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Lëtz Tech!

Wussten Sie, dass Luxemburg zu den beliebtesten Start-up-Standorten weltweit gehört? Und als dieser beherbergt das Großherzogtum viele interessante Projekte aus unterschiedlichen Bereichen. Ein Blick auf sechs Start-ups aus dem Tech-Bereich. 

Musik aus dem Computer (Aiva Technologies)

Musik ist ein fester Bestandteil unseres Lebens und gehört – egal ob in der Werbung, Computerspielen oder Filmen – zu den Hauptträgern von Emotionen. Allein die Vorstellung eines Horrorfilm ohne deren düstere Hintergrundmusik, eines Actionspiel ohne die aufputschende Rockmusik oder einer Wohlfühlwerbung ohne die sanfte Melodie, ist verwirrend. Doch nicht jedes Unternehmen, das sich mit der Produktion von audiovisuellen Projekten befasst, ist auch in der Lage, diese musikalisch zu hinterlegen. Und genau an dieser Schnittstelle setzte das Start-up Aiva Technologies an. Mit Aiva können auch Unternehmen, ohne Erfahrung oder Kompetenzen im musikalischen Bereich, die passende Melodie erschaffen. Der Nutzer kann bei Aiva in einer Vorauswahl sowohl zwischen unterschiedlichen Genres als auch in Bezug auf Schnelligkeit, Dauer oder Instrumentalisierung der Musik auswählen. Anhand dieser eingegebenen Wünsche erstellt die künstliche Intelligenz von Aiva – in einer Zeitspanne zwischen wenigen Sekunden und einer Minute – einen Track, der dem Projekt seines Kunden entspricht. Die Musik aus dem Computer gibt es bei Aiva seit 2016 – und der Standort des Unternehmens ist damals wie heute immer noch Luxemburg.

Kleiner Gehilfe (LuxAI)
Fragt man Kinder nach ihren Zukunftsvorstellungen, landet man mit großer Wahrscheinlichkeit schnell beim Thema Roboter. Technik zum Interagieren ist einer der Menschheitswünsche, der mit den großen Fortschritten der Technologie in den vergangenen Jahren zunehmend erfüllt wurde. Doch liefern
weder das Smartphone noch der virtuelle Assistent (Beispiel: Alexa oder Google Home) das gleiche Gefühl wie die Vorstellung eines persönlichen kleinen Gehilfen – eines eigenen Roboters. Das Startup LuxAI hat diesen kleinen Gehilfen erschaffen. Die initiale Idee hinter dem Projekt war das Erschaffen eines Lernpartners für Kinder mit Autismus. Der QTrobot – so heißt der kleine Gehilfe – bietet deswegen mehrere unterschiedliche Programme, wie beispielsweise das zur emotionalen Entwicklung oder das bezüglich der Entwicklung von Sozialkompetenz, zur Weiterbildung von Kindern mit Autismus an. Neben dem Einsatz im Kinderzimmer kann der QTrobot ebenfalls im Labor eingesetzt werden. Hier soll er mit Fähigkeiten wie seiner „menschenorientierten KI“, seiner „motivierenden Art“ oder seiner „nutzerfreundlichen Programmieroberfläche“ die Recherchearbeit vereinfachen.

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Digitalisierungsschub (Doctena & Salonkee)
Während die erfahreneren Generationen noch mit Telefonbuch und Festnetz aufwuchsen, kann Generation Z getrost als telefonierfaul bezeichnet werden. Allen voran, wenn es darum geht, einen Termin beim Arzt oder Friseur zu buchen. Viel lieber zückt man mittlerweile das Smartphone und vereinbart einen Termin online. In Luxemburg haben sich deswegen zwei unterschiedliche Start-ups dieser Digitalisierungsquest angenommen. Doctena (Arztpraxen) und Salonkee (Friseursaloons) bieten die einfache Möglichkeit, einen Termin über einen einen digitalen Reservierungsplan zu buchen und so auch der jungen Generation und deren Wünschen gerecht zu werden. Das Startup Doctena bietet neben dem einfachen Buchen von Terminen ebenfalls ganze Online-Sprechstunden mit Ärzten an. Damit es bei Salonkee künftig auch zu Online-Friseurterminen kommen kann, müsste das Start-up LuxAi ihrem QTrobot wohl zuerst noch das Haareschneiden beibringen.

Hinter der Wette (Jack Time)
Das Wetten auf Sportevents hat große Tradition. Früher wurde allen voran bei ausgewählten, exklusiven Rennen oder Turnieren gewettet. Heute findet kaum ein Sportereignis mehr statt, ohne dass Menschen weltweit ihr Geld auf dessen Ausgang setzen. Doch während viele Menschen wissen, wie das Wetten an sich funktioniert, gibt es nur einen kleinen Teil der Weltbevölkerung, der sich mit der Frage befasst, wie Buchmacher derart schnell und genau die sekündlich ändernden Wettquoten berechnen, sodass am Ende des Tages auch für sie ein Gewinn herausspringt. Das Start-up Jack Time aus Luxemburg arbeitet in genau diesem Feld. Jack Time entwickelt und designt Software-Produkte und -Services und verkauft diese an internationale Wettanbieter. Das besondere an ihrer Software „Betcore“ ist, dass sie unabhängig von der benutzten Basissoftware eingesetzt werden kann und das bestehende System optimiert. Darüber hinaus verfügt die Software über das Königsfeature des Live-Wettens. Mit der Cash-Out-Option ist es dem Kunden jederzeit möglich, sich den aktuellen Stand seiner Wette ausbezahlen zu lassen. Dieses Feature fordert der Software eine noch schnellere und performantere Berechnung der Quoten ab. Das Start-up Jack Time wurde 2014 gegründet und hat seinen Sitz auch heute immer noch in Luxemburg.

Abgeschlossen (Keymitt)
Wer kennt es nicht: Man ist im Stress, greift schnell nach seinen Sachen, läuft zum Auto, nimmt Platz und startet den Motor. Doch bevor man losfährt, poppt einem auf einmal diese eine Frage in den Kopf: Habe ich abgeschlossen? Also steigt man wieder aus, läuft zurück zum Haus und checkt, ob abgeschlossen ist. Schlimmer noch, wenn diese Frage einem in den Sinn kommt, wenn man schon unterwegs ist und nicht mal eben schnell kontrollieren kann. Das Luxemburger Startup Keymitt beschäftigt sich mit genau diesem Problem und bietet dem vergesslichen oder einfach nur technik-affinen Kunden eine Reihe an unterschiedlichen Lösungen. Unabhängig vom genauen Produkt bleibt das Prinzip jedoch immer gleich: ein intelligentes Schloss, dass sich zu jeder Zeit und von überall per Smartphone sowohl öffnen als auch schließen lässt. Das interessante an den Produkten von Keymitt ist, dass sich der Kunde nicht zwischen dem traditionellen und digitalen Schloss entscheiden muss. Keymitt-Lösungen werden an dem existierenden System angebracht und erlauben sowohl eine analoge als auch eine digitale Nutzung. Das Start-up wurde 2017 gegründet und hat ihren Sitz nach wie vor in der luxemburgischen Hauptstadt.
Text: Daniel Baltes, Fotos: Pixabay

Author: Dario Herold

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