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Human und sanitär

Es gibt zahlreiche Zwangsstörungen. Aber trotz häufig anders lautender Hinweise sind im Großherzogtum weder der Spar- noch der Waschzwang ausgebrochen. In Sachen Geldwäsche zumindest sollte jeder wissen: Geld stinkt für viele nicht.

Kirchenfabriken – Widerstand gegen Reform

490_0008_14637210_05_08_2016_Editpress_321680Im Streit um die Auflösung der Kirchenfabriken gibt es neuen Unmut. Dafür sorgt u.a. das Stichdatum, der 1. Oktober. Bis dahin sollen die Gespräche zwischen Gemeinden und Kirchen abgeschlossen sein. Kritik wird seitens der Kirche nicht nur wegen des engen Zeitplans geäußert. Der Widerstand zeigt sich in einem ohne das Wissen von Erzbischof Jean-Claude Hollerich verfassten Brief an den Vatikan. Unter den 24 Verfassern sind Vertreter der 285 Kirchenfabriken. Zu Beginn 2017 soll ein Immobilienfonds ins Leben gerufen werden, in dessen Besitz die meisten Kirchen des Landes überführt werden sollen. Generalvikar Leo Wagener kritisiert, dass es den Kommunen verboten werden solle, den Fonds finanziell zu unterstützen. Wagener versandte ein Rundschreiben an die Kirchenfabriken, indem er diese dazu aufrief, die Gespräche mit den Gemeinden nicht zu boykottieren. (Foto: Editpress/Herve Montaigu)

490_0008_14571991_05_05_2015_Editpress_017709Flüchtlinge – Sanitäre Störfälle

Schimmel im Zimmer, Schmutz im Flur – die revue wurde immer mal wieder über die Bedingungen in hiesigen Foyers informiert, in denen Asylbewerber zu leben haben. Ende letzter Woche wurde gemeldet, dass in den Gebäudeteilen des Ettelbrücker Centre hospitalier neuro-psychiatrique, in dem Flüchtlings untergebracht sind, ein Fall von Krätze festgestellt wurde. Das Gesundheitsministerium gab bekannt, dass dies nichts Ungewöhnliches sei und dass die Krätze auch in privaten Haushalten vorkomme. Entsprechende Medikamente wurden verteilt. Krätze kann übrigens überall vorkommen. Auch in Schulen. (Foto: Editpress/Tania Feller)

Zahl der Woche: 146

Menschen pro Monat suchten dieses Jahr Asyl in Luxemburg. Dieser bisherige Durchschnittswert liegt unter dem des Vorjahres (204).

Luxemburger unter Mordverdacht – Getötet wegen 50 Euro

Ein 23-jähriger Luxemburger, der letzte Woche im belgischen Virton festgenommen wurde, bleibt in Untersuchungshaft. Ihm werden Mord, Versuch der räuberischen Erpressung und Diebstahl zur Last gelegt. Der Mann und sein Komplize, ein 19-jähriger Belgier, sollen laut Staatsanwaltschaft einen 21-Jährigen durch mehrere Messerstiche getötet haben. Danach versuchten sie angeblich, den Leichnam zu verbrennen. Die Leiche wurde wenige Stunden danach in einem Feld bei Gérouville gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass Drogengeschäfte dahinter stecken. Demnach sei der 21-Jährige Drogenkonsument gewesen und hatte bei den beiden Männern Schulden gehabt. Anscheinend handelte es sich um 50 Euro. Beide Verdächtigen streiten ihre Schuld ab.

Statistik – Gut gespart

Luxemburgs Haushalte haben laut Statec von 2013 bis 2015 insgesamt 140 Millionen Euro gespart. Ausschlaggebend war vor allem der niedrige Ölpreis und billigerer Strom. Auch die Firmen haben gespart: Im selben Zeitraum konnten luxemburgischen Unternehmen 250 Millionen Euro anhäufen – am meisten profitierte der Transportsektor.

490_0008_14641610_BLANCHIMENT_D_ARGENT_NEWInternationaler Index – Geldwäsche leicht gemacht

Die Regierung ist spätestens seit den Enthüllungen um Lux-Leaks eifrig darum bemüht zu zeigen, wie transparent Luxemburg in puncto Geldgeschäften ist und dass es eine weiße Weste hat. Gut waschen lässt es sich in Luxemburg in der Tat – und zwar Geld. Darauf macht der Basel-AML-Index aufmerksam, der jährlich vom International Center for Asset Recovery erstellt wird und der zeigt, wie hoch das Risiko in einem Land ist, dass Geldwäsche betrieben oder der Terrorismus finanziert wird. AML steht übrigens für Anti Money Laundering. Luxemburg steht in dem Ranking auf Platz 70 von insgesamt 149 Ländern. Am besten schneidet Finnland ab, am schlechtesten Iran. Unter den EU-Ländern liegt das Großherzogtum ganz hinten. Der Index setzt sich zusammen aus den Daten verschiedener Quellen wie Transparency International oder Weltbank. (Foto: Pierre Matgé)

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

Author: Philippe Reuter

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