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Vegane Muntermacher

Ein großes Weihnachtsfest wird es dieses Jahr leider nicht geben. Schön deftig und schmackhaft soll es trotzdem werden. Student Raphael Betti verrät vegane Rezepte, die garantiert für Aufmunterung sorgen. 

Zurzeit ist die Stimmung eher düster und das hat nicht unbedingt etwas mit der kalten Winterzeit zu tun. Zu Weihnachten wird es dieses Jahr keine große Feier geben und das Verlangen nach Familie und Bekannten sorgt garantiert bei vielen für trübe Stimmung. Doch wir sind der Meinung, dass es ein Jahr ohne fröhliche Weihnachten nicht geben darf. Sehen wir es einfach von der positiven Seite. Ein bisschen Aufheiterung, während dieser unendlichen Corona-Krise, ist sicherlich nicht verkehrt. Und die geht auch durch den Magen. Das nennt man „Comfort Food“. Wenn ein leckeres Gericht zur Trostmahlzeit wird, blüht die Seele fröhlich auf. Der Moral Gutes zu tun, ist ein derart unbeschreiblich schönes Gefühl. Warum sollten wir nun darauf verzichten? Weil die Weihnachtsmärkte gestrichen wurden und nur maximal zwei Personen aus einem anderen Haushalt zu Besuch kommen dürfen? Nein! Das wollen wir so nicht gelten lassen. Es ist genau die passende Gelegenheit, das traditionelle Weihnachtsmenu gegen neue kulinarische Entdeckungen umzutauschen. Etwas Neues zu kosten und es sich so richtig schmecken zu lassen. Sich etwas zu gönnen, das uns gut tut. Ganz egoistisch. Ja! Es spricht absolut nichts dagegen. Im Gegenteil.

Veganismus wird längst nicht mehr als Macke bezeichnet und trotzdem gibt es immer noch unsinnige Vorurteile.

web_PR1_6591-KopieWie wäre es also mit einem deftigen veganen Weihnachtsschmaus? „Sich vegan zu ernähren, hat absolut nichts mit Verzicht zu tun oder mit langweiligen, geschmacklosen Zubereitungen“, betont Raphael Betti. „Deftig und fettig kann es ruhig auch mal sein. Zumal wenn es darum geht, sich mit einer leckeren Portion Muntermacher zu versorgen. Essen ist für mich eine richtige Freude. Ich gehe liebend gern ins Restaurant, entdecke neue Lokale oder tobe mich zu Hause hinter dem Herd aus. Es ist mein Wundermittel gegen den stressigen Alltag.“

Veganismus wird längst nicht mehr als Macke bezeichnet und trotzdem gibt es immer noch unsinnige Vorurteile. Denn nein, Veganer sind keine grauen abgemagerten Mäuse, die man an ihren abgenutzten und kratzigen Wollpullover erkennt. Und nein, sie ernähren sich nicht nur von Tofu und Quinoa.

Und nochmal, nein, vegane Produkte sind nicht ungeheuerlich teuer. Reis, Kartoffeln, Nudeln, saisonales Gemüse und Obst, haben noch niemanden in den Ruin getrieben. Und davon abgesehen, ergeben solche Klischees absolut keinen Sinn und die Skepsis vor veganen Zubereitungen ist total ungerechtfertigt.

Es ist ja nicht als würde jemand plötzlich den Geschmack für Fleisch verlieren, nur weil er ab und zu ein veganes Gericht verzehrt.

„Meine Eltern haben sich am Anfang auch Sorgen um meine Gesundheit gemacht“, verrät der junge Mann. „Das ist normal, wenn man sich mit dieser Ernährungsgewohnheit nicht auskennt. Es ist aber nicht so, als müsse ich mich rechtfertigen. Im Gegenteil. Heute ist der Veganismus bereits in den Mentalitäten verankert.“
Hundert Prozent pflanzlich ernährt sich Raphael erst seit drei Jahren. Der Weg dorthin, erfolgte in zwei Etappen. Schritt für Schritt.

„Ich war schon immer der Meinung, dass man Tiere nicht lieben kann und gleichzeitig essen kann“, verrät der junge Mann. „Ich muss aber auch zugeben, dass ich anfangs dachte, Veganismus sei mit zu viel Verzicht verbunden.“

 Ich war schon immer der Meinung, dass man Tiere nicht lieben und gleichzeitig essen kann.

So entschied sich Raphael zuerst für eine vegetarische Ernährung. Es war auch der Ursprung seiner Leidenschaft fürs Kochen. Sozusagen aus einer Notwendigkeit heraus, denn der junge Student möchte sich natürlich gut, abwechslungsreich und ausgewogen ernähren. Doch nach zwei Jahren hat der Vegetarismus nicht mehr ausgereicht, um seinen ethischen Standards gerecht zu sein.

Zugegeben, der 27-Jährige hat seine ganz eigene Lebensphilosophie entwickelt. Ein Blick in seine Wohnung, reicht aus um dies zu verstehen. Die stilvolle Vintage-Deko besteht fast ausschließlich aus erstöbertem Mobiliar, das er bei den Großeltern oder bei Bekannten gefunden hat. Neues Glück aus zweiter Hand sozusagen oder „Weniger ist mehr“ heißt ein altes Sprichwort. Heute nennt man das „Minimalismus“. Sich nur auf das Wesentliche beschränken und Unnützes vermeiden. Das gilt auch im Alltag.

