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Kurz gefasst

Booster-KopieAuf zum Boostern!
Die vierte Welle der Corona-Pandemie hat Europa erfasst. Die Sieben-Tage-Inzidenzrate war in der ersten Novemberwoche von 176 auf 191 Fälle pro 100.000 Einwohner gestiegen. Die Situation in den luxemburgischen Krankenhäusern sei jedoch dank der Impfung nicht vorm Zerbersten, verkündete Gesundheitsministerin Paulette Lenert vergangene Woche, warnte aber auch: „Die Wirkung der Impfung nimmt bei manchen Leuten ab.“ In der Tat seien immer mehr Corona-Fälle bei Personen festgestellt worden, die zu Beginn des Jahres geimpft worden waren. Zudem zeigen Studien aus Israel, dass die Wirksamkeit einer Impfdosis nach sechs bis acht Monaten abnimmt. Daher sei eine dritte Impfung, Booster-Impfung wichtig. Lenert verweist auf die vorhandene Logistik. Der Oberste Rat für Infektionskrankheiten hatte eine Booster-Empfehlung für alle Personen ab 65 Jahren und für die Beschäftigten im Gesundheitssektor herausgegeben.

Marche-(1)-KopieMarche Blanche
Einmal mehr wurde am vergangenen Freitagabend gegen die Corona-Politik der Regierung demonstriert. Nach Polizeiangaben hatten sich rund 2.000 Teilnehmer vor der Philharmonie zur „Marche blanche silencieuse“ eingefunden und brachten, weiß gekleidet, ihren Unmut zum Ausdruck – deutlich weniger als zwei Wochen zuvor, als es noch etwa 3.500 Demonstranten gewesen waren. Die Regierungspolitik wird einem Kommuniqué zufolge als ungerecht empfunden. Dabei ist die Rede von einer „programmierten Zerstörung von Wirtschaft, Gesellschaft und Familie“. Verfassungsrechtlich verbriefte Werte wie Freiheit würden verletzt. In der Bewegung der vor allem weiß gekleideten Demonstranten tummeln sich laut Tageblatt „aufrichtig Empörte und seltsame Randgestalten“.

Asselborn-(2)-KopieLob und Tadel
Sowohl Zustimmung als auch Kritik erfuhr Außenminister Jean Asselborn nach seiner außenpolitischen Erklärung im Parlament. CSV-Parteipräsident Claude Wiseler nutzte die Gelegenheit, um dem Chefdiplomaten vorzuwerfen, Luxemburgs Außenpolitik mangele es an Kohärenz. Leitlinien seien nicht zu erkennen, Asselborn verglich er mit einem unabhängigen Künstler, der tun dürfe, was er wolle, was jedoch niemanden interessiere. Luxemburg benötige einen entsprechenden Kompass. Schließlich habe sich die Welt seit 2004, als Asselborn sein Amt antrat, radikal verändert. Mehr und mehr werde mit Waffen und Gewalt gearbeitet statt mit Diplomatie. Wiselers Kritik ist auch an die Europäische Union gerichtet, die immer weniger Modellcharakter habe und zudem in der Pandemie, bei Energiefragen und bei technologischen Entwicklungen zu sehr von Nicht-EU-Mächten abhängig sei. Lob hingegen gab es für den Einsatz des Außenministers für Europa und für Menschenrechte.

vogel-KopieVogel freigesprochen
Mit seinem offenen Brief an die hauptstädtische Bürgermeisterin Lydie Polfer hatte Gaston Vogel im August 2015 Aufsehen erregt. Nicht nur hatte der bekannte Rechtsanwalt das Stadtoberhaupt aufgefordert, etwas gegen die Bettelei in der Oberstadt zu unternehmen, sondern die Bettler als „racaille“, „puanteurs“ und „mendiants dégueulasses“ bezeichnet. Die luxemburgische Menschenrechtsliga reagierte darauf mit einer Anzeige, und Vogel wurde wegen des Aufrufes zum Hass und wegen Diskriminierung angeklagt. Ebenso auf der Anklagebank: die RTL-Muttergesellschaft CLT-Ufa und ein früherer Journal-Journalist, die den Brief veröffentlicht hatten. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe für Vogel, während die Verteidigung darauf hinwies, dass dieser nur auf einen politischen Missstand aufmerksam gemacht hatte und darüber wütend geworden war. Am vergangenen Freitag wurden alle Angeklagten in sämtlichen Anklagepunkten freigesprochen.

Renault_Premium_430-KopieHeißes Eisen
Der dramatische Anstieg der Energiepreise und die Folgen für die Haushalte haben vergangene Woche das Parlament beschäftigt. Seit November 2020 verteuerte sich das 95er Benzin um 44 Prozent, das 98er um 45, Diesel um 50 Prozent und Heizöl sogar um 108 Prozent. Wer sein Haus mit Öl heizt, müsse also bei mittlerem Verbrauch 867 Euro draufbezahlen, rechnete der CSV-Abgeordnete Gilles Roth vor, Initiator der Debatte. Er forderte kurzfristige Maßnahmen, um die Haushalte zu entlasten. Die CO2-Steuer wird 2022 noch angehoben – eine Teuerungszulage soll die Preisanstiege teils kompensieren. Energieminister Claudes Turmes (déi Gréng) wies einmal mehr darauf hin, dass die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern im Zuge der Energietransition zu reduzieren sei.

Arcelor-(1)-KopieGute Nachrichten
Die gestiegenen Stahlpreise haben dafür gesorgt, dass ArcelorMittal seinen positiven Trend fortgesetzt hat. Der Stahlkonzern konnte im dritten Quartal seinen operativen Gewinn auf 6,1 Milliarden Dollar steigern. Dies sei das beste Quartalsergebnis seit 2008, so der Weltmarktführer, der bereits zu Beginn des Jahres gute Ergebnisse vorgelegt hatte. Der Konzern hatte im Jahr 2020 aufgrund von Corona einen deutlichen Umsatzeinbruch verzeichnet. Von Juli bis September 2021 lieferte er zwar weniger Stahl aus, steigerte aber seinen Umsatz auf 20,2 Milliarden Dollar. Dies wirkte sich auch positiv an der Börse aus. Good News meldete auch die Statistikbehörde Statec: In den ersten neun Monaten des Jahres ist die Zahl der Konkurse hierzulande weiter zurückgegangen. Gezählt wurden 941 Pleiten.

Zusammengestellt von: Stefan Kunzmann // Fotos: Fabrizio Pizzolante, Julien Garroy(2), Alain Rischard (Editpress), Philippe Reuter, Cjp24 (Wikicommons)

Author: Philippe Reuter

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