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Kurz gefasst

Pavillon erhalten

Mit einem Jahr Verspätung (wegen Corona) hat am vergangenen Freitag in Dubai die Weltausstellung begonnen. Bis zum 30. März 2022 zeigen bei der Expo in dem Emirat 192 Länder ihre Ideen für die Zukunft. Auch Luxemburg: Der Pavillon des Großherzogtums soll zu den zehn beliebtesten Pavillons gehören, so die zuständige Kommissarin Maggy Nagel. Die Organisatoren wollen ihn in den nächsten fünf Jahren in seinem aktuellen Zustand für weitere Veranstaltungen erhalten. Schließlich wurde dafür auch ein Budget von
32 Millionen Euro eingesetzt.

web__FAB3301-KopieNachbesserung

Neben neuen Pflegeheim-Richtlinien hat der sogenannte Waringo-Bericht auch konkrete Gesetzesänderungen hervorgebracht. Familienministerin Corinne Cahen (DP) hat vergangene Woche fünf davon vorgestellt: Sie sehen unter anderem eine neue Mediationsstelle für den Sektor sowie einen Ethikrat und den Posten eines Hygienereferenten vor, der somit eine gesetzliche Basis erhält. Ein Hygienebeauftragter, ein Überbleibsel der Corona-Pandemie, soll die Direktion einer Einrichtung auf die Einhaltung der Hygienerichtlinien hinweisen. Die Gesetzesänderungen sind Teil eines Änderungskatalogs, der dem Parlament vorgelegt worden war.

Zweifelhafter Rekord

Dass die luxemburgische Wirtschaft wie selten zuvor wächst, überrascht nicht wirklich. Von April bis Juni 2021 lag das Bruttoinlandsprodukt 11,8 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums, meldete das Staatliche Statistikinstitut (Statec) auf der Basis einer ersten Schätzung. Allerdings war die Konjunktur von April bis Juni 2020 besonders schlecht, als auf dem Bau Stillstand herrschte und viele Geschäfte geschlossen waren (Foto unten, revue 22/2020). Dass die Zuwachsraten in der gesamten Europäischen Union mit 13 Prozent höher lagen, erklärt sich nicht zuletzt daraus, dass die EU-Wirtschaft im letzten Jahr noch stärker eingebrochen war als die luxemburgische. Die höchsten Wachstumsraten im Jahresvergleich verzeichnen übrigens der Bausektor (plus 27,1 Prozent), die Industrie (plus 25,1) sowie Handel und Restauration (plus 20,9 Prozent). Wegen der erhöhten Inflation trat die neue Indexanpassung am 1. Oktober in Kraft.

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Absturz

Derweil hat der Finanzplatz Luxemburg nach Medienberichten an Gewicht verloren und ist nicht mehr in den europäischen Top-Fünf-Finanzzentren vertreten (Platz acht). Vorbeigezogen sind Paris, Frankfurt und Amsterdam, wie aus dem „Global Financial Centres Index“ (GFCI) Ende September hervorgeht. Innerhalb eines Jahres ist der Finanzplatz im weltweiten Ranking von Platz zwölf auf Platz 23 abgestürzt. Als GFCI-Kriterien gelten Geschäftsumfeld, Entwicklung, Fachwissen der Mitarbeiter und Ruf des Standorts, ebenso die Ergebnisse einer Online-Umfrage.

Ende der Zwangspause

Corona hat das Studentenleben verändert. Nach anderthalb Jahren Studium im Homeoffice soll es wieder mehr Präsenz- oder zumindest Hybridkurse geben. Das freut auch die luxemburgische Studierendenorganisation Acel, die dieses Jahr nach der Zwangspause 2020 wieder ihre „Réunion européenne des étudiants luxembourgeois“ veranstaltet, dieses Mal vom 7. bis 10. Oktober in München. Die Acel vertritt rund 10.000 Studierende auf politischer Ebene. Laut Umfrage haben die mangelnden sozialen Kontakte den Studierenden schwer zu schaffen gemacht. Die „Studentefoire“ findet dieses Jahr vom 25. bis 30. Oktober statt.

web_f8f9563e-015c-4de7-aae2-a54a69d30677-KopieKönigsmacher

Das Selfie, das auf Instagram verbreitet wurde, zeigt es: Grüne und Liberale sind die Königsmacher eine Woche nach der deutschen Bundestagswahl. Das Wahlergebnis hat die Machtverhältnisse im Nachbarland auf den Kopf gestellt. Während Olaf Scholz die zuvor auf Umfrageergebnisse von 15 Prozent der Wählerstimmen zusammengeschrumpfte SPD wieder zur stärksten Partei werden ließ, hielt (zumindest bis zum Redaktionsschluss) auch Wahl-verlierer Armin Laschet am Anspruch auf das Kanzleramt fest. Realitätsverlust oder kalkuliertes Aussitzen, falls die Verhandlungen für eine Ampelkoalition scheitern? Momentan scheint der CDU-Kandidat irgendwie in seiner eigenen Jamaika-Welt zu leben und ergötzt sich vielleicht bei Reggae-Klängen an der Rastafari-Utopie. Dabei können sich FDP und Grüne aussuchen, wer mit wem regieren darf. Die paneuropäische Partei Volt holte bei der Wahl übrigens 0,4 Prozent der Wählerstimmen, ähnlich wie die Piraten, die hierzulande bekanntlich parlamentarische Ehren genießen, das „Team Todenhöfer“ (siehe revue 38/2021) 0,5 Prozent.

Weißer Marsch

Mehr als tausend Menschen nahmen am vergangenen Freitag an einem Protestmarsch gegen die Corona-Maßnahmen und gegen die Impfpolitik der Regierung teil (hier ein Archivfoto vom Juni 2021). Die „Marche Blanche“ genannte Demonstration nahm laut RTL ihren Anfang vor der Philharmonie. Die Demonstranten solidarisierten sich mit dem Arzt Benoît Ochs, der nach Meldung des Tageblatts wegen eines Verstoßes gegen den Codex der Ärzteschaft zu einem Jahr Berufsverbot verurteilt worden war. Übrigens sprach die Covid-19-Taskforce in ihrem jüngsten Bericht von einer „Stabilisierung“ des Pandemiegeschehens.

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Fotos: Fabrizio Pizzolante, Hervé Montaigu (beide Editpress), SIP, Instagram Wissing, revue Archiv 

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

Author: Dario Herold

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