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Schwebende Schwämme

Die Biennale 2021 ist zu Ende und die Gewinner sind gekürt. Die Ausstellung in der „Veiner Konstgalerie“ bot jungen Künstlern und Künstlerinnen erneut eine Bühne, um ihre Werke zu präsentieren.

Gepflasterte Straßen, schmale Seitengassen, alte Gebäude, gefüllte Restaurants – all dies macht das Künstlerstädtchen Vianden aus und mittendrin befindet sich die „Veiner Konstgalerie“. Trotz ihrer Unscheinbarkeit konnte die Galerie mit den ausgestellten Kunstprojekten viele Blicke auf sich ziehen. Die Asbl ViArt hat in Kooperation mit dem „Cercle Artistique de Luxembourg“ (CAL) zum zweiten Mal die „Biennale des étudiants en art“ auf die Beine gestellt. 14 junge Künstler zeigten hier ihre Projekte vom 1. bis zum 22. August der Öffentlichkeit.

Die Preisträger wurden am letzten Tag der Biennale verkündet. Es gab insgesamt drei verschiedene Gewinne. Der Publikumspreis wurde von einem ihrer Sponsoren gestiftet, ein Gutschein für zwei Pizzen im Restaurant Petry. Vier Künstler erhalten eine festgelegte Ausstellungsfläche beim nächsten „Salon du CAL“, eine Kunstausstellung in der Stadt Luxemburg. Dort werden sie im November dieses Jahres ihre Kunstwerke, die sie auf der Biennale vorgestellt haben, präsentieren. Schließlich gab es noch einen Hauptpreis, neben der Ausstellung im „Salon du CAL“ wird diesem Gewinner eine Künstlerresidenz in Vianden ermöglicht, mit Ausstellung in der „Veiner Konstgalerie“ im Sommer 2022. Zu den schlussendlichen Gewinnern zählte Anni Mertens, die den Hauptpreis erhielt, sowie Florence Everling, Marie Kinnen und Jeff Dieschburg, welche den Preis des „Cercle Artistique de Luxembourg“ gewannen. Florence Everling bekam ebenfalls den Publikumspreis.

„Es ist eine große Chance, als junger Künstler im CAL ausstellen zu können. Sie ist in Luxemburg die einflussreichste Kunstinstitution“, sagt Jeff Dieschburg. In seinen Werken greift er verschiedene Elemente auf, so wird unter anderem der Aspekt der Pornographie thematisiert. In einem seiner Bilder ist eine völlig nackte Frau zu sehen, welche mit einem männlichen Geschlechtsteil bestückt ist. Sie sitzt an einem Möbelstück anlehnend auf dem Boden. In der einen Hand hält sie eine Rose und in der anderen einen Spiegel. Das zweite Werk von ihm stellt einen halbnackten, muskulösen Mann dar, der in seinen Händen mit einer glühenden Flamme spielt. In seinen Bildern will er sowohl das Klassische wie auch Elemente der zeitgenössischen Kunst miteinbringen und miteinander harmonisieren lassen. Damit wird im November mit Dieschburgs Ölgemälden ebenfalls das Klassische in die zeitgenössische Kunstszene, welche überwiegend vom „Cercle Artistique de Luxembourg“ verbreitet wird, Eingang finden.

Die diesjährige Biennale war von Vielseitigkeit, Kontrasten, Individualität und Innovation geprägt.

Die diesjährige Biennale war von Vielseitigkeit, Kontrasten, Individualität und Innovation geprägt. Demnach wurden der Kreativität hier keine Grenzen gesetzt. Sei es ein Konstrukt aus gelben Schwämmen, das von der Decke hängt, oder abstrakte Skulpturen, welche auf den ersten Blick an divers zusammengerollte und zusammengedrückte Schläuche erinnern.
Um an der Biennale teilnehmen zu können, mussten die Künstler bestimmte Kriterien erfüllen. Zum einen sollten es Studierende der Visuellen Kunst sein, sei es Zeichnen, Grafikdesign, Malerei, Kunstdruck, Skulptur oder Installationen. Doch auch junge Künstler, die nicht mehr studieren, durften antreten. Zudem mussten sie zwischen 20 und 29 Jahre alt sein. Bezüglich der Kunstrichtung wurden den Teilnehmern keine konkreten Vorschriften gemacht. Eine weitere Voraussetzung war, dass die Werke unter anderem eine bestimmte Qualität sowie Originalität erfüllen.
Diejenigen, die keinen Preis gewonnen haben, können trotzdem noch die Chance bekommen, im „Salon du CAL“ auszustellen. Sie können ihre Projekte beim „Cercle Artistique de Luxembourg“ einreichen. Der wählt dann die besten Werke aus, welche dort ausgestellt werden dürfen.

Die „Biennale des étudiants en art“ ist eine Möglichkeit, die Kunst der jungen Generation der Öffentlichkeit zu zeigen und ihnen damit Zugang zur professionellen Kunstszene zu bieten. Trotz der bereits existierenden Möglichkeiten, wünscht sich Preisträger Jeff Dieschburg, dass mehr solcher Ausstellungen in Zukunft organisiert werden.

<em>Text: Dana Conrardy
Fotos: ViArt/Guy Martin (4), Julien Garroy (Editpress) (2)

Featured Image:„Série Éponges sans titre“, Marie Kinnen</em>

Author: Dario Herold

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