Home » Entertainment » Schatz der Tempelritter entdeckt!

Schatz der Tempelritter entdeckt!

Mit der „MyCityHunt“ Rätselsuche lässt sich in Luxemburg-Stadt ein Abenteuer erleben. Drei Studentinnen haben es ausprobiert.

Mit der Quiche in der einen und dem Tempelschatz in der anderen Hand saßen wir vor der Gëlle Fra, eine fette Taube im Hintergrund beäugte uns neidisch. „Wisst ihr noch, wie alles begann?“, fragten wir uns.

Wir sind drei Heidelberger Studentinnen, die gerade zu Besuch an der Grenze zu Luxemburg waren. Da wir noch nie in der Stadt Luxemburg waren, suchten wir nach einer Möglichkeit, sie zu erkunden. Aus Frankfurt war uns das Konzept des „City Escape Games“ bekannt, eine Kombination aus Schnitzeljagd, „Escape Room“ und Stadtführung. Es gibt verschiedene Anbieter des Formats, bei manchen wird ein Tablet und anderes Material gestellt, was vor Ort abgeholt werden muss. Wie bei unserem Anbieter gibt es aber auch welche, bei denen man mit einem Ausdruck und dem eigenen Smartphone komplett ausgestattet ist.

An der Place Guillaume II startete unser Abenteuer und wir wussten nicht, was uns erwartet. Auf der großen digitalen Landkarte war unser Weg mit Stecknadeln markiert, außerdem hatten wir noch ein Stück einer alten Schatzkarte des Templerschatzes ausgedruckt. Auf eine harmlose Schatzsuche eingestellt, traf uns der Mord unseres Informanten wie ein Schlag. Sofort begannen die Ermittlungen und Fingerabdrücke wurden genommen, digital versteht sich.

Wir würden das Event mit 3,5 von fünf Templerorden weiterempfehlen.

Wir folgten den Hinweisen und kamen zu Orten, wo wir die Rätsel mit Hilfe der Karte (fast) immer lösen konnten. Die Rätsel sind logisch und äußerst abwechslungsreich. Von Wortspielen über Stammbaumanalyse bis zur Sternbild-Deutung ist alles dabei. Im gläsernen Fahrstuhl überwanden wir gemeinsam unsere Höhenangst und landeten im Pfaffenthal, wo die Ermittlungen weitergingen. Mühsam kämpften wir uns wieder den Berg hoch. Unten an den Befestigungsanlagen konnten wir uns bildlich vorstellen, wie schwer es sein muss, die Stadt vom Tal aus zu erobern. Wir würden gerne versuchen diese Mauer hochklettern, zum Glück haben wir einen sichereren Weg gefunden.

Im Laufe der Erkundungstour wurden immer mehr Personen in die Geschichte verwickelt. Neben helfenden Händen wie Archäologen und Psychologen gab es auch Tatverdächtige. Tiefer im Herzen der Stadt nahm die Geschichte klarere Linien an. Stück für Stück wurde unsere Navigationsfähigkeit besser und wir steuerten einen Punkt nach dem anderen zielsicher an. Die Route ist so ausgelegt, dass man die schönsten Orte der Stadt zu Gesicht bekommt.

Der Einsatz der Technik hat uns positiv überrascht. Kleine Filmausschnitte, Anrufe auf die eigene Mailbox und eine intuitiv verständliche WebApp trugen zum Erlebnis bei. Die WebApp lässt sowohl räumlich als auch inhaltlich keinen Orientierungsverlust zu und macht das Spielen überhaupt erst möglich. Denn außer Schatzkarte und Smartphone wird kein weiteres Material benötigt. Trotz des Bildschirm-fokussierten Spiels hebt man auf den Wegstrecken den Blick und erlebt die Stadt analog. Nach ungefähr drei Stunden lösten wir das letzte Rätsel, für das wir viele der zuvor gelösten benötigten, und beendeten das Spiel.

Mit unserer Quiche in der Hand fiel es uns rückblickend dann doch schwer, den roten Faden in der gesamten Geschichte zu rekonstruieren. Während der Schatzsuche erzeugten die plötzlichen Wendungen Spannung, wirkten im Gesamtbild aber etwas willkürlich und um des Rätsels Willen eingesetzt. Wir hätten uns auch gewünscht, dass die einzelnen Orte in die Rätsel eingebaut werden, man also tatsächlich Symbole an den Gebäuden oder Ähnliches einsetzt. Dass das möglich ist, hat uns eine frühere Schatzsuche von „My City Hunt“ in Frankfurt gezeigt. Außerdem hat uns der geschichtliche, aus klassischen Stadtführungen bekannte Aspekt gefehlt. Wir finden uns jetzt zwar im Stadtkern zurecht, doch die Häuserfassaden erzählen uns noch immer keine ihrer Geschichten. Wir haben trotz allem ein echtes Abenteuer erlebt und ein gutes Bild der Stadt bekommen. Wir würden das Event mit 3,5 von fünf Templerorden weiterempfehlen.

So schwelgten wir in Erinnerung und sahen der Taube nach, wie sie mit unserer Quiche über den Dächern der Stadt entschwand.

Text & Fotos: Lina Bucher, Theresa Drobnik, Lisa Hessenthaler

web_Schatzsuche1-Kopie

Ablauf

Online bucht man ein Ticket für 12,99 Euro pro Person. Wir empfehlen das Spiel ab zwölf Jahren, drei Stunden sollte man dazu einplanen. Die Schatzkarte muss zu Hause ausgedruckt werden und es wird ein Mobiltelefon mit durchgehender Internetverbindung benötigt. Das Spiel ist Corona-geeignet, weil es gut in Zweier-Gruppen und draußen gespielt werden kann.

Tipp: Touristen können mit „MyCityHunt“ die Stadt auf eigene Faust erkunden und bekommen einen räumlichen Eindruck der Stadt. Jedoch fehlt der geschichtliche Aspekt einer klassischen Stadtführung. Für ortskundige größere Gruppen empfehlen wir einen Wettstreit zwischen den Gruppen, zum Beispiel auf Zeit.

Author: Dario Herold

Login