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Edito: Notwendige Aufklärung

Die Pandemie ist noch nicht vorbei und vor allem die aktuell grassierende Delta-Variante sorgt auch hierzulande dafür, dass die Zahl der Neuinfektionen wieder angestiegen ist. Die Feiern am Vorabend des Nationalfeiertages galten als Infektionsherde. Die Regierung hat letzte Woche allerdings beschlossen, das aktuelle Covid-Gesetz zwar punktuell nachzubessern, vorerst wird nicht wieder stärker reguliert.

Es wird auf Eigenverantwortung gesetzt und diese beinhaltet auch, dass der Aufruf sich impfen zu lassen, ernst genommen wird. Dass in den vergangenen Wochen bei einigen aufgrund niedriger Infektionszahlen das Gefühl vorherrschte, wir seien über den Berg und mit diesem Empfinden auch Bequemlichkeit aufkam und die Auffassung, dass Impfen nicht mehr unbedingt notwendig sei, kann verständlich sein. Doch es ist ein Trugschluss, zumindest wenn man sich von der Feststellung verabschieden will, dass wir notgedrungen mit dem Virus und etwaigen Corona-Toten leben müssen.

Die meisten impfwilligen Menschen dürften mittlerweile zumindest eine Einladung zum Impfen erhalten haben oder sogar schon durchgeimpft sein. Die Frage, die sich unlängst stellt, ist die, wie man diejenigen, die Vorbehalte gegenüber der Impfung haben, davon überzeugen kann, dennoch Eigenverantwortung und auch Verantwortung gegenüber der ganzen Gesellschaft und damit dem Gemeinwohl zu übernehmen, schließlich ist es ansonsten kaum bis nicht möglich die viel zitierte Herdenimmunität zu erreichen.

Es wird auf Eigenverantwortung gesetzt und diese beinhaltet auch, dass der Aufruf sich impfen zu lassen, ernst genommen wird.

Eines ist sicher: Impfgegner oder -skeptiker werden sich nicht plötzlich impfen lassen, bloß weil vehemente Impfverfechter immer dasselbe Gebet runterrattern. Das einzige, was am Ende hilft, ist Gelassenheit und die Tatsache, dass man wahrscheinlich weiter kommt, wenn man Gerüchten mit Fakten begegnet. Dialog ist hier das A und O. Leider hat das letzte Jahr gezeigt, dass gerade hier der Schuh drückt und die Gesellschaft von einem tiefen Riss durchzogen ist, wenn es um den Umgang mit der Pandemie, die Einschränkungen und nicht zuletzt auch die Impfung geht. Konstruktiver Argumentaustausch innerhalb der Gesellschaft scheint immer schwieriger zu werden.

Das stellt die Politik vor ein mittelgroßes Problem, denn wie soll in den Sommermonaten die Impfbereitschaft erhalten und sogar noch gesteigert werden, wenn Skeptiker kaum noch hinhören, wenn es um das Infektionsgeschehen geht. Doch gerade die nächsten Wochen werden mit Sicherheit entscheidend dafür sein, wie sich die Rentrée und der Herbst in Sachen Pandemie gestalten wird. Sprich, ob eine vierte Welle samt erneuten Einschränkungen abgewehrt werden kann. Dass jetzt Hausärzte in die Impfkampagne mit eingebunden werden, ist ein guter Ansatz, allerdings bedarf es sicherlich noch einiger Initiativen mehr, um der Pandemie endgültig beizukommen.

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia

Author: Dario Herold

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