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Schussel-Chaos ade?

Kleine Helfer, die wie von Zauberhand verlegte Objekte finden: Schlüsselfinder. Für Vergessliche müsste das doch eigentlich die beste aller Erfindungen sein. Ein Test.

Das Smartphone ist mal wieder nicht zu finden? Der Autoschlüssel versteckt sich auch immer wieder an den seltsamsten Plätzen, etwa in der Spielzeugkiste des Kindes? Und jedes Mal, bevor Sie aufbrechen, müssen Sie erst einmal nach dem Geldbeutel suchen? Falls Sie solche und ähnliche Situationen kennen: Es gibt Gadgets, die einem das Leben erleichtern können. Sogenannte Schlüsselfinder. Die gibt es von vielen verschiedenen Herstellern und in unterschiedlichen Ausführungen.

Der finder 2 von Musegear etwa. Das kleine und flache Ding ist dazu da, Sachen, die man verlegt hat, wiederzufinden. Per Bluetooth und App. Das soll Zeit sparen und Nerven schonen, wie auf der Seite des Herstellers beschrieben, das klingt doch nach einem guten Plan. Das soll auch ganz einfach gehen: Mitgelieferte Schlaufe am Finder und diesen am gewünschten Objekt wie etwa Geldbörse oder Schlüssel befestigen, eine kostenlose App, namens musegear finder installieren, per Bluetooth verbinden und schon hat der oder die Schusselige ein doppeltes Sicherheitsnetz. Denn jedes Mal, wenn die Verbindung mit dem Finder abreißt, bzw. man sich von dem daran verbundenen Objekt entfernt, meldet sich das Smartphone per Klingelton. Zur Ortung wird bei diesem Modell das GPS des mit dem Finder verbundenen Smartphones benutzt.

web_2019-02-26So viel zur Theorie. In der Praxis entschied ich mich dazu, statt langem Einlesen, den Finder einfach mal auszuprobieren. Und hier schon mein erster Tipp: Sich mit ein- und auszuschaltenden Optionen wie „sicherer Wlan-Bereich“ auseinanderzusetzen, schont nicht nur die eigenen Nerven, sondern auch die der Mitmenschen.

Aber von vorn. Der Finder, der immer noch am Schlüsselbund befestigt ist, hat seine Sache während des Tests super erledigt. Jedes Mal, wenn ich mal wieder nicht wusste, wo sich meine Schlüssel befanden, reichte es, den Alarm-Knopf in der App zu betätigen. Ein – zugegeben imposantes – Geräusch leitete mich jedes Mal ganz zuverlässig zum verloren geglaubten Schatz.

Doch was passiert, wenn auch das Smartphone nicht auffindbar ist?

Wie bereits vorhin erwähnt, kann das aber auch seine Nachteile haben. Etwa dann, wenn man sich nur ein paar Meter vom Schlüssel entfernt, und das Smartphone in eigentlich ruhiger Runde lauthals Alarm schlägt und man sich verzweifelt auf die Suche nach dem vermaledeiten Ding machen muss. Zum Glück gibt es aber die Option „sicherer Wlan-Bereich“. Aktiviert man diese Funktion, ist man in besagtem Netzwerk bzw. abgedeckten Bereich vor schrillen Klingeltönen geschützt.

web_2019-02-16-KopieDoch was passiert, wenn auch das Smartphone nicht auffindbar ist? Da hilft doch auch der Schlüssel mit dem Finder in der Hand nichts? Ein Blick auf die Webseite des Unternehmens belehrte mich eines Besseren: Wenn beide verbunden sind, reicht es, den Alarm-Knopf am Finder zu drücken – und schon meldet sich das verlorene Smartphone – falls es sich nicht außer Reichweite des Signals befindet – per Klingeln.

Eigentlich praktisch, nur leider hatte ich die Funktion „Was soll passieren, wenn du den Knopf am finder gedrückt hältst“ zuvor nicht aktiviert. Und so lief die Sucherei ab wie immer. Ein daran gewöhnter Mitmensch musste mein Handy zwecks Ortung eben kurzerhand anrufen. Dieses manuelle Ortungssystem funktioniert eigentlich immer, es sei denn, das Gerät ist auf Lautlos eingestellt und vorausgesetzt, es befindet sich eine hilfsbereite Person in der Gegend. In diesem Fall aber fanden Telefon und ich schnell wieder zusammen. Ende gut, alles gut, also? Nicht ganz. Denn es kam wohl, es wie es kommen musste. Eines Tages waren weder Schlüssel samt finder 2 noch Smartphone dort, wo ich sie hingelegt hatte – oder dies zumindest zu wissen glaubte. Was nun? Ohne Smartphone kein Finder, ohne Finder kein Schlüssel?

Nach ewig langer Sucherei und Gefluche fanden beide zwar wieder in meine Hände, doch mir wurde klar: Auch Schlüsselfinder haben ihre Grenzen. Der finder 2 ist zwar, alles in allem, ein nettes Gerät. Die Laufdauer der austauschbaren Batterien soll sogar bis zu einem Jahr betragen. Doch da Schusselige nun mal die Angewohnheit haben, Dinge aus den Augen zu verlieren, bleibt die manuelle Suche wahrscheinlich bei dem ein oder anderen doch nicht aus.

Aber dennoch: Der kleine Helfer ist, alles in allem, ein durchaus praktisches Gerät. Der ein oder andere vergessliche Mitmensch dürfte sich bestimmt über ein solches Weihnachtsgeschenk freuen. Erhältlich ist der finder 2 in verschiedenen Größen und Farben ab 23,99 Euro. Die App ist verfügbar in Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch, kostenlos und kompatibel mit Android und iOS -Geräten.

Text: Cheryl Cadamuro // Fotos: Cheryl Cadamuro (1), Musegear

www.musegear-finder.net

Gut zu wissen

Neben Bluetooth-betriebenen Schlüsselfindern gibt es auch welche, die per Funksignal oder GPS funktionieren. Für jene, die unabhängig vom Smartphone bleiben wollen, eignet sich eher ein System mit Funk. Diese werden per Fernbedienung betrieben und so ist das Installieren einer App nicht nötig. Die Reichweite ist ähnlich jener von Bluetooth-Varianten. GPS-Modelle unterscheiden sich von den anderen beiden Systemen vor allem durch die höhere Reichweite. Ist man viel unterwegs, ständig auf der Suche nach dem geparkten Auto oder dem ausgebüxten Hund, ist man vielleicht besser mit einem GPS-Modell bedient, da diese die Position weit entfernter Objekte, aber auch Tiere, im Detail orten können. Bei GPS- und Bluetooth-Geräten sollte man allerdings die Datenschutz-Regelungen der zu verwendeten Apps beachten. Musegear etwa verspricht, keinerlei personenbezogene Daten zu sammeln. Auch die Kontrolle der Standortdaten können dem Hersteller zufolge vollständig in der Hand des Smartphone-Nutzers bleiben.

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Author: Philippe Reuter