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Kinder beschenken

Für Weihnachtsgeschenke geben wir immer mehr Geld aus. Auch dieses Jahr wird sich der Trend fortsetzen, wenn auch vermehrt über den Online-Handel. Dabei muss das gar nicht sein. Kinder brauchen keine zwanzig Geschenke.

Weniger ist mehr

Schütten Sie Ihre Kinder nicht mit Geschenken zu. Man kennt es: Gibt es zu viele Geschenke, landet mehr als die Hälfte direkt nach dem Auspacken in einer Ecke und wird vergessen. Bei einem Haufen Geschenke verblasst jedes einzelne. Die meisten Kinder freuen sich ohnehin nur über ein einziges ihrer Geschenke. Kinder, die alles bekommen, lernen, dass sie alles haben können und nie verzichten müssen. Denken Sie nur an Dudley Dursley, den Cousin von Harry Potter, der bereits vor Wut kochte, als er feststellte, ein Geschenk weniger als im vergangenen Jahr bekommen zu haben. Also nur 24 statt 25 oder so ähnlich. Wer will schon so ein Kind großziehen? Kinder müssen lernen, materielle Dinge wertzuschätzen. Das können sie aber nur, wenn sie lernen, dass sie nicht alles haben können. Dadurch entwickeln sie eine Frustrationstoleranz, die ihnen auch im späteren Leben helfen wird, mit Enttäuschungen umzugehen.

Geschenke sind keine Kompensation

Wer wenig Zeit mit seinen Kindern verbringt, sollte sie trotzdem nicht mit Geschenken überhäufen. Manche Eltern tendieren dazu. Doch Kinder haben ein gutes Gespür dafür, wenn Erwachsene versuchen, sich mit Geschenken zurück ins Spiel zu bringen. Kinder brauchen Aufmerksamkeit, Liebe, Zuneigung, Wertschätzung und Zeit mit den Menschen, die ihnen wichtig sind. Natürlich haben die meisten Eltern in den letzten Monaten aufgrund der Corona-Pandemie wahrscheinlich sehr viel mehr Zeit mit ihren Kindern verbracht als sonst. Doch echte Zeit mit den Kindern zu verbringen, heißt auch, sie aussuchen zu lassen, was gemacht werden soll. Die Betreuung der Hausaufgaben zählt nicht unbedingt dazu.

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Zu große Erwartungen

Die meisten Kinder haben eine bestimmte Erwartungshaltung an Geburtstage, Nikolaus und Weihnachten. Damit sollten Eltern ihre Kinder aber nicht alleinlassen. Sind Kinder nämlich aufgrund ihrer Geschenke enttäuscht, hatten sie falsche Erwartungen. Deshalb ist es wichtig, die Wünsche und Möglichkeiten bereits vorher gemeinsam zu besprechen. Dasselbe gilt für eventuelle Wunschzettel, die an den Nikolaus oder den Weihnachtsmann verschickt werden. Manche Wünsche sind einfach nicht zu erfüllen, weder vom Nikolaus noch vom Weihnachtsmann und auch nicht von den Eltern. Wer das von vorneherein mit seinem Kind klärt, kann schlechter Stimmung bei der Bescherung vorbeugen.

Weihnachtszeit erleben

Zugegeben: Im Moment kommt wohl bei den wenigsten Menschen Weihnachtsstimmung auf. Dem Lockdown sei Dank. Keine Weihnachtsmärkte, kein Besuch vom Kleeschen, keine Adventsfeiern. Das drückt vielen aufs Gemüt. Da hilft nur eins: Man muss es sich zuhause gemütlich machen. Man kann das Haus oder die Wohnung dekorieren, singen, basteln und Weihnachtskekse backen. Geht alles gemeinsam mit den Kindern. Und macht riesigen Spaß. Vielleicht entwickeln sich dabei sogar ganz neue Rituale. Für die meisten Kinder sind Aktivitäten mit den Eltern das Größte. Zudem kosten sie nichts – außer Zeit.

Das richtige Geschenk finden

Viele Kinder haben einen Herzenswunsch, und den können Eltern herausfinden, indem sie Zeit mit ihren Kindern verbringen und ihnen zuhören. Manche Kinder, vor allem größere, kann man sogar einfach fragen, was sie sich wünschen. Das richtige Geschenk hängt natürlich vom Alter ab. Kleinkinder brauchen etwas Großes, und am besten ein Geschenk, das man nicht erst lange zusammenbauen muss, sondern mit dem man gleich losspielen kann. Kindergartenkinder lieben es, Situationen, Geschichten und Erinnerungen nachzuspielen. Über Geschenke, mit denen man genau das machen kann, freuen sich die meisten sehr. Bei Schulkindern wird die Wahl des richtigen Geschenks schon etwas kniffliger. Hier sollte man auf jeden Fall die Kommunikation suchen und fragen, was es sein sollte. Ganz oben auf der Liste stehen heutzutage technische Geräte wie Smartphones oder Tablets. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange wirklich Bedarf besteht und es nicht gleich drei, sondern nur ein neues Gerät gibt. Denn wie schon gesagt: Weniger ist mehr.

Geschenke von Verwandten

Eins ist klar: Nicht nur Eltern wollen ihren Kindern etwas Schönes schenken. Geschenke kommen auch von den Großeltern, Onkeln und Tanten. Dagegen ist gar nichts einzuwenden, schließlich gehören alle zur Familie dazu. Um aber zu vermeiden, dass Kinder zu viele Geschenke bekommen, sollte man sich untereinander absprechen. Dann kann man entweder gemeinsam ein Geschenk oder verschiedene Komponenten für ein Spielzeug besorgen. Oder sich sogar überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, ein Konto einzurichten, auf dem man gemeinsam Geld für größere Anschaffungen oder für die spätere Ausbildung spart. Aber auch für Großeltern und andere Verwandte gilt: Verbringen Sie Zeit mit den Kindern, solange diese das wollen. Ein Geschenk, das gemeinsame Aktivitäten beinhaltet, kommt bei vielen Kindern gut an.

Fotos: Pixabay

Heike Bucher

Journalistin

Ressort: Wissen

Author: Dario Herold

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