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Kochen für Alfons

Heute ging im ZDF eine neue Runde der Sendung „Die Küchenschlacht“ an den Start. Mit dabei: Der Luxemburger Hobbykoch Guy Kohnen, der für Schuhbeck, Kotaska & Co. den Kochlöffel schwingt.

Obwohl die Aufzeichnungen „seiner“ Runde der ZDF-Kochsendung „Die Küchenschlacht“ bereits vor mehreren Wochen zu Ende gegangen sind, ist für Guy Kohnen die Erinnerung daran immer noch lebendig. Die Augen des sympathischen Schifflingers strahlen, wenn er von seinem ersten Auftritt im deutschen Fernsehen erzählt: „Am liebsten hätte ich noch eine Woche lang weitergekocht! Der Kick, vor laufenden Kameras zu kochen, war einfach toll!“

Erst vor zehn Jahren ist die Küche für den 59-Jährigen zum Hobbyraum geworden. Seitdem hat er unzählige Kochbücher gewälzt und Kurse besucht, um sich zu perfektionieren. An der täglichen Essenszubereitung liegt ihm allerdings wenig, die überlässt er lieber seiner Frau Coryse. „Ich liebe das Kunstvolle am Kochen, das schöne Anrichten“, meint der gebürtige Fischbacher fast entschuldigend. Vor allem koche er gerne für größere Gesellschaften. Gelegenheit dazu hatte er bereits reichlich, u.a. im Schifflinger Clubhaus Beim Kiosk und für die Télévie-Aktion „Schëffleng hëlleft“, wo er rund hundert Personen mit Drei-Gänge-Menüs beköstigte.

Ermutigt durch das Lob seiner Gäste nahm er an der ersten Staffel der RTL-Sendung „Kachduell“ teil –- und schaffte es prompt ins Halbfinale. Der Stein war ins Rollen und Guy auf den Geschmack gekommen. Spontan schickte er eine Bewerbung an die SAT.1-Kochshow „The Taste“. „Leider werden da nur professionelle oder semiprofessionelle Köche eingeladen. Aber bei der Anmeldung hatte ich mich einverstanden erklärt, dass meine Daten weitergegeben werden können. Ich weiß, das ist etwas leichtsinnig“, lacht er. „Doch wenig später kam ein überraschender Anruf der ZDF-Produktionsfirma ,Die Fernsehmacher‘, die mich zur ,Küchenschlacht‘ einluden“.

„Der Kick, vor laufenden Kameras zu kochen, war einfach toll.“ Guy Kohnen

Kurz darauf wurde der Luxemburger mit seinen fünf Mitstreitern nach Hamburg eingeflogen und die dreitägigen Studioaufnahmen im Stadtteil Behrenfeld konnten beginnen. Ein kleines Problem gab es allerdings gleich zu Beginn. „Unsere Kleidung durfte kein gestreiftes oder kleinkariertes Muster haben, weil sonst der Bildschirm flimmert“, erinnert sich Guy Kohnen. „Da mein Hemd aber große Karos hatte, habe ich mir nichts dabei gedacht.“ Doch der Produktionsleiter blieb streng und das Hemd durfte nicht vor die Kamera. „Die erste Folge habe ich im Unterhemd gedreht“, verrät Guy lachend. „Da mir aber eine Schürze umgebunden wurde, fällt das zum Glück nicht weiter auf.“

Die Regeln der „Küchenschlacht“ sind einfach: Sechs Kandidaten bereiten unter der Aufsicht von Moderator Alfons Schuhbeck in nur 35 Minuten ein Gericht zu, das später von einem anderen TV-Koch blind verkostet wird. Bewertet werden Geschmack, Konsistenz und Aussehen. Jener Kandidat, dessen Gericht dem Juror am wenigsten gefallen hat, verlässt die Runde. Am fünften Tag treten die zwei Finalisten zum Schlussduell an.

Foto: Ute Metzger

Foto: Ute Metzger

Guy Kohnen hat sowohl den Starkoch Schuhbeck wie auch die Juroren Runde um Runde überzeugen können. „Schuhbeck hat zwar dauernd meinen Namen falsch ausgesprochen, aber er zeigte sich sehr beeindruckt von meiner Souveränität“, freut sich Guy. Auch dass Juror Mario Kotaska, der bekannte TV-Koch der „Küchenprofis“, unbedingt in Erfahrung bringen wollte, wer das Kalbsmedaillon-Türmchen kreiert habe, sei für ihn ein großes Kompliment gewesen. Nur einmal sei ihm ein Gericht misslungen: „Für mein Moelleux au Chocolat hatte nicht meine eigenen Förmchen benutzt, sondern die des Studios. Leider ist das Dessert beim Herauslösen auseinandergebrochen und hat auf dem Teller ausgesehen wie ein Kuhfladen.“ Juror Nelson Müller war beim Anblick zwar entsetzt, doch der hervorragende Geschmack hat den verunglückten Auftritt wieder wettgemacht.

Als erster Luxemburger hat Guy Kohnen bis ins Finale der „Küchenschlacht“ geschafft. Darauf ist der pensionierte Banker schon ein wenig stolz. Und der passionierten Koch hat schon Pläne, wie er seine Kunst an den Mann bzw. die Frau bringen kann. Er will in regelmäßigen Abständen „Tables d’hôtes“ in seinem Zuhause organisieren und für seinen Neffen Marc, der vor kurzem in Kopstal die „Brasserie Op der Bréck“ eröffnet hat, gastronomische Themenabende organisieren.

Und vielleicht gibt es Guy Kohnen bald erneut im TV zu sehen. „Ich stehe auch auf der Kandidatenliste für ,Das perfekte Dinner‘“, verrät er verschmitzt. „Sobald eine Sendung im Trierer Raum gedreht wird, bin ich mit dabei.“

Kalbsmedaillon-Gemüse-Türmchen mit Zucchini-Spaghetti und Rotweinsauce von Guy Kohnen

Kalbsmedaillon-Gemüse-Türmchen mit Zucchini-Spaghetti und Rotweinsauce von Guy Kohnen. (Foto: Ulrich Perrey)

Vom 3. bis 7. November um 14.15 Uhr im ZDF.

Author: Philippe Reuter