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Kurz gefasst

DSC_0076-KopieSymbolpolitik
Die offenen Terrassen als Schritt der Öffnung und Zeichen der Hoffnung, während in den angrenzenden Ländern weiter die verschiedenen Härtegrade des Lockdowns gelten? An der Regel, dass die Terrassen nur von morgens sechs Uhr bis abends sechs Uhr geöffnet sein dürfen, wurde schon Kritik bezüglich des Sinns oder Unsinns bzw. Rentabilität der Maßnahme geäußert. Cappuccino oder Bier in Daunenjacke? Warum nicht? Von nur einer symbolischen Öffnung sprach Premierminister Xavier Bettel (DP). Die Gastronomen brauchen indes mehr als reine Symbolpolitik. Ein Schuss nach hinten kann es sein, wenn es sich bewahrheitet, dass durch die wenn auch nur symbolische Öffnung die Infektionszahlen steigen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag übrigens am vergangenen Montag bei 218. Bis dahin wurden knapp über 100.000 Menschen hierzulande geimpft, knapp ein Viertel davon schon mit der zweiten Dosis.

CAHEN-003-KopieHimmel und Hölle
Hitzige Diskussionen hat es vergangene Woche in der Chamber über die Corona-Cluster in den Alters- und Pflegeheimen gegeben. Diese gipfelten schließlich darin, dass die Opposition unter anderem Familienministerin Corinne Cahen (DP) zum Rücktritt aufforderte. Experten sollen nun untersuchen, wie es zu der Häufung von Corona-Infektionen in den Strukturen kam. Sowohl von der Opposition als auch von den Mehrheitsparteien wurden Motionen dazu eingereicht. Ob ein externes oder internes Audit bzw. mit oder ohne Einbindung der beiden verantwortlichen Ministerien durchgeführt werden soll, darüber schieden sich letztendlich die Geister. An einer Studie, in der die entsprechenden Ministerien eingebunden wären, würden Zweifel bezüglich ihrer Unabhängigkeit bestehen, so der „déi Lénk“-Abgeordnete David Wagner. Einmal mehr warf die CSV der Regierung Vertuschung und Fälschung von Tatsachen vor. „Déi Gréng“-Fraktionschefin Josée Lorsché zog angesichts der Parlamentssitzung einen Vergleich mit Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“, der Tageblatt-Kommentator erkannte darin vor allem das Durchschreiten des Infernos. Für den liberalen Fraktionsvorsitzenden gleicht die christsoziale Opposition einem „Intrigantenstadl“. Vielleicht handelt es sich auch nur um eine neue Form des Kinderspiels „Himmel und Hölle“

Bevölkerung wächst langsamer
Mehr Todesfälle und weniger Immigration haben im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die seit Jahren steigende Bevölkerungszahl des Großherzogtums fast stagnierte – oder zumindest weniger schnell anstieg: Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 wuchs die luxemburgische Einwohnerschaft um 8.622 Personen, also um 1,4 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistikamt Statec in seinem aktuellen Bericht zur Bevölkerungsentwicklung. Die Sterblichkeit nahm gegenüber 2019 um 7,6 Prozent zu (4.609 Sterbefälle, elf Prozent davon sind auf das Coronavirus zurückzuführen).

04042021-TAGEBLATT_JG_125141_preview-KopieUrlaub in Corona-Zeiten
Ferien zu Hause? Von wegen! Für die zweiten Osterferien währen der Pandemie hat Luxair Tours ein erstes Hoch gemeldet. Die beliebtesten Reisedestinationen bei dem Unternehmen sind die Kanarischen Inseln, Dubai und die Kapverdischen Inseln. Zugleich hat die Statistikbehörde Statec jedoch auch berichtet, dass im vergangenen Jahr viele in Luxemburg lebende Menschen ihren Sommerurlaub hierzulande verbracht haben. Die Zahl der Aufenthalte im Großherzogtum hat sich im Vergleich zum Vorjahr verzehnfacht. Ebenso waren auch die Nachbarländer Belgien und Frankreich sowie die Niederlande als Reiseziele beliebt, weniger hingegen Deutschland und Spanien. Dagegen musste insgesamt jede vierte Urlaubsreise abgesagt werden. Weitaus weniger Menschen flogen in den Urlaub, umso mehr benutzten mehr das Auto.

_FAB3204-KopieSchneider vertritt Lenert
Bis zum 18. April hat Romain Schneider (LSAP) Zeichnungsbefugnis für Dokumente aus den Ministerien für Gesundheit und Konsumentenschutz. Der Minister für soziale Sicherheit wird damit Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) vertreten, die ihr Amt erst wieder am 19. April ausüben werden kann, nachdem sie am 23. März während eines Spazierganges in der Nähe von Nennig einen Schwächeanfall erlitten hatte und in ein Krankenhaus eingeliefert worden war. Dem Tageblatt gegenüber gab sie an, eine Art „Filmriss“ gehabt zu haben

IMG_3586-KopieDrive-In-Emaischen
Corona statt Emaischen? Von wegen. Zwar ist die Emaischen aufgrund der Pandemie zumindest in traditioneller Form ins Wasser gefallen. Aber dafür gab es das beliebte Volksfest in Nospelt in abgewandelter Manier: Péckvillecher-Fans konnten ihre Exemplare online bestellen und am Montag mit dem Auto abholen. Die Hygienevorschriften wurden dabei streng eingehalten. Die Organisatoren nannten das „Péck-Away“. Einmal mehr zeigte sich, dass Einfallsreichtum und Fantasie auch in Pandemiezeiten unschlagbar sind.

Fotos: Sophie Kieffer, Hervé Montaigu, Julien Garroy, Fabrizio Pizzolante (alle Editpress), Martine Decker

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

Author: Philippe Reuter

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