Selbstversorger – von wegen
Seit Mittwoch vergangener Woche gilt der Notstand, laut Premierminister Xavier Bettel eine absolute Ausnahme. Die Regelungen sollen für maximal drei Monate gelten. Cafés und Restaurants sind geschlossen, Baustellen stehen still, nur Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Optiker, Geschäfte für Tiernahrung und Hygieneartikel sowie Kioske, Tankstellen und Postfilialen sind geöffnet. Inzwischen sind auch Zahnarztpraxen geschlossen. In der Tat befindet sich das Land in einem Ausnahmezustand. Die Regierung hat tagtäglich neue Maßnahmen, u.a. Steuererleichterungen und finanzielle Hilfen für Unternehmen verkündet, Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet – das menschliche Miteinander ist eingeschränkt, direkte Kontakte sollen möglichst vermieden werden. Immer wieder beruhigt die Regierung die Bürger mit dem Hinweis, dass die Grundversorgung gesichert sei. Doch angesichts einer einseitigen Ausrichtung der hiesigen Wirtschaft auf den Finanzsektor und einer nicht minder einseitigen Fokussierung der Landwirtschaft auf die Milch- und Fleischproduktion kann das auf Importe angewiesene Land nur schwer als Selbstversorger bezeichnet werden. So liegt Tageblatt-Leitartikler Luc Laboulle mit seinen mahnenden Worten richtig, wenn er schreibt: „Luxemburg sollte aber seine Lehren aus der Coronakrise ziehen.“







