Fehlermeldungen in Spielen oder Apps: Wer kennt die lästigen Unterbrechungen nicht? Tegawende Bissyandé vom SnT will die Behebung solcher Bugs optimieren. Der ERC Starting Grant-Preisträger erklärt, wie er vorgehen will – und weshalb es dabei um mehr als nur um die Reparatur von Software-Fehlern geht.
Sie kennen es bestimmt: Der PC stürzt ab, die Smartphone-App reagiert nicht mehr, das PC-Spiel läuft nicht, wie es soll. Das ist ärgerlich. Nicht nur für die Nutzer, sondern auch für die Entwickler. Solche Software-Fehler, auch Bugs genannt, zu beheben, ist nicht nur zeitaufwändig – sondern oft auch mit enormen Kosten verbunden. Prof. Dr. Tegawende Bissyandé vom „Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust“ (SnT) der Universität Luxemburg hat da eine konkrete Idee: „Ich will eine Technologie erschaffen, die solche Fehler und Sicherheitslücken automatisch behebt.“
Dabei handelt es sich nicht um Träume eines Geeks, sondern es ist das Ziel eines Forschungsprojekts, das mit einem Starting Grant, einem renommierten Preis für Nachwuchsforscher, vom European Council of Research (ERC) ausgezeichnet wurde. 1,5 Millionen Euro werden Tegawendé Bissyandé und seinem Team für Forschungen zur Reparatur von Software zur Verfügung gestellt. Ein hoher Betrag, dabei ist dieser nur ein Bruchteil der Unkosten, die auf globaler Ebene, laut einer Studie des Software-Unternehmens Tricentis, zusammenkommen. Der Markt für softwarebasierte Dienste wird auf fast 300 Milliarden Euro geschätzt, Softwarefehler haben allein 2017 Umsatzeinbußen von etwa 1,7 Billionen US-Dollar im anglophonen Raum verursacht. Entwickler verbringen Schätzungen zufolge bis zu 80 Prozent ihrer Zeit mit dem Testen und Reparieren von Software, was zu Vorabkosten in Milliardenhöhe führt. Diese Umsatzeinbußen sind ein nicht zu unterschätzendes Problem für Unternehmen und für die Öffentlichkeit, können Softwareausfälle sich doch verheerend auf das jeweilige Bruttoninlandsprodukt auswirken.
Das Projekt von Tegawende Bissyandé soll dazu beitragen, diese Unkosten erheblich zu minimieren. Natural heißt es. Ein ungewöhnlicher Name, zumindest in der Hinsicht, dass das Team um den Professor erforscht, wie Sprachverarbeitung mit anderen modernen Technologien maschinellen Lernens kombiniert werden kann, um einen Bot mit künstlicher Intelligenz zu erschaffen. Prof. Bissyandé klärt auf: „Der Name ergibt sich aus der Tatsache, dass Natural Language Processing, also eine Unterart künstlicher Intelligenz, involviert ist – und auch daraus, dass diese Prozesse irgendwann ganz natürlich, also wie von selbst, ablaufen sollen.“



