Die Corona-Pandemie dominiert in Europa seit Mitte März die Aktualität wie kaum ein Thema. In allen Medien, egal ob Print oder audiovisuell, finden sich mehrheitlich Artikel oder Reportagen wieder, die mit dem Virus in Verbindung stehen. Von neuen Infektionszahlen über wirtschaftliche Turbulenzen, abgesagte Kultur- und Sportveranstaltungen bis hin zu dem Kampf und den Maßnahmen gegen die Pandemie. Etwas in den Hintergrund gerückt, zumindest raus aus dem europäischen medialen Fokus, sind die Wahlen in den USA.
Zwar schafft es der aktuelle Präsident Donald Trump regelmäßig auch hierzulande in die Medien, dann aber vor allem, wegen seinem – sagen wir mal – „speziellen“ Umgang mit der Pandemie innerhalb der USA. Egal ob er für das Einsetzen des Malaria-Mittels Hydroxychloroquin plädiert oder sich über das Tragen der Maske mokiert (bevor er eine 180-Grad-Wende vollführt). Fakt ist, die Corona-Zahlen steigen in den USA weiter und brechen täglich neue Rekorde. Doch Trump und sein Beraterteam scheinen nach wie vor ziemlich ratlos. Nicht sonderlich förderlich für Trumps Zustimmungswerte in Bezug auf die anstehende Wahl, war der Versuch den Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten Anthony Fauci in Misskredit zu bringen und seine Glaubwürdigkeit zu untergraben.
Doch Trump tritt im November bekanntlich nicht gegen Fauci an, sondern gegen den Demokraten Joe Biden. Beide sind von ihrer jeweiligen Partei noch nicht offiziell nominiert, allerdings wird das Rennen am 3. November zwischen den beiden ausgetragen, weil sich jeweils die parteiinternen Gegenkandidaten bereits zurückgezogen haben. Fakt ist, dass Trump es seit der vergangenen Präsidentschaftswahl geschafft hat das Land tief zu spalten, und das macht es für Joe Biden, trotz des schlechten Krisenmanagements, nicht unbedingt einfacher. Denn auch wenn sich viele Amerikaner an Trumps Politik und Entscheidungen stören, er kann nach wie vor auf die Unterstützung seiner eingefleischten Fans zählen.
Zwar prognostizieren die aktuellen Umfragen einen wahrscheinlichen Wahlsieg für Biden, allerdings hatten vor vier Jahren die Meinungsforscher bis zuletzt Trumps damalige Kontrahentin Hillary Clinton als Siegerin angeführt… und sich damit gewaltig geirrt. Es verbleiben weniger als 100 Tage bis zum Urnengang und noch kann einiges passieren, was den Ausgang der Wahl maßgeblich beeinflussen kann. Letztendlich könnte Trump zum Verhängnis werden, dass die amerikanische Wirtschaft im November aufgrund einer sich anbahnenden Rezension arg gebeutelt ist und sein Slogan von 2016 „Make america great again“ nur noch wie eine schlechte Parodie wirkt.



