritt sein, welcher das Licht am Ende des Tunnels noch etwas näher bringt oder wird sie die vehementesten der Impfgegner ebenso wenig abschrecken, wie alle bisherigen Druckmittel? Zu sehr scheinen viele nämlich in ihrer verschwörungstheorieaffinen Internetblase gefangen, um wissenschaftliche Argumente an sich heranzulassen. Ob diese Begebenheit je enden wird? Wohl kaum, denn alleine die Tatsache, dass ungeimpfte Menschen viel eher im Krankenhaus landen ist ein Fakt, der in der Diskussion noch immer runtergespielt wird.

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia

Author: Dario Herold

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