„Ich probiere zum Beispiel, so gut wie möglich auf Verpackungen zu verzichten, wenn ich Lebensmittel kaufe und vor allem auf Plastik“, betont Raphael Betti. „Ich lebe aber nicht ganz nach dem Motto ‚Zero Waste“, sondern eher ‚Low Waste‘“, meint er amüsiert. „Das Ziel ist es nicht perfekt zu sein und sich ständig unter Druck zu setzen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist schon ausreichend.“

Fotos: Philippe Reuter

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Beeti’s-Chili mit zwei Geheimzutaten!

Zutaten für 4 Personen:

1 große Zwiebel (fein gehackt)
2 Knoblauchzehen (fein gehackt)
mindestens 2 extra scharfe Chilis (fein gehackt) (darf nach Geschmack gerne mehr oder weniger sein)
1 TL Kümmel (gemahlen)
1 TL Koriander (gemahlen)
1 TL Paprikapulver (normal)
½ TL Paprikapulver (geräuchert)
1 TL Zimt
Salz & Pfeffer
2 EL Balsamico Essig (oder Soja Soße)
2 Paprikas (gewürfelt)
1 Dose Kichererbsen (abbrausen)
1 Dose Kidneybohnen (mit Saft)
1 Dose Schwarze Bohnen (abbrausen)
1 großes Glas passierte Tomaten
1 großes Stück sehr dunkle
Schokolade (20 gr)
2 EL Olivenöl

Zubereitung:

Vorbereitung: 15 Minuten
Kochzeit: 30 Minuten

1. Zwiebel, Knoblauch und Chilis im Olivenöl bei hoher Hitze anschwitzen. (2-3 Minuten)

2. Sämtliche Gewürze hinzugeben und unter ständigem Rühren kurz mitrösten. Wenn nötig, etwas mehr Öl hinzugeben. (1-2 Minuten)

3. Mit Balsamico Essig ablöschen, dann Paprikas hinzufügen und bei hoher Hitze rösten, bevor die sämtlich verbleibenden Zutaten (Kichererbsen, Kidney Bohnen (mit Saft), Schwarze Bohnen, passierte Tomaten und Schokolade) hinzugefügt werden.

4. Bei mittlerer Hitze mindestens 20 Minuten köcheln lassen.

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Epic Mexican Burger mit Süßkartoffelpommes

Zutaten Für 4 Personen:

Für den Burger:
4 vegane Burger Patties
(im Supermarkt erhältlich)
4 vegane Käsescheiben
4 Burger-Brötchen
Einige Tortilla-Chips
1 Handvoll Rukola (Rauke)
2 reife Avokados
Saft von ½ Zitrone
1 EL Olivenöl
1 Frühlingszwiebel (fein gehackt)
Salz & Pfeffer

Für die Pommes:
4 große Süßkartoffeln
2 EL herbes de provence
2 EL Paprikapulver
4 EL Olivenöl
Salz

Zubereitung:

Vorbereitung: 10 Minuten
Koch-/Backzeit: 30 Minuten

Burger:

1. Für die Guacamole: Die Avokados entsteinen und ohne Schale in eine Schüssel geben. Mit einer Gabel zerdrücken. Den Zitronensaft, das Olivenöl und die Frühlingszwiebel hinzugeben. Großzügig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

2. Die Burger ca. 4 Minuten auf jeder Seite bei hoher Hitze braten. Nach dem Wenden eine Scheibe Käse auf den Burger legen und die Hitze etwas reduzieren, damit der Burger auch von innen gar wird. Passen Sie jedoch auf, dass der Burger nicht austrocknet. Er kann gerne innen noch etwas rosa sein.

3. Das Burger-Brötchen toasten oder für 2 Minuten in den Backofen legen.

4. Den Burger mit etwas Rukola, einigen Tortilla-Chips und einem großzügigen Löffel Guacamole toppen.

Süßkartoffelpommes:

5. Die Süßkartoffeln gründlich abwaschen und sie in ca. 1 cm dicke Streifen schneiden. Auf ein Backblech (mit Backfolie) legen und Olivenöl, herbes de provence, Paprikapulver sowie etwas Salz hinzufügen und mit den Händen gut durchmischen. Die Pommes nicht überstapeln, damit sie schön knusprig werden.

6. Im vorgeheizten Ofen bei 200° für ca. 20-25 Minuten backen.

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Simplest Pancakes Ever

Geeignet für Frühstück im Bett!

Zutaten für 5-6 Pancakes:

100 gr Mehl
1 TL Backpulver
1 EL Zucker
1 prise Salz
180 – 200 ml Sojamilch

Tipp, damit der Teig besser zusammenklebt:
2 EL Leinsamen (gemahlen) oder eine sehr reife Banane (zerdrückt)

Zubereitung:

1. Das Mehl, Backpulver, Zucker und Salz in eine Schüssel geben und kurz umrühren. Die Sojamilch hinzufügen und mit einem Schneebesen den Teig vermengen.

2. Die zermahlenen Leinsamen (oder die zerdrückte Banane) unterrühren.

3. Den Teig idealerweise mindestens 20 Minuten ruhen lassen.

4. Etwas Öl in eine stark erhitze Pfanne geben und den Pancake 1-2 Minuten auf jeder Seite backen.

Jérôme Beck

Journalist

Ressorts: Wissen, Lifestyle

Author: Dario Herold

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