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Weiterentwicklung

Maz hat sich in den letzten Jahren einen festen Platz in der Luxemburger Musiklandschaft erarbeitet und international schon eine Menge an Erfahrung gesammelt. Seit vergangenem Freitag liegt mit „Upside Down“ das neueste Werk  des Rappers vor. Ein Gespräch.

Die fünf Lieder der EP „Upside Down“ klingen
relativ düster. Wieso?

Es gibt mehrere Gründe. Es hat mit einer Identitätssuche zu tun und mit der Frage: Wer ist Maz und wie will er als Künstler in der Musikwelt wahrgenommen werden? Bis jetzt hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich dies noch nicht vollständig ergründet hatte. Hinzu kommt, dass ich mir im Studio relativ viel Zeit genommen und versucht habe, die Stile und Ästhetik, die mich ansprechen, in meine Musik mit einfließen zu lassen. Musikalisch sind es unter anderem Genres wie Rock, Metal oder Emo mit Bands wie Linkin Park, Bullet For My Valentine, Slipknot oder Bring Me The Horizon. Visuell, wie etwa bei Filmen, waren und sind es wiederum Horrorfilme und Thriller. Daraus hat sich dann diese etwas düstere Seite mit einem gewissen Twist herauskristallisiert. Für mich fühlt es sich sehr authentisch an.

Auch textlich herrscht Wehmut vor…

Die Lieder handeln von einer Zeit, wo es mir selbst mental nicht zum Besten ging. Aus verschiedenen Gründen war ich an einem Tiefpunkt angekommen. Es geht in den Lyrics allerdings nicht darum, die Gründe für diesen mentalen Zustand zu erläutern, sondern vielmehr darum, diesen Zustand an sich selbst zu beschreiben und widerzuspiegeln.

Trotz der recht düsteren Grundhaltung gibt es den ein oder anderen Song mit fast Ohrwurmpotential, wie etwa „Good Shit“. Eine bewusste Entscheidung?

Zu Beginn des Schreibens der Lieder sicherlich nicht. Da höre ich auf mein Bauchgefühl und lasse mich im Studio einfach gehen. Aber klar hat man als Musiker auch immer irgendwie den Business-Aspekt im Hinterkopf. Wenn man als Künstler bekannter werden will, gehört es eben auch dazu, seine Songs hin und wieder in eine gewisse Form zu bringen. Vielleicht wird dann das ein oder andere catchy Element hinzugefügt, das war bei „Good Shit“ aber nicht der Fall.

Wie kann man sich den Schaffensprozess vorstellen?

Sacha Schmitz hat erneut die ganze EP produziert. Wir schreiben die Songs von null an zusammen. Weil ich eine gute musikalische Basis und auch Instrumente erlernt habe, weiß ich recht genau, was ich will, und gebe zum Beispiel meinen Input zu den Sounds, die wir benutzen sollen, auch wenn Sascha natürlich Hauptproduzent bleibt. Ich glaube, wir harmonieren sehr gut und es ist nicht mehr wie zu meinen Anfangstagen, wo irgendjemand einen Beat komponiert hat und ich dann einfach darüber gerappt habe. In den neuen Liedern fließen Stimme und Musik tiefer ineinander und fusionieren besser. Für mich ist diese Herangehensweise die richtige.

Wo soll der Weg nach der Veröffentlichung der EP hinführen?

Endlich kann ich wieder sehr viele Konzerte geben, das tut nach zwei Jahren Pandemie doch gut. Ich werde diesen Sommer eine ganze Reihe Konzerte hierzulande spielen, und im Ausland bin ich auch für mehrere größere Festivals gebucht. Zurzeit plane ich eine größere Tour für den Herbst mit zahlreichen Auftritten in vielen europäischen Ländern. Es gibt desweiteren Interesse von einem Label, mit mir zusammenzuarbeiten. Dies wäre ein nächster Schritt in meiner Karriere. Da es aber nicht in trockenen Tüchern ist, will ich noch nicht konkret darüber sprechen.

Das Ziel bleibt also Vollzeitmusiker?

Ganz klar, ich habe diese Entscheidung getroffen, und ich bereue sie keinen Moment. Musikmachen ist das, wofür ich in meinen Augen bestimmt bin. Es entfacht das größte Feuer in mir, und dieses Feuer nimmt eigentlich immer weiter zu. Jetzt, wo ich zusätzlich das Gefühl habe, meine artistische Identität gefunden zu haben, habe ich umso mehr Lust bekommen.

Und welche Hürden stehen im Weg?

In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Musikwelt stark verändert. Man ist nicht nur einfach Musiker, sondern dreht viele Videos und muss beinahe wie ein Influencer auf den Sozialen Medien aktiv und sehr präsent sein. Als Musiker braucht man heute ein Gesamtpaket aus guter Musik, einer starken visuellen Identität und einer Persönlichkeit, die es schafft, Menschen zu begeistern. Es ist per se schwierig genug, das alles aufzubauen. Ich habe das Gefühl, ich bin auf dem richtigen Weg, und trotzdem bleibt noch Luft nach oben. Eine weitere Schwierigkeit ist es natürlich, aus der schier unendlichen Maße an Musik, die veröffentlicht wird, herauszustechen.

Welche Musik hört man sich als Rapper eigentlich selbst am liebsten an?

Als Musikhörer habe ich eine breite Palette an Vorlieben. Das reicht von krassem Metal über Pop, Pianoballaden, Klassik, Electro bis hin zum Rap. Es gibt wenige Stile, die ich nicht mag, außer Schlager, damit kann ich rein gar nichts anfangen. Beim Hören kommt es mir vor allem darauf an, dass die Musik zu der Stimmung, in der ich mich befinde, passt.

Foto: Marie Romanova

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Die EP „Upside Down“ ist auf allen handelsüblichen digitalen Plattformen als Stream zu finden.Weitere Infos unter: mazuniverze.com

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia

Author: Dario Herold

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