Home » Home » Kurz gefasst

Kurz gefasst

Feier im Zeichen Coronas

Zum zweiten Mal fand der Nationalfeiertag unter Pandemiebedingungen statt, also gewissermaßen in einer „Light“-Version. Trotzdem herrschte am Vorabend des 23. Junis an vielen Orten Partystimmung. Klubs hatten bis drei Uhr geöffnet, allerdings war der Einlass nur gegen Vorlage eines negativen Coronatests oder eines Impfnachweises möglich und außerdem auf 300 Personen beschränkt. Die offizielle Seite des Nationalfeiertags wurde am „Kanounenhiwwel“ begangen. Premierminister Xavier Bettel leitete in seiner Rede vom Kampf gegen die Pandemie zum Kampf gegen den Klimawandel über und erinnerte an den Klimaplan seiner Regierung, der sobald wie möglich umgesetzt werden solle. Parlamentspräsident Fernand Etgen erinnerte an den Nationalfeiertag vor einem Jahr und an die damalige Aufbruchstimmung und sprach von der Generation Covid-19, die auf vieles hatte verzichten müssen. Und Großherzog Henri ging darauf ein, wie die Pandemie die Gesellschaft verändert habe. Sie habe Schönes offenbart wie zum Beispiel grenzübergreifende Solidarität und weniger Schönes wie Populismus und Unwahrheiten. Er rief dazu auf, auf „Fakten und Wahrheiten“ zu bauen. Und er hielt eine Schweigeminute ab – in Gedenken an die 818 Menschen, die dem Virus zum Opfer gefallen sind.

web_19.06-KopieOrban unter Druck

Bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel haben sich 17 EU-Staats- und Regierungschefs gegen sexuelle Diskriminierung ausgesprochen. Kurz vor dem Internationalen Tag der LGBTIQ*-Gemeinschaft betonten sie, dass die Nichtdiskriminierung Bestandteil der fundamentalen Rechte und Prinzipien der Europäischen Union. Dem vorausgegangen war ein Schreiben, das von Bettel und dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez initiiert worden war. Gerichtet war es an Ungarns Regierungschef Viktor Orban (Archivfoto), der im ungarischen Parlament ein Gesetz hatte stimmen lassen, nach dem künftig unter anderem verboten sein soll, „Werbung“ für Homosexualität und Transsexualität in Schulen zu machen.

web_06.12-KopieImpfung für Minderjährige

Die ersten Jugendlichen sollten bereits diese Woche zur Corona-Impfung gebeten werden. Das verkündete Premierminister Xavier Bettel am Samstag gegenüber RTL. Dabei sollen in einer ersten Phase etwa 25.000 Einladungen verschickt werden, und zwar zuerst bei Personen bis zu 18 Jahren, die eine schwere Vorerkrankung aufweisen. Für diese Alterskategorie ist bisher nur der Impfstoff von Pfizer Biontech zugelassen. Laut Tageblatt soll im August mit der Impfung von Grenzgängern begonnen werden. Übrigens wurde, wie die Zeitung meldete, der Premierminister am Sonntagmorgen positiv auf das Coronavirus getestet. Bettel begab sich daraufhin in Selbstisolation. Er sollte am 1. Juli eigentlich die zweite Impfdosis erhalten. Bettel, der über leichte Symptome klagte, nimmt seine Aufgaben weiter per Telearbeit war.

web_10.10-KopieKein Ende der Fahnenstange

Wer geglaubt hat, dass die Rekordjagd bei den Immobilienpreisen dieses Jahr gestoppt wird, sieht sich eines Besseren belehrt. Nachdem im vergangenen Jahr ein Preisanstieg um 14,5 Prozent verzeichnet wurde, sind die Preise in den ersten drei Monaten dieses Jahres gleich um 17 Prozent in die Höhe geschnellt – eine Preissteigerungsrate wie nie zuvor. Dabei haben die Preise für Häuser mit 20,5 Prozent deutlicher zugelegt, die von Apartment-Wohnungen kletterten um 15,2 Prozent nach oben. Die Steigerungsraten beliefen sich übrigens in den Jahren 2018 und 2019 noch auf 7 bzw. 10,1 Prozent. Wer bereits eine Immobilie besitzt, kann sich glücklich schätzen, wer nicht, für den wird es zunehmend schwieriger, sich für sein erspartes Geld eine Wohnung zu leisten. Die Zahl der zum Kauf angebotenen Wohnungen ist geschrumpft. In Sachen Preisexplosion ist kein Ende der Fahnenstange abzusehen.

web_11.02-Kopie„Ons Wirtschaft“

Zwar ist die Zahl der Firmenpleiten während der Corona-Krise hierzulande stabil geblieben. Nach Statec-Angaben gab es im Mai 2021 „keinen signifikanten Anstieg“ von Insolvenzen im Vergleich zum Mai im Jahr zuvor (161 gegenüber 159). Allerdings sei die Zahl der aufgelösten Unternehmen im Corona-Jahr mit 966 im Vergleich zu den Vorjahren – 572 im Jahr 2018 und 577 (2019) – deutlich gestiegen. Luxemburg habe die Krise gut überstanden, meinte auch Wirtschaftsminister Franz Fayot. Das statistische Institut rechnet für 2021 mit einem Wachstum von sechs Prozent. Fayots Ministerium hat einen Plan mit schwerpunktmäßig sechs Aktionspunkten entwickelt, die kurz- bis mittelfristig umgesetzt werden sollen. Der Plan „Ons Wirtschaft vu muer“ beziehe die Rifkin-Strategie ebenso mit ein wie die Lehren aus der Covid-Krise. „Digital und grün“, so Fayot, „fließen in eine Strategie zusammen.“

Wahlmuffel und Republikanerglück

Auch im zweiten Durchgang der französischen Regionalwahlen haben die konservativen Republikaner als stärkste politische Kraft abgeschnitten. Ihre Liste kam landesweit auf 38 Prozent der Stimmen. In der Region Hauts-de-France kam ihr Kandidat Xavier Bertrand, der auch nationale Ambitionen verfolgt auf 53 Prozent. Gestärkt wurden auch die Sozialisten, die ihre fünf Regionen halten konnten und zusammen mit den Grünen landesweit auf über 30 Prozent kommen. Dahinter liegt der Rassemblement National von Martine Le Pen. Abgeschlagen blieb die liberale Partei La République en marche von Präsident Emmanuel Macron. Auch im zweiten Wahlgang beteiligten sich nur 33 Prozent der Wahlberechtigten, so wenig wie nie zuvor. 2015 waren es noch etwa 50 Prozent.

Fotos: Sophier Margue, Gerry Schmit, Didier Sylvestre, Julien Garroy (alle Editpress)

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

Author: Dario Herold

Login